In Frankreich wurde am Dienstag, den 23. Juni 2026, der Rekord für den heißesten Tag seit Beginn der Messungen im Jahr 1947 gebrochen. Bei einer nationalen Durchschnittstemperatur von 29,8 Grad kämpfen weite Teile Europas mit extremen Hitzewellen, die bereits zu massiven Schulschließungen, Stromdrosselungen und zahlreichen Todesfällen führten.
Frankreich bricht historische Temperaturrekorde
Photo: Watson
Die europäische Hitzekuppel hat eine neue Intensität erreicht. Nach vorläufigen Messdaten von tagesschau.de stieg die Durchschnittstemperatur auf dem französischen Festland am Dienstag auf 29,8 Grad an. Damit übertraf das Land die bisherigen Rekordwerte von 29,4 Grad, die am 5. August 2003 und am 25. Juli 2019 aufgestellt wurden.
Dieser neue Höchststand basiert auf dem nationalen Temperaturindikator (ITN), der die Tages- und Nachttemperaturen von 30 Referenzwetterstationen im ganzen Land zusammenfasst. Wie DIE ZEIT berichtet, war bereits die Nacht zum Dienstag die heißeste seit Jahrzehnten, mit einem ITN-Wert von 21,6 Grad Celsius.
Die extremen Spitzenwerte in einzelnen Regionen verdeutlichen die Gefahr. In der Ortschaft Pissos an der Atlantikküste wurden am Dienstagnachmittag 44,3 Grad gemessen. Auch in der Hauptstadt Paris erreichten die Temperaturen 36 Grad, wobei für Mittwoch ein Anstieg auf 39 Grad prognostiziert wird.
Messwert-Kategorie
Temperatur / Status
Nationaler Durchschnitt (ITN)
29,8 °C
Höchstwert Pissos
44,3 °C
Rekordnacht (ITN)
21,6 °C
Warnstufe (58 Departements)
Rot
Die Hitze belastet nicht nur die Bevölkerung, sondern greift massiv in die nationale Infrastruktur ein. Der staatliche Stromkonzern EDF sieht sich gezwungen, die Leistung von Atomkraftwerken zu drosseln, da die steigenden Temperaturen der Flüsse die notwendige Kühlkapazität beeinträchtigen.
Menschliche Gefahren und die Krise im Tourismus
Photo: DIE ZEIT
Die gesundheitlichen Folgen der Hitzewelle sind bereits tödlich. Premierminister Sébastien Lecornu bestätigte, dass seit dem 18. Juni in Frankreich 40 Menschen durch Badeunfälle ertrunken sind, wobei viele der Opfer Minderjährige waren.
Auch der Tourismus muss auf die klimatischen Bedingungen reagieren. Laut news.google.com musste der Eiffelturm in Paris am Dienstag bereits um 16 Uhr schließen. Auch das Louvre-Museum verkürzt seine Öffnungszeiten. In der Normandie rät das Mont-Saint-Michel den Touristen aufgrund der Temperaturen von bis zu 37 Grad in den engen Gassen, Besuche aufzuschieben.
Die Situation in Spanien zeigt ähnliche Muster. Auf der Insel Mallorca meldete die örtliche Polizei den Zusammenbruch eines 57-jährigen deutschen Urlaubers in Palma, der über Atemprobleme klagte.
Schulschließungen und Warnstufen in Spanien und Großbritannien
Hitzerekorde in England und Frankreich gebrochen
Die Hitze erzwingt gesellschaftliche Anpassungen, insbesondere im Bildungssektor. In Großbritannien haben 213 Schulen in England und Wales den Betrieb teilweise oder ganz eingestellt, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. In Frankreich meldet der Guardian bereits die Schließung von 1800 Schulen.
In Spanien hat die Wetterbehörde AEMET für Gebiete um Córdoba sowie für den Norden des Landes, einschließlich Bilbao und Teilen der Region Kantabrien, die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Die Behörde warnt in diesen Regionen vor einer
ungewöhnlicher Gefahr
durch die extremen Temperaturen. Insgesamt sind in Spanien etwa 57 Prozent der Bevölkerung von den Hitzewarnungen betroffen.
Auch die Mobilität ist eingeschränkt. In Großbritannien wurde das Pendlerangebot zwischen Birmingham und London von Dienstag bis Donnerstag um mehr als die Hälfte reduziert. Reisende werden aufgrund weitreichender Störungen im Schienennetz ausdrücklich gebeten, Züge zu meiden.
Wetterausblick für die Schweiz und Deutschland
Während Frankreich und Spanien unter extremer Hitze leiden, verzeichnet auch die Schweiz neue Rekorde. Laut Watson kletterte das Thermometer in Buchs AG am Sonntag auf 36,1 Grad und stellte damit einen neuen Juni-Rekord auf. Auch in Dellys JU wurden 35,4 Grad gemessen. Meteoschweiz warnt, dass die Hitze voraussichtlich bis zum nächsten Wochenende anhalten wird.
In Deutschland beobachtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine starke Wärmebelastung, insbesondere im Südwesten des Landes. Es besteht die Möglichkeit, dass die Temperaturen dort lokal die 40-Grad-Marke erreichen. Gleichzeitig wird vor markanten Gewittern gewarnt, die sich von der Thüringischen Schiefergebirge nach Süden ziehen könnten.
Die aktuelle Lage verdeutlicht die wachsende Fragilität der europäischen Infrastruktur gegenüber extremen Wetterereignissen. Ob die geplanten Maßnahmen zur Kühlung der Kraftwerke und die Schließungen öffentlicher Einrichtungen ausreichen, um die steigenden Opferzahlen zu begrenzen, bleibt abzuwarten.
Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.
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