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Technik und Wissenschaft

Speicherpreise im Check: HDD-Preise steigen deutlich, SSDs & RAM legen leicht zu

Die Preise für Festplatten (HDD) und SSDs steigen im deutschen Einzelhandel weiter an, während die Kosten für Arbeitsspeicher (RAM) zuletzt sanken, berichtet ComputerBase. Während SSDs im Durchschnitt um 90 Prozent teurer wurden, stieg die Preissteigerung bei HDDs bis Mitte März auf 66 Prozent gegenüber dem September 2025.

Warum steigen die Preise für SSDs und HDDs weiter?

Die Kosten für Massenspeicher setzen ihren Aufwärtstrend im Zuge einer globalen Speicherkrise fort, die im Herbst vergangenen Jahres begann. Laut ComputerBase haben sich SSDs im Durchschnitt gegenüber dem Zeitpunkt vor der Krise um 90 Prozent verteuert. Damit kosten diese Laufwerke inzwischen fast doppelt so viel wie zuvor.

Ein konkretes Beispiel für diese Entwicklung ist die Kingston NV3 mit 1 TB. Der Preis dieses Modells stieg von rund 50 Euro auf über 130 Euro, so der Bericht. Die NV3 nutzt die NVMe-Schnittstelle, die heute der Standard für schnelle Systemlaufwerke in modernen PCs und Laptops ist und SATA-basierte SSDs in puncto Geschwindigkeit weit übertrifft.

Die Preisdynamik bei SSDs ist eng mit der Produktion von NAND-Flash-Speicher verknüpft. Die weltweite Versorgung wird maßgeblich von wenigen großen Herstellern wie Samsung, SK Hynix und Micron kontrolliert. Wenn diese Unternehmen die Produktionskapazitäten drosseln, um Überbestände abzubauen oder die Marktpreise zu stabilisieren, führt dies oft zu einer Verknappung im Einzelhandel und konsequenten Preissteigerungen für Endverbraucher.

Auch bei herkömmlichen Festplatten (HDD) steigen die Preise kontinuierlich. Die durchschnittliche Preissteigerung erhöhte sich von gut 50 Prozent Mitte Februar auf 66 Prozent Mitte März. Fast alle beobachteten Modelle wurden teurer. Die WD Red Plus 4 TB ist laut der Analyse inzwischen doppelt so teuer wie im September 2025. Die WD Red Plus ist speziell für den Einsatz in NAS-Systemen (Network Attached Storage) konzipiert, die für dauerhaften Betrieb und Datenredundanz in privaten oder geschäftlichen Netzwerken ausgelegt sind.

Im Gegensatz zu SSDs basieren HDDs auf magnetischen Plattern und mechanischen Schreib-Lese-Köpfen. Da die Produktion von HDDs heute auf sehr wenige globale Akteure wie Western Digital und Seagate zusammengeschrumpft ist, reagiert der Markt empfindlich auf Änderungen in der Lieferkette oder auf eine steigende Nachfrage nach hochkapazitiven Enterprise-Laufwerken für Rechenzentren.

Wie entwickeln sich die Kosten für RAM-Module?

Beim Arbeitsspeicher (RAM) ist ein gegensätzlicher Trend zu beobachten. Die Preise sinken seit einigen Wochen wieder. Gemäß den Daten von ComputerBase sind fast alle untersuchten Kits heute günstiger als noch Mitte Februar.

Zwar bleibt das Preisniveau insgesamt hoch, doch die Dynamik der Teuerung hat nachgelassen. Während die Preissteigerung gegenüber dem September vor einem Monat noch mehr als das Vierfache betrug, liegt sie nun wieder unter der Marke von 300 Prozent. Auf Instagram bezeichnete ComputerBase den RAM als extrem teuer, stellte jedoch fest, dass die Preise zuletzt nicht mehr stiegen.

Der RAM-Markt befindet sich derzeit in einer Übergangsphase zwischen dem älteren DDR4-Standard und dem neueren, schnelleren DDR5-Standard. Diese Koexistenz beider Generationen beeinflusst die Preisgestaltung, da Hersteller ihre Produktionslinien anpassen und die Nachfrage je nach Plattform-Update (z. B. neue Mainboards und CPUs) schwankt. Da RAM-Module als Commodity-Ware gehandelt werden, unterliegen sie starken zyklischen Preisschwankungen, die oft durch die globale Verfügbarkeit von DRAM-Chips gesteuert werden.

Welche Rolle spielen Scalper beim Speicherpreis?

In der Analyse von ComputerBase tauchten vermehrt kleinere, unbekannte eBay-Händler auf, die Kits teils erheblich günstiger als renommierte Online-Shops anbieten. Das Portal vermutet, dass diese Akteure, die umgangssprachlich als Scalper bezeichnet werden, sich erst im Zuge der Speicherkrise mit Waren eingedeckt haben, um von den steigenden Preisen zu profitieren.

Scalping beschreibt die Praxis, Produkte bei Markteinführung oder vor einer erwarteten Knappheit in großen Mengen aufzukaufen, um sie später zu einem künstlich erhöhten Preis weiterzuverkaufen. Während dies häufig bei Grafikkarten oder Spielekonsolen beobachtet wird, betrifft es nun auch die Speicherkomponenten. Für Käufer bergen solche Angebote Risiken, da bei Privatverkäufen oder unbekannten Händern oft keine regulären Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Hersteller bestehen oder die Echtheit der Ware schwer zu prüfen ist.

Um die allgemeinen Preistrends nicht zu verfälschen und das Risiko zu vermeiden, nicht die gewünschte Ware zu erhalten, schließt ComputerBase Angebote von eBay sowie Marketplace-Angebote bei Amazon aus der Analyse aus. Diese Plattformen fungieren oft als Drittanbieter-Marktplätze, auf denen Preise unabhängig von der offiziellen Preispolitik der großen Hardware-Distributoren gesetzt werden.

Die Grundlage der Studie bilden jeweils ein Dutzend der populärsten Speicherprodukte im Preisvergleich, Stand Mitte Oktober 2025. Die Preisentwicklung wird monatlich im deutschen Einzelhandel beobachtet. Durch die Konzentration auf die populärsten Modelle wird versucht, ein repräsentatives Bild des Marktes zu zeichnen, das nicht durch extrem seltene Nischenprodukte verzerrt wird.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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