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Yasmo & Wiener Brut: Rap trifft Wienerlied in Ö1-Livestudio

Am 15. Juni 2026 sendet ORF Ö1 um 19:30 Uhr eine Live-Sendung mit dem Titel „Rap trifft Wienerlied“, in der Rapperin Yasmo und die Sängerin Katharina Hohenberger mit ihrer Band Wiener Brut erstmals gemeinsam aufnehmen. Die Sendung markiert den Höhepunkt einer ungewöhnlichen künstlerischen Zusammenarbeit, die bereits 2025 beim Schrammelklang-Festival in Litschau begann.


Ein ungewöhnliches Duo: Yasmo und Wiener Brut

Vom Schrammelklang-Festival ins Tonstudio

Die Begegnung zwischen Yasmo, einer der bekanntesten Rapperinnen Österreichs, und Katharina Hohenberger, Violinistin und Sängerin der Band Wiener Brut, fand erstmals am 12. Juli 2025 im Herrenseetheater in Litschau statt. Damals präsentierten beide Künstlerinnen eine ungewöhnliche Mischung aus Wienerlied-Tradition und modernem Rap. Die Sendung am 15. Juni 2026 soll nun den nächsten Schritt in dieser Zusammenarbeit darstellen: eine gemeinsame Studioaufnahme, die die Grenzen zwischen beiden Musikstilen weiter verwischen wird.

Diese Zusammenarbeit bringt zwei grundverschiedene musikalische Welten zusammen. Auf der einen Seite steht das Wienerlied, eine Gattung, die tief in der Stadtgeschichte Wiens verwurzelt ist und oft durch Instrumente wie die Harmonika und die Violine geprägt wird. Auf der anderen Seite steht der Rap, ein Genre, das durch rhythmische Sprechgesänge und moderne Beats definiert wird. Das Schrammelklang-Festival in Litschau, das für seine Offenheit gegenüber experimentellen Ansätzen bekannt ist, bot den idealen Rahmen für diesen ersten Austausch im Herrenseetheater.


„O du lieber Augustin“ in Rap-Version: Ein Beispiel für kulturelle Fusion

Neuinterpretation eines Wiener Klassikers

Ein weiteres Beispiel für die Verschmelzung von Wienerlied und Rap ist die Interpretation des Klassikers „O du lieber Augustin“ durch den Wiener Gemeindebauchor und zwei junge Rapper. Die neue Version des Liedes, das ursprünglich eine tragisch-komische Geschichte erzählt, wurde zu einer positiven Hymne auf Wien umgedeutet. Die ersten Zeilen der Rap-Version lauten:
„Wenn die Sun scheint, auf mein’ Gemeindebau, geht’s ma super und i bin sofort leiwand drauf. Ich spazier’ durch Wien und denk’ ma wie schen ist das Leb’n, ja es kann nix Besseres geb’n.“
Diese Interpretation zeigt, wie traditionelle Wiener Musik durch moderne Genres neu interpretiert werden kann.

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Um die Tragweite dieser Neuinterpretation zu verstehen, ist ein Blick auf die Geschichte von „O du lieber Augustin“ hilfreich. Das Lied entstand ursprünglich im Kontext der Pestepidemien im Wien des 17. Jahrhunderts und thematisiert das Überleben in einer Zeit des Todes und des Verlusts. Während das Original eine melancholische und zugleich ironische Sicht auf die Vergänglichkeit wirft, transformiert die moderne Rap-Version diese Stimmung in eine Feier des urbanen Lebens im Wiener Gemeindebau. Der Gemeindebau selbst ist ein zentrales Symbol der Wiener Sozialpolitik und Identität, was die Verbindung zwischen dem historischen Lied und der heutigen Lebensrealität in der Stadt verstärkt.


Warum diese Zusammenarbeit wichtig ist

Die Rolle von Dialekt und Wiener Schmäh

Die Zusammenarbeit zwischen Yasmo und Wiener Brut steht für einen Trend, bei dem traditionelle Musikformen wie das Wienerlied mit modernen Genres wie Rap verbunden werden. Solche Projekte fördern nicht nur die kulturelle Vielfalt, sondern zeigen auch, wie Musikstile sich gegenseitig bereichern können. Die Sendung am 15. Juni 2026 wird live im ORF und auf der Plattform phonostar übertragen und bietet den Zuhörern die Möglichkeit, diese ungewöhnliche Fusion live zu erleben.

Ein wesentlicher Faktor für das Gelingen solcher Fusionen ist die Sprache. Sowohl das Wienerlied als auch der moderne Mundart-Rap nutzen den spezifischen Dialekt und den sogenannten „Wiener Schmäh“ – eine Mischung aus Humor, Ironie und einer gewissen Weltmüdigkeit. Diese sprachliche Gemeinsamkeit erlaubt es, die rhythmischen Strukturen des Raps mit den melodischen Wendungen des Wienerlieds zu verknüpfen, ohne dass die Authentizität einer der beiden Stilrichtungen verloren geht. Durch die Ausstrahlung auf ORF Ö1, dem Kultursender des Österreichischen Rundfunks, erhält dieses Experiment zudem eine Plattform, die ein breites, kulturinteressiertes Publikum anspricht.


Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft der Wiener Musiktradition

Nach der Live-Sendung bleibt abzuwarten, ob aus dieser Zusammenarbeit ein gemeinsames Album oder weitere Projekte entstehen. Das Schrammelklang-Festival in Litschau, das heuer vom 10. bis 20. Juli stattfindet, könnte eine weitere Bühne für solche musikalischen Brückenschläge bieten. Die Sendung am 15. Juni 2026 ist somit nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein spannender Ausblick auf die Zukunft der österreichischen Musikszene.

Das Schrammelklang-Festival in Oberösterreich hat sich über die Jahre zu einem wichtigen Ort für die Auseinandersetzung mit der Schrammelmusik und ihren modernen Weiterentwicklungen entwickelt. Durch die Einbindung von Künstlern wie Yasmo wird deutlich, dass die Tradition nicht als statisches Museumsstück betrachtet wird, sondern als lebendige Grundlage, die durch neue Impulse und Genres wie den Hip-Hop revitalisiert werden kann. Die kommenden Tage im Juli werden zeigen, ob weitere Kollaborationen im Rahmen des Festivals geplant sind, die den Dialog zwischen Tradition und Moderne weiterführen.


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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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