Der Möbeldiscounter Roller zieht die Reißleine: Nachdem bereits mehrere Standorte im letzten Jahr aufgegeben wurden, steht nun die Filiale in Offenbach vor der Schließung Mitte Juli 2026. Damit erreicht die Kette innerhalb von zwölf Monaten ihre siebte Schließung in einer Serie von strategischen Anpassungen im deutschen Filialnetz.
Offenbach als aktueller Brennpunkt der Filialbereinigung
Die jüngste Schließungswelle trifft den hessischen Standort Offenbach in der Strahlenberger Straße 81. Wie der Münchner Merkur berichtet, ist die Filiale bereits in der Phase des Abverkaufs. Mit stark reduzierten Angeboten versucht das Unternehmen, die verbleibenden Bestände an Möbeln und Dekorationsartikeln zu liquidieren, bevor die Tore Mitte Juli endgültig schließen. Diese Entwicklung ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer deutlich erkennbaren Konsolidierung. Die Schließung in Offenbach markiert den siebten Standort, den die Kette innerhalb eines Jahres aus dem Portfolio entfernt hat. Während der Abverkauf in Offenbach gerade erst begonnen hat, mussten andere Standorte bereits aufgrund eines ebenso massiven Abverkaufs vorzeitig schließen.Die Chronik der Standortschließungen
Die Liste der aufgegebenen Filialen ist über verschiedene Bundesländer verteilt und zeigt eine Bewegung, die sich bereits seit Ende 2024 durch das Netz des Möbel-Riesen zieht. Besonders in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein waren die Anpassungen zuletzt intensiv.| Standort | Bundesland | Zeitpunkt der Schließung |
|---|---|---|
| Augsburg | Bayern | Ende 2024 |
| Husum | Schleswig-Holstein | September 2025 |
| Villingen-Schwenningen | Baden-Württemberg | März 2026 |
| Crailsheim | Baden-Württemberg | April 2026 |
| Gera | Thüringen | 30. Mai 2026 |
| Oldenburg | Schleswig-Holstein | Bereits geschlossen |
| Reutlingen | Baden-Württemberg | Bereits geschlossen |
| Offenbach | Hessen | Mitte Juli 2026 |
Strategische Neuausrichtung statt Rückzug
Trotz der sichtbaren Schließungswelle versucht das Unternehmen, Panik vor einem generellen Rückzug aus dem deutschen Markt zu vermeiden. Hinter dem Möbel-Discounter, der 1969 gegründet wurde, steht eine stabile Kapitalstruktur: Die Anteile sind zu jeweils 50 Prozent auf die deutsche Tessner-Gruppe und die österreichische XXXLutz-Gruppe verteilt. Das Management betont, dass die Schließungen das Ergebnis einer sorgfältigen Prüfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind. Das Ziel sei eine Konzentration auf die rentablen Kernelemente des Portfolios.„Die aktuellen Schließungen sind Einzelfallentscheidungen. Sie bedeuten keinen generellen Rückzug. Wirtschaftlich stabile und rentable Standorte bleiben klarer Fokus unseres Filial-Portfolios. Diese wollen wir gezielt weiterentwickeln und durch Modernisierungen sowie Investitionen in Flächen- und Prozessqualität stärken.