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Sport

Nachfolger von Hjulmand: WDR-Informationen: Carles Martinez wird neuer Trainer in Leverkusen

Bayer Leverkusen hat am 4. Juni 2026 den 42-jährigen Spanier Carles Martínez Novell als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der ehemalige Toulouse-Coach ersetzt Kasper Hjulmand mit einem Zweijahresvertrag, nachdem die Werkself die Qualifikation für die Champions League verpasst hatte und die Saison auf dem sechsten Tabellenplatz beendete.

Die Personalie sorgt für Überraschung. Während die Öffentlichkeit Namen wie Oliver Glasner oder Andoni Iraola diskutierte, setzt die Führungsetage der Werkself auf einen Trainer, der außerhalb der großen europäischen Scheinwerfer agierte. Laut WDR-Informationen war Martínez kaum auf den Listen der Experten präsent, bevor die Meldung über seine Verpflichtung die Runde machte.

Der Aufstieg eines Unbekannten: Wer ist Carles Martínez Novell?

Für viele Beobachter ist Martínez ein Nobody aus der französischen Liga, doch sein Lebenslauf zeigt eine steile, wenn auch unkonventionelle Karrierekurve. Geboren in Barcelona, startete er in den Jugendabteilungen des FC Barcelona und von Espanyol Barcelona. Bevor er den Sprung in den Profifußball schaffte, sammelte er Erfahrungen als Jugendtrainer in Katar und Kuwait. Sein eigentlicher Durchbruch gelang ihm beim FC Toulouse. Dort entwickelte er sich vom Co-Trainer zum Cheftrainer und hinterließ eine Spur stetiger Verbesserung.
Saison / Rolle Ergebnis / Erfolg
2022/23 (Co-Trainer) Gewinn des französischen Pokals
Saison 1 (Cheftrainer) 11. Tabellenplatz (Ligue 1)
Saison 2 (Cheftrainer) 10. Tabellenplatz (Ligue 1)
Letzte Saison (Cheftrainer) 9. Tabellenplatz (Ligue 1)
Diese lineare Entwicklung im Mittelfeld der Ligue 1 scheint genau das zu sein, was Leverkusen sucht: Stabilität und eine methodische Steigerung. Dass Martínez ablösefrei wechselt, da sein Vertrag in Frankreich auslief, macht den Deal finanziell attraktiv.

Das Scheitern der Hjulmand-Ära und die Suche nach Stabilität

Das Scheitern der Hjulmand-Ära und die Suche nach Stabilität
cluster (priority): SZ.de
Die Verpflichtung von Martínez ist die Konsequenz einer chaotischen Trainerhistorie seit dem Abschied von Xabi Alonso, der den Klub 2024 zum Meister geführt hatte. Die Zeit danach glich einem Experiment, das mehrfach scheiterte. Zuerst übernahm Erik ten Hag, doch nach dem zweiten Spieltag trennte sich der Verein aufgrund grundsätzlicher Zweifel an der Zusammenarbeit von dem Niederländer. Kasper Hjulmand, der 54-jährige Däne, konnte die Mannschaft zwar in der Hinrunde stabilisieren, doch die Rückrunde verlief enttäuschend. Der sechste Platz in der Bundesliga und das damit verbundene Verpassen der Champions League waren für die Ambitionen der Werkself nicht akzeptabel. Hjulmands Abschied war bereits während der laufenden Saison absehbar.

Die Jagd nach Alternativen: Warum Martínez die letzte Option war

Die Jagd nach Alternativen: Warum Martínez die letzte Option war
cluster (priority): DIE ZEIT
Der Weg zu Martínez war eine wochenlange Odyssee. Leverkusen hatte zunächst andere Prioritäten. Ende Mai stand eine Einigung mit Andoni Iraola vom AFC Bournemouth kurz bevor, doch dieser wurde entscheidend vom FC Liverpool umworben und entschied sich gegen den Wechsel nach Deutschland. Auch andere hochkarätige Namen tauchten in den Verhandlungen auf:
  • Filipe Luis, der sich letztlich für die AS Monaco entschied.
  • Oliver Glasner, der als Sieger der Conference League mit Crystal Palace gehandelt wurde.
Dass Leverkusen nun bei einem Trainer landet, der in Frankreich keine Titel, aber eine solide Entwicklung vorzuweisen hat, deutet auf einen Strategiewechsel hin. Weg von den „Big Names“, hin zu einem Profil, das in die spezifische Entwicklungsphase des Kaders passt.

Die Strategie von Simon Rolfes: Moderne Impulse und Jugendförderung

Die Strategie von Simon Rolfes: Moderne Impulse und Jugendförderung
cluster (priority): WELT
Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes rechtfertigt die Wahl mit der Fähigkeit von Martínez, junge Talente zu integrieren und eine heterogene Gruppe zu einen. „Carles Martínez hat in Toulouse zahlreiche junge Spieler erfolgreich weiterentwickelt und eine international geprägte Mannschaft zu einer starken Einheit geformt.“ Simon Rolfes, Sport-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen Rolfes setzt auf eine moderne Spielidee und klare Prinzipien. Für den Verein geht es darum, die sportliche Identität nach den Misserfolgen der letzten Monate wiederzufinden. Martínez selbst betonte bei seinem Abschied aus Toulouse, dass ihm die Chemie und die Zusammenarbeit wichtiger seien als rein finanzielle Aspekte. „Am wichtigsten ist mir, einen Verein zu finden, an dem ich mich wiederfinden und ähnliche Erfahrungen sammeln kann wie in Toulouse. Wir können über Gehalt und Projekt nachdenken, aber mir ist wichtig, dass ich das Gefühl habe, an einem Ort zu sein, an dem wir gut zusammenarbeiten können.“ Carles Martínez Novell, via L’Equipe Die Erwartungen sind dennoch hoch: Martínez soll den Klub in der kommenden Saison zurück in die Champions League führen. Die Herausforderung liegt darin, ob ein Trainer ohne Erfahrung in einer Top-5-Liga den Druck in der Bundesliga und die Erwartungshaltung eines Meisters von 2024 bewältigen kann. Die kommenden 30 Tage werden zeigen, wie schnell Martínez die Mannschaft auf seine Philosophie einschwören kann. Der Zweijahresvertrag gibt ihm eine gewisse Sicherheit, doch in Leverkusen ist die Geduld nach zwei misslungenen Trainer-Experimenten in kurzer Zeit vermutlich begrenzt.
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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