Der FC Bayern München hat Ismael Saibari ein erstes Angebot über rund 48 Millionen Euro unterbreitet, nachdem der Transfer von Anthony Gordon scheiterte. Der 25-jährige PSV-Offensivstar hat sich bereits mündlich mit den Münchnern geeinigt und strebt einen Wechsel vor dem Start der Weltmeisterschaft am 13. Juni an.
Die Strategie an der Säbener Straße ist klar: Gezielte Verstärkung der Offensive, ohne die wirtschaftlichen Vorgaben des Aufsichtsrats zu sprengen. Nachdem die Verhandlungen mit dem englischen Flügelstürmer Anthony Gordon aufgrund der hohen Kosten scheiterten, ist der Blick nun fest auf die Eredivisie gerichtet. Saibari, der in Eindhoven zur zentralen Figur des Meisterteams aufstieg, ist die Antwort auf die Lücke, die Gordon hinterlassen hat.
Wie Transfermarkt berichtet, war Gordon die ursprüngliche A-Lösung. Doch das finanzielle Paket für den Newcastle-Star, das eine Ablöse von 80 Millionen Euro plus 10 Millionen Euro an Boni sowie eine mögliche Weiterverkaufsbeteiligung vorsah, erwies sich als zu teuer. Gordon entschied sich letztlich für den Wechsel zum FC Barcelona.
Saibari ist nun der neue Fokus. Er hat bereits Gespräche mit Trainer Vincent Kompany geführt und signalisierte deutlich, dass er den Wechsel nach München will.
Die finanzielle Lücke: 48 Millionen gegen 60 Millionen Euro
Obwohl die Einigung mit dem Spieler steht, bleibt die Verhandlung mit PSV Eindhoven das größte Hindernis. Die Münchner haben ihr erstes konkretes Angebot abgegeben, doch die Differenz zwischen den Positionen ist noch spürbar.

Laut Focus online beläuft sich das erste Angebot des Rekordmeisters inklusive möglicher Bonuszahlungen auf etwa 48 Millionen Euro. PSV Eindhoven hingegen bewertet ihren Star deutlich höher und strebt eine Ablösesumme an, die sich der Marke von 60 Millionen Euro annähert.
Die Ausgangslage für PSV ist stark. Der Verein steht unter keinem Verkaufsdruck, da Saibaris Vertrag bis 2029 läuft. Dennoch ist Bayern bestrebt, den Transfer zügig abzuschließen, um die Kaderplanung vor der neuen Saison zu finalisieren.
| Detail | Bayern-Angebot | PSV-Forderung |
|---|---|---|
| Ablösesumme (inkl. Boni) | ca. 48 Mio. Euro | ca. 60 Mio. Euro |
| Marktwert (Mai 2026) | 40 Mio. Euro | |
Die Differenz von 12 Millionen Euro ist im Kontext der aktuellen Transferstrategie von Max Eberl und Christoph Freund beachtlich. Man möchte vermeiden, jeden Preis zu zahlen, wie es bereits im Fall Gordon geschah.
Vielseitigkeit als Trumpf: Das Profil eines Allrounders
Sportlich passt Saibari präzise in das Anforderungsprofil, das die Bayern-Führung für die Offensive definiert hat. Er ist kein spezialisierter Flügelspieler, sondern ein taktisch flexibler Offensiv-Allrounder.
Saibari kann im zentralen offensiven Mittelfeld, auf dem linken Flügel oder sogar als zentrale Spitze agieren. Diese Flexibilität ist für das System von Vincent Kompany wertvoll, da sie verschiedene taktische Formationen ermöglicht.
Seine statistische Bilanz aus der vergangenen Saison in der Eredivisie unterstreht seine aktuelle Form. SPORT BILD hebt hervor, dass er in 27 Ligaspielen 15 Tore erzielte und acht Vorlagen lieferte. Damit war er der beste Scorer seines Teams und führte PSV zum 27. Meistertitel der Vereinsgeschichte, was ihm auch die Wahl zum Spieler der Saison einbrachte.
Dass der 25-Jährige auch unter internationalem Druck performen kann, bewies er kürzlich in einem Testspiel der marokkanischen Nationalmannschaft gegen Madagaskar. Saibari erzielte in diesem 4:0-Sieg einen Doppelpack, wobei er bereits in der 4. und 25. Minute traf.
Der Zeitdruck vor der Weltmeisterschaft 2026
Die Zeit läuft gegen die Verhandlungsführer in München. Das Ziel ist ein Abschluss des Transfers vor dem Start der Weltmeisterschaft, damit der Spieler die Vorbereitung beim Rekordmeister nicht vollständig verpasst.

Marokko, der WM-Vierte von 2022, startet am 13. Juni gegen Brasilien in das Turnier. In Gruppe C treffen sie zudem auf Haiti und Schottland. Sollte sich der Transfer bis zum Anpfiff gegen Brasilien verzögern, wird die Weltmeisterschaft zur ultimativen Schaufenster-Gelegenheit für Saibari, seinen Wert weiter zu steigern.
Für Bayern wäre dies jedoch ein Risiko. Eine überragende WM-Leistung könnte die Forderungen von PSV Eindhoven noch weiter in die Höhe treiben und die Verhandlungsposition der Münchner schwächen.
Die nächsten Tage werden entscheiden, ob Bayern bereit ist, die Lücke von 12 Millionen Euro zu schließen, oder ob man auf eine Einigung nach dem Turnier hofft. Angesichts der bereits erfolgten mündlichen Einigung mit dem Spieler ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man einen Kompromiss findet, bevor Saibari das Trikot Marokkos bei der WM überstreift.