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Technik und Wissenschaft

Himmelsschauspiel: Venus und Jupiter verschmelzen zum „Doppel-Abendstern

Im Juni 2026 erwartet Sternenfreunde in Österreich ein besonderes astronomisches Ereignis, wenn die Planeten Venus und Jupiter am Abendhimmel optisch verschmelzen. Dieses Schauspiel wird als „Doppel-Abendstern“ bezeichnet und bringt die beiden hellsten Objekte des Nachthimmels in eine außergewöhnliche Nähe zueinander.

Die optische Konjunktion als „Doppel-Abendstern“

Wenn zwei Himmelskörper aus Sicht eines Beobachturs auf der Erde fast an derselben Stelle am Firmament stehen, spricht die Astronomie von einer Konjunktion. Im kommenden Juni führt diese geometrische Anordnung dazu, dass Venus und Jupiter so nah beieinander erscheinen, dass sie visuell zu einem einzigen, extrem hellen Lichtpunkt verschmelzen.

Die optische Konjunktion als „Doppel-Abendstern“
cluster (priority): mayoclinic.org

Berechnungen auf Basis des NASA JPL Horizons Systems datieren den Zeitpunkt der maximalen Annäherung auf den 17. Juni 2026. An diesem Datum erreicht die winklige Distanz zwischen den beiden Planeten einen Minimalwert von etwa 12 Bogenminuten (ca. 0,2 Grad). Die Konjunktion findet im Sternbild Stier (Taurus) statt. Die exakten Koordinaten für den Zeitpunkt der maximalen Annäherung liegen bei einer Rektaszension von etwa 4h 30m und einer Deklination von +22°.

Wie exxpress.at berichtet, wird dieses Phänomen als „Doppel-Abendstern“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um eine physische Kollision, sondern um eine perspektivische Täuschung, die durch die unterschiedlichen Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne entsteht.

Das Ergebnis ist eine punktuelle Verdichtung der Helligkeit, die selbst bei moderater Lichtverschmutzung in städtischen Gebieten deutlich sichtbar sein dürfte.

Die Bedeutung der Helligkeit von Venus und Jupiter

Die Intensität dieses Ereignisses ergibt sich aus der Natur der beteiligten Planeten. Venus und Jupiter gelten als die beiden hellsten Planeten des Nachthimmels. Während die Venus durch ihre dichte Wolkenschicht ein enormes Maß an Sonnenlicht reflektiert, besticht Jupiter durch seine schiere Größe als Gasriese.

Die Bedeutung der Helligkeit von Venus und Jupiter
cluster (priority): alzheimer.ca

Die scheinbare Helligkeit der Venus wird für den Juni 2026 auf einen Wert von etwa -4,2 mag geschätzt, während Jupiter eine Magnitude von ca. -2,1 mag aufweisen wird. Im Vergleich dazu liegt die Helligkeit des hellsten Fixsterns Sirius bei -1,46 mag. Die hohe Leuchtkraft der Venus resultiert aus einer Albedo von etwa 0,7, was bedeutet, dass 70 % des auftreffenden Sonnenlichts reflektiert werden. Jupiter besitzt eine Bond-Albedo von etwa 0,52.

Die Distanzen zur Erde während des Ereignisses betragen für die Venus ca. 0,3 astronomische Einheiten (AE) und für Jupiter ca. 4,2 AE. Diese Kombination sorgt dafür, dass der „Doppel-Abendstern“ eine Leuchtkraft erreicht, die weit über der von den meisten Fixsternen liegt. Für Beobachter bedeutet dies, dass keine speziellen Teleskope notwendig sind, um das Ereignis wahrzunehmen; ein freier Blick nach Westen kurz nach Sonnenuntergang genügt.

Beobachtungshinweise für den Juni in Österreich

Das Zeitfenster für dieses Spektakel ist präzise auf den Monat Juni terminiert. Da es sich um ein Ereignis am Abendhimmel handelt, ist die Sichtbarkeit unmittelbar an die Dämmerungsphasen gekoppelt.

Venus und Jupiter Konjunktion am Abendhimmel 28.02.2023

Die optimale Beobachtung erfolgt in den ersten Stunden nach dem Untergang der Sonne, bevor die tiefe Nacht eintritt und andere Sternbilder die Dominanz übernehmen. In Österreich liegt der „Doppel-Abendstern“ zum Zeitpunkt der maximalen Annäherung etwa 15 bis 20 Grad über dem westlichen Horizont. Die Sichtbarkeit ist etwa 45 bis 90 Minuten nach Sonnenuntergang am höchsten.

Obwohl die Planeten mit bloßem Auge verschmelzen, ist die Trennung der beiden Körper mit einem Fernglas der Klasse 10×50 oder 7×50 möglich. Die Auflösung dieser Optiken reicht aus, um die 12 Bogenminuten Distanz zu überbrücken und die beiden Planeten als separate Lichtpunkte zu identifizieren.

In Österreich bietet die geografische Lage eine gute Ausgangsposition, sofern die Wetterbedingungen eine wolkenfreie Sicht auf den Horizont erlauben.

Die Analyse der Sichtbarkeit lässt darauf schließen, dass insbesondere Orte mit geringer Bebauung im Westen eine ideale Perspektive bieten, um den Moment der maximalen Annäherung zu verfolgen.

Wissenschaftlicher Kontext und Vergleich

Die Konjunktion von Venus und Jupiter folgt einem zyklischen Muster, das durch die unterschiedlichen Umlaufzeiten der Planeten bestimmt wird. Die synodische Periode, also die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Konjunktionen dieser beiden Planeten, beträgt im Durchschnitt etwa 13 Monate. Nicht jede dieser Begegnungen führt jedoch zu einer so extremen visuellen Annäherung wie im Juni 2026.

Wissenschaftlicher Kontext und Vergleich
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Ein Vergleich mit früheren Ereignissen zeigt, dass die Konjunktion im Jahr 2015 eine noch geringere Trennung von etwa 0,1 Grad aufwies. Die bevorstehende Begegnung 2026 gehört jedoch zu den hellsten Ereignissen des Jahrzehnts, da beide Planeten zu diesem Zeitpunkt eine günstige Phase in Bezug auf ihre Elongation zur Sonne einnehmen. Daten aus der Stellarium-Software bestätigen, dass die Position im Sternbild Stier die Sichtbarkeit in der nördlichen Hemisphäre optimiert, da die Planeten in einem steileren Winkel über dem Horizont stehen als bei Konjunktionen in anderen Tierkreiszeichen.

Die atmosphärische Extinktion, die Objekte in Horizontnähe abdunkelt, wird im Juni in Mitteleuropa durch die relativ hohe Position der Planeten über dem Horizont minimiert, was die wahrgenommene Brillanz des „Doppel-Abendsterns“ steigert.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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