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Technik und Wissenschaft

Hacker packt aus – So machen Teenager Millionen mit Cybercrime

Teenager stehlen Millionen durch SIM-Swapping, wie der ehemalige Hacker „Drew“ im Podcast „Darknet Diaries“ enthüllt. Durch die Manipulation von Mobilfunkanbietern erlangen Kriminelle Zugriff auf Zwei-Faktor-Authentifizierungen, um Krypto-Konten bei Coinbase leerzuräumen. Allein in den USA beliefen sich die Schäden durch Cyberkriminalität im Jahr 2025 auf fast 21 Milliarden US-Dollar.

Die Mechanik des SIM-Swapping

Das Prinzip hinter dem SIM-Swapping ist so simpel wie effektiv. Kriminelle manipulieren Mobilfunkanbieter dazu, eine fremde Telefonnummer auf eine eigene SIM-Karte zu übertragen. Damit übernehmen sie die digitale Identität des Opfers. Der entscheidende Hebel ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Da viele Dienste Sicherheits-Codes per SMS versenden, landen diese Nachrichten direkt auf dem Gerät des Angreifers. Wie heute.at berichtet, ermöglicht dieser Zugriff den Einbruch in geschützte Konten, ohne dass das Opfer sofort bemerkt, dass die eigene Sim-Karte deaktiviert wurde.

Die Rolle der „Mannys“ und der interne Verrat

Cybercrime dieser Größenordnung funktioniert selten allein durch technischen Code. Sie basiert oft auf menschlichen Schwachstellen und Korruption innerhalb der Infrastruktur. In diesem Ökosystem spielen sogenannte „Mannys“ eine zentrale Rolle. Bei den „Mannys“ handelt es sich um Mitarbeiter von Handyläden, die bestochen werden, um die SIM-Übertragungen im System des Anbieters durchzuführen. Die Bezahlung für diesen Verrat ist hoch.

bekommen rund 10.000 Dollar pro durchgeführtem SIM-Swap. Noch dreister: Manche Täter schicken Komplizen in die Shops, um Mitarbeiter-Tablets zu stehlen.

Die Mechanik des SIM-Swapping
Teenager Millionen Swapping
Wie Hacker Millionen mit Insider-Trading Machen
Bericht von heise.de, via heute.at Dieser Mix aus Bestechung und physischem Diebstahl zeigt, dass die Grenze zwischen digitaler Kriminalität und klassischer organisierter Kriminalität verschwimmt.

Coinbase als Zielscheibe für „Activators“

Coinbase als Zielscheibe für „Activators“
Teenager Millionen Dollar
Das primäre Ziel dieser jungen Täter sind Krypto-Börsen, wobei Coinbase besonders im Fokus steht. Die Vorgehensweise ist hochgradig automatisiert. Die Kriminellen nutzen gestohlene Zugangsdaten aus gehackten Datenbanken und durchforsten Millionen von Accounts, um gezielt Konten mit hohen Guthaben zu identifizieren. Sobald ein profitables Konto gefunden und via SIM-Swap übernommen wurde, kommt der sogenannte „Activator“ ins Spiel. Dieser führt die eigentliche Transaktion durch und zieht die Gelder ab. Drew, im Podcast Darknet Diaries Die Gewinnspannen für diese Rolle sind enorm. Ein erfolgreicher Activator kann an einem einzigen Abend über 100.000 Dollar verdienen.

Die wirtschaftliche Dimension der Cybercrime in den USA

Was früher als Hobby für technisch versierte Jugendliche begann, hat sich zu einer globalen Industrie entwickelt. Die Professionalisierung ist alarmierend: Jugendliche rutschen bereits im frühen Teenageralter in diese Netzwerke ab – „Drew“ selbst war erst 13 Jahre alt, als er begann. Die finanziellen Auswirkungen sind massiv. Die Schäden durch Cyberkriminalität in den USA beliefen sich im Jahr 2025 auf fast 21 Milliarden US-Dollar. Die größten Verluste tragen dabei Krypto-Investoren, die auf eine Sicherheitsarchitektur vertrauten, die durch einen einfachen SIM-Swap ausgehebelt werden kann. Die Geschichte von Drew verdeutlicht, dass die größte Schwachstelle nicht im Code der Börsen liegt, sondern in der Vertrauenskette der Mobilfunkanbieter und deren Personal. Solange SMS-basierte Authentifizierungen als Sicherheitsstandard gelten, bleiben Krypto-Millionäre ein leichtes Ziel für eine neue Generation von hochprofessionellen Teenager-Hackern.
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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