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CardputerZero: Linux-Computer für 95 Euro im Kreditkartenformat

M5Stack hat am 26. Mai 2026 den CardputerZero vorgestellt, einen kreditkartengroßen Linux-Computer auf Basis des Raspberry Pi Compute Module Zero. Das Gerät richtet sich an Entwickler und Maker und bietet eine integrierte Tastatur sowie umfangreiche Schnittstellen für Prototyping und Felddiagnosen, wobei der Startpreis über Kickstarter bei rund 95 Euro liegt.

Die technische Architektur des CardputerZero

Die technische Architektur des CardputerZero
Die technische Architektur des CardputerZero
Der CardputerZero markiert einen signifikanten technologischen Bruch innerhalb der Cardputer-Serie. Während frühere Iterationen wie der Cardputer und der CardputerAdv auf ESP32-Mikrocontrollern basierten, setzt M5Stack nun auf den Raspberry Pi Compute Module Zero (CM0). Dieser Wechsel transformiert das Gerät von einem einfachen Embedded-Board zu einem vollwertigen Linux-System.Das Herzstück ist ein Broadcom BCM2837 SoC mit einem Quad-Core Cortex-A53 Prozessor, der mit bis zu 1 GHz taktet. Unterstützt wird die Rechenleistung von 512 MB LPDDR2 RAM. Für die visuelle Ausgabe nutzt das Gerät ein 1,9-Zoll-LCD-Display mit einer Auflösung von 320×170 Pixeln, bietet jedoch zusätzlich einen HDMI-Ausgang für externe Monitore bis zu 1080p30.Die Hardware-Ausstattung ist für ein Gerät dieser Größe ungewöhnlich dicht:
  • Eingabe: Eine kompakte 46-Tasten-Matrix-Tastatur.
  • Audio: MEMS-Mikrofon, 1W-Lautsprecher und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse.
  • Energie: Integrierter 1.500 mAh LiPo-Akku.
  • Konnektivität: Fast Ethernet (RJ45), 2,4 GHz Wi-Fi 4 und Bluetooth 4.2 LE.
  • Schnittstellen: Zwei USB-C-Ports und ein USB-A-Port (umschaltbar zwischen Host- und Device-Modus), ein Grove-Port sowie ein 14-pin GPIO-Header für SPI, I2C und UART.
Besonders für Hardware-Entwickler ist die Integration einer Echtzeituhr (RTC) des Typs Epson RX8130CE und eines Infrarot-Transceivers relevant, was die Einsatzmöglichkeiten in der industriellen Steuerung und bei Legacy-Systemen erweitert.

Preisstruktur und Modellvarianten

Preisstruktur und Modellvarianten
cluster (priority): cnx-software.com
M5Stack differenziert das Angebot in zwei Versionen, um unterschiedliche Nutzerbedürfnisse und Budgets abzudecken. Das Standardmodell, der CardputerZero, ist die voll ausgestattete Variante. Er enthält eine 8-Megapixel-Kamera (Sony IMX219), eine 6-Achsen-Trägheitsmesseinheit (IMU) des Typs Bosch BMI270 sowie eine vorinstallierte 32-GB-microSD-Karte.Für preisbewusstere Entwickler gibt es den CardputerZero Lite. Diese Version verzichtet auf die Kamera, die IMU und die beiliegende Speicherkarte. Laut Hackster.io reduziert dies den Preis um 50 US-Dollar gegenüber dem Vollmodell.Die Markteinführung erfolgt über eine Kickstarter-Kampagne, bei der Early-Bird-Preise von umgerechnet etwa 95 Euro aufgerufen werden. Bezüglich der Logistik hat das Unternehmen auf seinem offiziellen Shop bestätigt, dass ein weltweiter Versand geplant ist, wobei spezifische Details zu Versandkosten und Zollbestimmungen in der finalen Kickstarter-Tabelle veröffentlicht werden.

Ein mobiles Linux-Labor für die Praxis

Ein mobiles Linux-Labor für die Praxis
cluster (priority): newswire.com
Die strategische Entscheidung, auf Linux zu setzen, verschiebt den Anwendungsbereich des Geräts weg vom reinen Bastelprojekt hin zu einem professionellen Werkzeug für die Feldarbeit. Durch die Unterstützung standardisierter Linux-Toolchains können Entwickler direkt auf dem Gerät Python-Code ausführen, Dateien mit Git oder Vim bearbeiten und via SSH auf entfernte Server zugreifen.M5 CardputerZero [ist] Ihr Linux-Labor für die Hosentasche zum Codieren, Hacken und Erschaffen. M5Stack, Unternehmensmitteilung via NewswireDie Flexibilität wird durch die Kompatibilität mit über 100 Add-on-Modulen gesteigert. Laut Newswire.com können spezielle Hardware-Erweiterungen wie ein Cap CC1101 für NFC und Sub-GHz-Kommunikation oder ein LoRa-Cap für weitreichende Mesh-Netzwerke integriert werden. Damit positioniert sich das Gerät als Terminal für Netzwerkdiagnosen, drahtlose Forschung und die Wartung von Embedded-Systemen vor Ort.CardputerZero stellt den nächsten Schritt in der Entwicklung der Cardputer-Plattform dar. Indem wir Linux in diesen kompakten Formfaktor bringen, geben wir Entwicklern ein flexibleres tragbares Werkzeug für Prototyping, Felddiagnosen und kreative eingebettete Anwendungen. Jimmy, CEO und Gründer von M5StackNeben den technischen Anwendungen erlaubt die Architektur auch einfache Multimedia-Aufgaben wie MP3-Wiedergabe, grundlegende Videowiedergabe und Retro-Gaming, was die Vielseitigkeit des Geräts unterstreicht.

Konkurrenzdruck durch Flipper One und AYANEO

Konkurrenzdruck durch Flipper One und AYANEO
cluster (priority): hackster.io
Der CardputerZero tritt in einen Markt ein, der derzeit eine starke Dynamik bei ultra-kompakten Computern erlebt. Ein direkter Wettbewerber ist der Flipper One von Flipper Devices. Während der CardputerZero auf Effizienz und Modularität setzt, ist der Flipper One als leistungsstarker Mini-PC konzipiert. Wie Boerse-Express berichtet, nutzt dieser einen Rockchip-RK3576-SoC mit acht Kernen, 8 GB LPDDR5x-Arbeitsspeicher und einer NPU mit 6 TOPS Rechenleistung. Zudem bietet der Flipper One einen M.2-Slot für SSDs oder KI-Beschleuniger, was ihn in puncto Rohleistung weit über den CardputerZero hebt.Ein weiterer Akteur in diesem Segment ist AYANEO mit dem Konkre Pocket Block. Mit einem Preis von etwa 245 Euro zielt dieses Android-basierte Gerät primär auf die Retro-Gaming-Szene ab, verspricht jedoch eine tiefe Integration von künstlicher Intelligenz.Die Gegenüberstellung dieser drei Geräte verdeutlicht die Fragmentierung des Marktes:
GerätBetriebssystemPrimärer FokusBesonderheit
CardputerZeroLinuxEntwicklung / MakerKreditkartenformat, 46-Tasten-Tastatur
Flipper OneLinuxNetzwerkanalyse / Prototyping8-Kern-CPU, 8GB RAM, M.2-Slot
Konkre Pocket BlockAndroidRetro-Gaming / KIGame-Boy-Design, AI-Integration
Während der Flipper One die Brücke zwischen Hacker-Tool und Mini-PC schlägt, besetzt der CardputerZero die Nische des erschwinglichen, hochmodularen Linux-Terminals. Die Entwicklung zeigt, dass kompakte Handhelds nicht mehr nur als Spielzeuge oder spezialisierte Testgeräte betrachtet werden, sondern als ernsthafte Werkzeuge für die mobile Software- und Hardwareentwicklung.
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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