Ein Start-up aus Winterthur revolutioniert mit KI-gesteuerten Robotern die Logistik von Supermärkten – und setzt auf ein System, das sich selbst programmiert.
Das Winterthurer Start-up Binabik AI entwickelt humanoide Roboter, die in Logistikzentren und bald auch in Supermärkten eingesetzt werden sollen. Die Technologie ermöglicht es den Maschinen, Aufgaben wie das Einräumen von Regalen oder das Transportieren von Waren autonom zu erledigen – und sich dabei selbst zu programmieren. Der Standort im Technopark Winterthur unterstreicht die wachsende Bedeutung der Region als „Silicon Valley der Robotik“.
Ein Roboter, der sich selbst lernt
Binabik AI hat sich auf die Entwicklung eines „agentischen KI-Betriebssystems“ für humanoide Roboter spezialisiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf vordefinierte Programme angewiesen sind, kann die KI der Binabik-Roboter Aufgaben selbstständig analysieren, lernen und optimieren. Diese Flexibilität ist besonders für den Einsatz in dynamischen Umgebungen wie Supermärkten entscheidend, wo sich Lagerbestände und Arbeitsabläufe ständig ändern.

— Tages-Anzeiger, 25. Mai 2026
Der Standort im Technopark Winterthur wurde bewusst gewählt, um von der Nähe zur Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dem dortigen Center for Artificial Intelligence zu profitieren. Die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und die Unterstützung durch die Greater Zurich Area (GZA) und die Stadt Winterthur sollen die Entwicklung und Markteinführung beschleunigen.
Warum Winterthur zum Zentrum der Robotik wird
Die Region um Zürich gilt bereits seit Jahren als Hotspot für Robotik und KI-Entwicklungen. Mit Binabik AI zieht nun ein weiteres Start-up in den Technopark Winterthur, das sich auf die Automatisierung von Logistikprozessen spezialisiert. Der Technopark bietet nicht nur moderne Infrastruktur, sondern auch ein Netzwerk aus Experten, Investoren und anderen Unternehmen, die an ähnlichen Lösungen arbeiten.
Besonders interessant ist die Ansiedlung für den Detailhandel, der vor der Herausforderung steht, Arbeitskräfte zu finden und gleichzeitig effizienter zu werden. Die Binabik-Roboter könnten hier eine Brücke schlagen: Sie übernehmen repetitive Aufgaben, entlasten das Personal und passen sich gleichzeitig neuen Anforderungen an – ohne dass zusätzliche Programmierung nötig wäre.
Was bedeutet das für Supermärkte und die Zukunft der Arbeit?
Die Einführung von KI-Robotern in Supermärkten wirft Fragen auf: Werden Arbeitsplätze verloren gehen? Oder entstehen neue Tätigkeitsfelder, etwa für die Wartung und Weiterentwicklung der Systeme? Binabik AI betont, dass die Technologie nicht darauf abzielt, menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen. Dennoch bleibt die Diskussion über die Folgen der Automatisierung für den Einzelhandel und die Gesellschaft relevant.

Ein weiterer Vorteil der Technologie liegt in der Datensouveränität. Binabik AI verspricht, dass die Roboter nicht nur effizient, sondern auch sicher und kontrollierbar bleiben – ein wichtiger Punkt in einer Zeit, in der Datenschutz und Cybersecurity immer mehr in den Fokus rücken.
Was kommt als Nächstes?
Binabik AI plant, die Roboter zunächst in Logistikzentren einzusetzen, bevor sie in Supermärkten zum Einsatz kommen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie schnell die Technologie marktreif wird und ob sich die Versprechen der Entwickler erfüllen. Für den Standort Winterthur und die gesamte Region könnte dies der Beginn einer neuen Ära der Automatisierung sein – mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.
Eines ist jedoch schon jetzt klar: Die Zukunft der Arbeit wird in Winterthur und Zürich mitgeschrieben – und sie sieht humanoid aus.