Russland hat den inhaftierten US-Bürger Stephen Hubbard freigelassen, nachdem US-Sondergesandter Steve Witkoff am Mittwoch in St. Petersburg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Gesprächen über den Ukraine-Krieg zusammengetroffen war. Hubbard war in Moskau wegen angeblichem Söldnertum verurteilt worden.
Die Freilassung des 74-jährigen US-Bürgers Stephen Hubbard wurde während eines diplomatischen Treffens zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg öffentlich bekannt gegeben. Wie russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend meldeten, wartete Hubbard bereits am Flughafen Pulkowo auf seinen Rückflug in die USA. US-Gesandter Witkoff bestätigte die Angaben und sprach seinen Dank für den Schritt aus. Putin bedankte sich seinerseits bei US-Präsident Donald Trump für dessen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges. Nach Angaben aus Moskau wurde gehofft, dass Witkoff Präsident Wladimir Putin von seinen Unterredungen mit ukrainischen sowie europäischen Führungspersönlichkeiten in Oslo in Kenntnis setzt.
Haft, Vorwürfe und gesundheitliche Umstände nach der Festnahme
Hubbard, ein aus Big Rapids im US-Bundesstaat Michigan stammender Lehrer im Ruhestand, lebte jahrelang im Ausland und ließ sich 2014 mit seiner ukrainischen Partnerin im ostukrainischen Isjum nieder. Nach dem Beginn des russischen Angriffs im Februar 2022 eroberten russische Truppen die Stadt. Die Inhaftierung des Inhaftierten blieb zunächst geheim, ehe er von einem Moskauer Gericht in einem nicht öffentlichen Verfahren wegen angeblicher Söldnertätigkeit für die Ukraine zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Auskunft seines Anwalts zufolge erfuhr Hubbards rechtlicher Beistand erst im April 2025 von dessen Inhaftierung in einem Gefängnis im östlich von Moskau gelegenen Gebiet Mordwinien.

Die russische Staatsanwaltschaft behauptete, der pensionierte Lehrer habe sich einer ukrainischen Einheit der Territorialverteidigung angeschlossen und dafür eine monatliche Vergütung erhalten. Seine Familie und sein US-Anwalt bestritten die Vorwürfe vehement. Verwandte betonten, Hubbard habe prorussische Ansichten vertreten und sei gesundheitlich sowie altersbedingt nicht an Kampfhandlungen beteiligt gewesen. Ein früherer ukrainischer Mitgefangener berichtete im Herbst 2024, der US-Bürger sei in der Haft mit Essensentzug und Elektroschocks traktiert worden. Im Januar 2025 stufte die Regierung in Washington den Fall offiziell als unrechtmäßige Inhaftierung ein, was den Weg für intensivere diplomatische Bemühungen freisteuerte.
Warten Sie es ab. Ich will nicht darüber sprechen, aber viele bemühen sich seit Langem um Hubbard, schon lange vor meiner Amtszeit.
Donald Trump, US-Präsident
Diplomatische Mission in St. Petersburg und Verhandlungen in Oslo
Die Freilassung des US-Bürgers fiel zeitlich mit einer hochrangigen diplomatischen Mission zur Beilegung des Konflikts zusammen. Sondergesandter Witkoff reiste im Anschluss an Gespräche in Oslo nach Russland weiter. An dem Treffen in Oslo nahmen Wolodymyr Selenskyj, Steve Witkoff, Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre und Finnlands Präsident Alexander Stubb vor Ort teil.
Die beteiligten Regierungen berieten in Oslo über Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, mögliche Sanktionen sowie die künftige europäische Sicherheitsarchitektur. Selenskyj betonte nach den Beratungen, dass sein Land bereit für Verhandlungen sei, auch wenn Kiew unter den anhaltenden Angriffen leide.
Parallele Entwicklungen und Festnahme eines deutschen Staatsbürgers
Während in St. Petersburg über neue Wege zur Beendigung des Krieges beraten wurde, meldete der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Festnahme eines deutschen Staatsbürgers. Der Mann soll als ausländischer Söldner und Scharfschütze in den ukrainischen Streitkräften gedient haben und nach ausgebliebenen Zahlungen desertiert sein. Nach Angaben des Geheimdienstes, die von unabhängiger Seite nicht überprüft werden können, soll der Verdächtige von 1996 bis 2010 in der Bundeswehr aktiv gewesen sein; die Moskauer Justiz prüft nun die Einleitung eines Strafverfahrens.

Parallel dazu sorgten wirtschaftliche und politische Annäherungen zwischen Washington und Moskau für spürbare Spannungen in Kiew. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich geplante Sanktionen gegen Russland ausgesetzt, die der Kongress zuvor mit breiter Mehrheit beschlossen hatte. Gleichzeitig kündigte Moskau an, wieder Dieselverschiffungen in die USA aufzunehmen, während die ukrainische Führung besorgt auf Berichte über gedrosselte Aufklärungsdaten und Kommunikationsdienste blickt. Auch beklagte die ukrainische Seite eine Drosselung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starshield, das für die Armee eine wichtige Rolle spielt.
Weiterlesen