Beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge auf der Strecke zwischen Madrid und Andalusien sind nach Angaben von Behörden und Rettungskräften am Mittwochmorgen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Der spanische Bahnnetzbetreiber Adif bestätigte die Sperrung der wichtigen Verbindung nach dem Unfall in der Provinz Toledo.
Kollision auf der Schnellfahrstrecke in Toledo
Der schwere Unfall ereignete sich kurz vor 9 Uhr zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz in der zentralspanischen Provinz Toledo. Nach ersten Erkenntnissen aus Kreisen des Bahnbetreibers Adif fuhr ein Hochgeschwindigkeitszug von hinten auf einen anderen Zug auf, als beide in südlicher Richtung unterwegs waren.
An dem Zusammenstoß waren ein Zug des privaten Unternehmens Iryo sowie ein AVE-Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe beteiligt. Durch die Wucht des Aufpralls entgleisten zwei Waggons und stürzten eine Böschung hinunter.
Widersprüchliche Angaben zu Opferzahlen und Evakuierung
Über die genaue Zahl der Todesopfer machten die Behörden am Vormittag unterschiedliche Angaben. Eine Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha und der spanische Notdienst 112 sprachen zunächst von mindestens zehn Toten und zahlreichen Verletzten, wobei die Behörden betonten, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen könnte. Andere Berichte bezifferten die Zahl der Todesopfer deutlich höher: Lokale Medien meldeten unter Berufung auf spanische Quellen bis zu 46 Todesopfer und zahlreiche Verletzte.

Insgesamt befanden sich demnach knapp 550 Menschen an Bord der beiden Züge. Im AVE-Zug von Renfe saßen 147 Fahrgäste, während der Iryo-Zug 397 Reisende transportierte. Zahlreiche Rettungskräfte, darunter Feuerwehren, Einheiten des Zivilschutzes sowie drei Rettungshubschrauber und mobile Intensivstationen, waren umgehend vor Ort im Einsatz.
Unterbrechung des Bahnverkehrs und politische Reaktionen
Infolge der Katastrophe unterbrach Adif den Bahnverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien in beide Richtungen. Verbindungen unter anderem nach Sevilla, Córdoba und Málaga fielen aus. Der Bürgermeister von Urda wurde von den Zivilschutzbehörden gebeten, eine Sporthalle vorzubereiten, um evakuierte Fahrgäste zu versorgen.
allen Opfern und ihren Familien seine Anteilnahme, Solidarität und Unterstützung.
Ministerpräsident Pedro Sánchez, über X
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich zutiefst betroffen von dem Unglück. Er erklärte, er stehe in ständigem Kontakt mit dem Verkehrsminister sowie dem Präsidenten von Kastilien-La Mancha, während die Behörden die ungeklärte Ursache des Zusammenstoßes untersuchen.