Ein Mann ist nach dem Eindringen in ein Tigergehege im Yorkshire Wildlife Park in der Nähe von Doncaster getötet worden. Rettungskräfte eilten am Samstag um ca. 13:35 Uhr zum Tatort, wo der Vorfall zur Evakuierung des Parks und einer vollständigen Schließung am Sonntag führte.
Einsatzkräfte und Evakuierung im Yorkshire Wildlife Park
Der Yorkshire Wildlife Park blieb am Sonntag geschlossen, nachdem ein Besucher am Vortag beim Betreten des Raubtiergeheges tödliche Verletzungen erlitten hatte. Zahlreiche Rettungskräfte, darunter zwei Rettungswagen, ein Notarztteam und der Hubschrauber der Yorkshire Air Ambulance, wurden zum Gelände gerufen.
Besucher schilderten dramatische Szenen während der Evakuierung. Zeugen berichteten von Schussgeräuschen und einem über dem Park kreisenden Rettungshubschrauber. Eine anwesende Familie aus Worksop hörte Geräusche, die wie Schüsse klangen, und sah eine große schwarze Plane über dem Gehege, bevor das Personal die Besucher anwies, das Gelände zu verlassen. Sie lobten die geordnete Evakuierung durch die Mitarbeiter. Die Polizei sperrte die Anlage ab, während Spurensicherung und Spezialkräfte die Ermittlungen aufnahmen.

Die 39-jährige Karmelle Pelham aus Worksop befand sich an dem Tag mit ihrer Familie auf dem Ausflugsgelände, als die Mitarbeiter die Evakuierung des gesamten Areals bekannt gaben. Sie hörte laute Geräusche, die an Schüsse erinnerten, während ein Hubschrauber der Rettungsdienste am Himmel kreiste. Später sah sie eine dunkle Plane, die über das Gehege gespannt worden war, und lobte die Arbeit der Angestellten vor Ort als sehr gut organisiert.
Zahlreiche Schaulustige hatten sich zuvor in dem Bereich aufgehalten, als sich der Vorfall ereignete. Eine Besucherin berichtete, sie habe den Mann noch kurze Zeit zuvor auf einer Brücke gesehen, wie er Musik hörte, tanzte und den Anblick des Tigers genoss. Sie äußerte die Vermutung, dass er möglicherweise mit einem Betreuer oder einem Familienmitglied unterwegs war und lediglich mit dem Raubtier spielen wollte, ohne die Gefahr zu erkennen.
In den sozialen Netzwerken aufgetauchte Videos zeigen Szenen aus den Minuten vor und während der Attacke. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Mann im Gehege steht und auf das Tier zeigt, während andere Aufnahmen zeigen, wie er in Bedrängnis gerät und wiederholt laut ruft, dass das Tier aufhören soll. Die Polizei erklärte, dass man sich dieser Videoaufnahmen bewusst sei und rief die Bevölkerung dringend dazu auf, diese Aufnahmen nicht weiter im Internet zu teilen.
Das Gehege der Amurtiger und die Sicherheitsmaßnahmen
Der betroffene Bereich ist als Land of the Tigers bekannt, eine im Jahr 2011 eröffnete, rund zwei Hektar große Freifläche für Amurtiger. Die Unterart gilt als stark gefährdet, wobei weltweit schätzungsweise nur noch rund 500 Exemplare in freier Wildbahn leben. Offizielle Beschreibungen und Fotos der Park-Website zeigen, dass die Anlage durch hohe Zäune und erhöhte Besucherstege gesichert ist.

Berichten zufolge soll das Tier nach dem Angriff unversehrt geblieben sein. Einsatzkräfte vor Ort versuchten, die Situation mit den verfügbaren Mitteln zu kontrollieren, während das Management des Tierparks betonte, dass die Sicherheit aller Besucher, Angestellten und Tiere an oberster Stelle stehe.
Der Park öffnete seine Tore ursprünglich im Jahr 2009 und erweiterte die Anlage zwei Jahre später um das Tiger-Areal. Besucher können die Tiere von erhöhten Aussichtsplattformen aus beobachten, die durch Schutzbarrieren und Zäune von den Gehegebereichen getrennt sind. Nach dem Vorfall am Samstag blieb das Gelände am Sonntag vollständig verwaist, während Einsatzfahrzeuge den Eingangsbereich sicherten. Die offizielle Website des Zoos bot jedoch weiterhin Tickets für Besuche ab dem kommenden Montag an.
Politische Reaktionen und laufende Ermittlungen
Führende Politiker und Abgeordnete der Region wandten sich nach Bekanntwerden der Tragödie an die Öffentlichkeit. Der britische Außenminister und Parlamentsabgeordnete für Doncaster North, Ed Miliband, zeigte sich tief bestürzt über den Vorfall und sprach den Angehörigen des Verstorbenen sein Mitgefühl aus.
Meine Gedanken und mein tiefstes Beileid gelten der Familie der Person, die ums Leben gekommen ist. Ich bin den Einsatzkräften und den Mitarbeitern des Parks, die vor Ort eingegriffen haben, sehr dankbar.
Ed Miliband, Foreign Secretary und MP für Doncaster North
Auch Lee Pitcher, Abgeordneter für Doncaster East and the Isle of Axholme, äußerte sich in einer Mitteilung in den sozialen Netzwerken bestürzt über den tragischen Zwischenfall. Er sprach den Rettungsdiensten seinen großen Dank für ihren schnellen und professionellen Einsatz aus. Die South Yorkshire Police teilte mit, dass die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und dem Hergang des Vorfalls weiterhin mit Hochdruck andauern.
Die Familie des Getöteten wurde von den Behörden informiert und wird seither von speziell geschulten Beamten betreut. Die Polizei bekräftigte zudem, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für die breite Öffentlichkeit bestanden habe. Während die Spurensicherung die Arbeit am Tatort fortsetzte, blieben die Parkverantwortlichen im engen Austausch mit den ermittelnden Behörden, um den genauen Ablauf des Eindringens in das Gehege lückenlos aufzuklären.
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