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Technik und Wissenschaft

Xbox Series X führt PS5-Spiele via PS5X trotz technischer Hürden aus

Entwickler haben die Emulationssoftware KytyPS5 erfolgreich auf Microsoft-Hardware portiert, sodass erste Spiele und Menüs der PlayStation 5 im offiziellen Entwicklermodus auf der Xbox Series X sowie der ursprünglichen Xbox One starten. Das im Oktober 2026 demonstrierte Projekt stößt jedoch wegen strikter Speicherlimits und aufwendiger Grafikübersetzung an spürbare Grenzen.

Konsolen-Emulation bewegt sich üblicherweise auf bekannten Pfaden: Ältere Generationen wandern auf leistungsstärkere Rechner oder neuere Plattformen. Im Oktober 2026 sorgte ein technisches Experiment jedoch für Aufsehen, als Enthusiasten begannen, Software der PlayStation 5 auf konkurrierenden Microsoft-Konsolen lauffähig zu machen, wie Berichte über plattformübergreifende Experimente zeigen. Möglich wurde dies durch die Portierung eines Open-Source-Projekts, das Spielcode ohne vollständige Hardware-Emulation direkt auf der CPU verarbeitet.

Technische Architektur und die Portierung von KytyPS5 als PS5X

Im Zentrum der Versuche steht eine modifizierte Version des Emulators KytyPS5, den der Entwickler Devran Cosmo Uenal für Microsofts Plattform unter dem Namen PS5X angepasst hat. Da sowohl die PlayStation 5 als auch die Xbox Series X auf AMD-Architektur mit acht Zen-2-Rechenkernen, RDNA-2-Grafik und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher basieren, läuft der Code auf der Haupt-CPU, anstatt die fremde Hardware komplett nachzubauen. @maccosmo portierte das Projekt auf die Microsoft-Konsole, und Devran Cosmo Uenal präsentierte im September einen ersten Videobeweis mit Quake II.

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Dennoch gibt es erhebliche Hürden bei der Grafikverarbeitung. Auf dem PC nutzt KytyPS5 die Schnittstelle Vulkan, die von der Xbox-Konsole jedoch nicht nativ unterstützt wird. Stattdessen setzt das System auf Microsofts Direct3D 12. Grafik shader werden daher über Mesa übersetzt, was einen zusätzlichen Rechenschritt erfordert.

Der Entwickler Devran Cosmo Uenal erklärte dazu: „Da Vulkan nicht unterstützt wird, muss alles in DirectX übersetzt werden.

Xbox Series X führt PS5-Spiele via PS5X trotz technischer Hürden aus
Foto: SuaraGarut.ID

Die Xbox-Version setzt hierbei auf eine Direct3D-12-Oberfläche und nutzt Hilfsmittel wie Mesa, um Shader zu konvertieren. Dadurch entsteht bei der Ausführung auf der Microsoft-Hardware ein spürbarer Rechenaufwand. Auf dem PC steuern Modder wie Bryan Adams die Weiterentwicklung bei, während auf der Xbox-Konsole Code-Übersetzungen und Speicherbeschränkungen die Leistung dämpfen.

Das strenge Speicherlimit im Entwicklermodus der Xbox Series X

Obwohl die technische Basis der Konsolen vergleichbar ist, blockiert eine softwareseitige Beschränkung den Einsatz für moderne Großproduktionen. Normale Handelsspiele auf derselben Konsole greifen hingegen auf 13,5 Gigabyte zu.

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Durch diese Restriktion stehen dem Emulator lediglich rund 37 Prozent des Speichers zur Verfügung, den ein reguläres Xbox-Spiel nutzen darf. Komplexere Blockbuster-Titel scheitern somit bereits beim Start. Bislang beschränkt sich das Projekt deshalb auf weniger anspruchsvolle Software.

Bisherige Ergebnisse bei Spielen und der Test auf der alten Xbox One

Zu den bisher gestarteten Titeln gehören laut Ergebnissen der Modder-Community die PlayStation-5-Fassungen von GEX Trilogy, Hellboy: Web of Wyrd, Marvel Cosmic Invasion und Quake II. Während einfache 2D-Titel und Klassiker mit Controller-Unterstützung und teilweise funktionierendem Ton laufen, fällt die Leistung bei aufwendigeren Inhalten drastisch ab.

Xbox Series X führt PS5-Spiele via PS5X trotz technischer Hürden aus
Foto: Shane the Gamer

Ein von der Community dokumentiertes Experiment zeigte zudem, dass die Software auf der aus dem Jahr 2013 stammenden Original-Konsole Xbox One initialisiert werden kann. Wegen des veralteten Jaguar-Prozessors und geringer Speicherbandbreite ist an flüssiges Spielen aktueller Titel dort jedoch nicht zu denken.

Leistungsvergleich und rechtliche Risiken

Die gezeigten Bildraten verdeutlichen die enormen Leistungsunterschiede zwischen den Plattformen und den jeweiligen Emulator-Versionen. Während optimierte PC-Fassungen bestimmte Titel mit höheren Bildraten darstellen, kämpft die Xbox-Variante mit starken Einbrüchen.

Spiel oder Testobjekt Plattform Ermittelte Bildrate oder Status
Quake II Xbox Series X ca. 25 bis 45 Bilder pro Sekunde
Astro Bot Xbox Series X ca. 10 Bilder pro Sekunde
Marvel’s Wolverine PC (mit RTX 5090) nur Hauptmenü im Zeitlupenmodus

Entwickler Uenal bezeichnete die Software als reines Forschungsprojekt für Homebrew-Anwendungen, das weder Systemfirmware noch Entschlüsselungsschlüssel enthält. Dennoch bewegen sich derartige Umbauten in einem rechtlichen Graubereich. Betrüger versuchen zudem immer wieder, die große Nachfrage auszunutzen, indem sie manipulierte Dateien unter ähnlichen Bezeichnungen wie PCS5X im Internet verbreiten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.