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Unterhaltung

Willem Dafoe stellt neuen Film Tenzing am Zurich Film Festival vor

Willem Dafoe besuchte das Zurich Film Festival, um seinen neuen Film «Tenzing» vorzustellen. Im Interview mit 20 Minuten sprach der 71-jährige Oscar-Nominierte über seine Rolle als britischer Expeditionsleiter Colonel John Hunt bei der Mount-Everest-Erstbesteigung 1953, seine jahrzehntelange Karriere und seine unkonventionelle Lebensphilosophie.

Der US-amerikanische Schauspieler Willem Dafoe war zu Gast am Zurich Film Festival, wo er seinen neuen Film «Tenzing» präsentierte. Im Gespräch mit 20 Minuten in einem Meetingraum des Zürcher Hotels Baur au Lac verriet der 71-jährige Hollywoodstar, dass er trotz fast 50 Jahren vor der Kamera keinerlei Ambitionen hegt, sich zur Ruhe zu setzen. Stattdessen betrachtet er sich selbst nach wie vor als Einsteiger in diesem Metier.

Willem DaFoe on the film Tenzing

Ich sehe mich nach wie vor als Anfänger. Jeder Film ist anders und fordert mich aufs Neue.

Willem Dafoe, Schauspieler

Rolle als Colonel John Hunt in «Tenzing»

In dem Film «Tenzing», der sich mit der Erstbesteigung des Mount Everest im Jahr 1953 beschäftigt, schlüpft Dafoe in die Rolle des britischen Expeditionsleiters Colonel John Hunt. Seine Vorbereitung auf diese historische Persönlichkeit gestaltete sich intensiv. Laut dem Interview las er die Autobiografie von John Hunt, um den passenden Ton für die Darstellung zu finden. Der Schauspieler beschreibt die Figur als ein Produkt ihrer Zeit und ihres Umfelds.

John schien zwar zunächst negativ und kleinlich, besitze im Kern jedoch einen guten Charakter und sorge sich um sein Team, so Dafoe über den Expeditionsleiter. Dabei habe er sich stark mit den Machtverhältnissen und militärischen Protokollen auseinandergesetzt, die dem Colonel damals vorgelebt wurden. Im Laufe des Films überwindet die historische Figur ihre rassistischen und hierarchisch geprägten Stereotype gegenüber dem nepalesisch-indischstämmigen Bergsteiger Tenzing Norgay.

Lebensphilosophie und Blick auf die Schweiz

Neben seiner Arbeit an Filmsets reiste der 71-Jährige in seiner Vergangenheit bereits öfter durch die Schweiz. Dafoes Ehefrau besuchte einst in Lausanne die Schule. Zu seinen persönlichen Favoriten im Land zählt er Basel, insbesondere die Fondation Beyeler, während ihm Bern im Vergleich dazu weniger aufregend erschien.

Eigene Ambitionen, den echten Mount Everest zu besteigen, hegt der Schauspieler trotz der intensiven Filmarbeit nicht.

Mir persönlich hat «Tenzing» gezeigt, dass ich die Natur und Klettern liebe. Den Mount Everest muss ich aber nicht erzwingen. Ich würde sterben.

Willem Dafoe, Schauspieler

Seinen persönlichen Nervenkitzel sucht er stattdessen an den Filmsets, wo er durch die Darstellung diverser Persönlichkeiten das kollektive menschliche Erlebnis erforscht. Er verfolge dabei keinen festen Karrieretraum und wolle nicht der beste Schauspieler aller Zeiten werden, sondern Erfahrungen sammeln und ein guter Mensch sein.

Streaming-Start von «Tenzing»

Nach den Presseterminen in Zürich reiste Dafoe nach eigenen Angaben direkt weiter nach Rom. Der Film «Tenzing» ist ab dem 16. Oktober auf Apple TV zum Streamen verfügbar.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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