Der Über Thriller Whalefall belebt die jahrhundertealte Faszination von Menschen im Bauch von Walen neu. Zum Kinostart am 16. Oktober 2026 untersuchen Wissenschaftler wie die Meeresbiologin Dr. Vanessa Pirotta und Anatomiekuratorin Joy Reidenberg, was von der Romanvorlage rein biologisch möglich wäre.
Die Romanverfilmung Whalefall bringt Daniel Kraus in die Kinos
Mit der Verfilmung von Daniel Kraus gleichnamigem Roman aus dem Jahr 2023 erobert ein ungewöhnlicher Überlebenskampf die Kinoleinwände. Der Streifen feierte am 16. Oktober 2026 Premiere und stellt die Frage, wie ein Mensch eine schier aussichtslose Situation überstehen kann. Im Mittelpunkt steht der Student Jay Gardiner, dargestellt von Austin Abrams, der beim Tauchen vor der kalifornischen Küste von einem riesigen Pottwal versehentlich verschluckt wird. An seiner Seite kämpft er im Bauch des Meeressäugers gegen die Zeit, während er gleichzeitig den plötzlichen Tod seines Vaters verarbeitet. Regisseur Brian Duffield inszenierte das Drama, in dem auch Josh Brolin als Vater sowie Elisabeth Shue, John Ortiz, Jane Levy und Emily Rudd mitwirken.
Die Produktion setzte für die Szenen im Inneren des Meeressäugers auf handgemachte Kulissen. Das Team baute eine 3,6 Meter hohe und 5,4 Meter lange Walsachaufe, um die klaustrophobische Enkung möglichst greifbar zu machen. Dabei stützte sich das Filmteam auf wissenschaftliche Beratung. Beteiligt war unter anderem Joy Reidenberg, eine vergleichende Anatomin an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York, die gemeinsam mit den Filmemachern Details über die Anatomie von Pottwalen und die möglichen Verletzungen im Verdauungstrakt besprach.
Was die Meeresbiologie über Pottwale und den Ozean sagt
Die Prämisse des Films weckt unweigerlich Erinnerungen an die biblische Geschichte vom Propheten Jona, wirft aus Sicht der Meeresbiologie jedoch einige Fragen auf. Dr. Vanessa Pirotta, Walforscherin, erklärte gegenüber News18, dass die Biologie des Tieres eine Passage theoretisch zulässt. Die Biologie des Wals, mit dem wir es in diesem Film zu tun haben, man könnte als Mensch theoretisch den Hals hinuntergehen, aber ob man da lebend herauskommt, das weiß, glaube ich, niemand so genau, so die Forscherin.
Ich habe noch keine Pottwal-Nekropsie durchgeführt, aber ein Mensch könnte problemlos in ihr Maul passen und theoretisch in ihren Hals gesaugt werden.
Foto: news18.com
Dr. Vanessa Pirotta, Meeresbiologin an der Macquarie University, via Abc
Dennoch weicht das gezeigte Verhalten stark von der Realität ab. Pottwale jagen für gewöhnlich in großen Tiefen von mindestens einem Kilometer nach Riesenkalmaren und ernähren sich von Beute, die meist nur 30 bis 40 Zentimeter misst. Menschen stehen nicht auf ihrem Speiseplan. Wissenschaftler betonen, dass ein Mensch in dieser Tiefe schlichtweg implodieren würde und die Tiere niemals gezielt Menschen jagen. Zudem besitzen Pottwale zwar Zähne im Unterkiefer, diese dienen jedoch weniger zum Kauen als vielmehr dem Greifen von Beute oder bei Rangkämpfen, vergleichbar mit dem Geweih eines Hirsches.
Echte Begegnungen zwischen Tauchern und Bartenwalen
Zwar gibt es keinen dokumentierten Fall, in dem ein Mensch jemals von einem Pottwal verschluckt und wieder ausgespuckt wurde, doch bei Bartenwalen kam es in der Vergangenheit zu spektakulären Berichten. Im Juni 2021 geriet der amerikanische Hummertaucher Michael Packard vor Cape Cod in Massachusetts in das Maul eines Buckelwals. Er überlebte den Vorfall, nachdem das Tier ihn rasch wieder an die Oberfläche beförderte und ausspuckte. Ähnlich erging es dem chilenischen Kajakfahrer Adrian Simancas, der ebenfalls kurzzeitig von einem Buckelwal umschlossen und anschließend unversehrt freigegeben wurde.
Foto: Nature
Solche Vorfälle verdeutlichen, dass Wale keine feindseligen Absichten hegen. Wenn Taucher oder Kajakfahrer in die Nähe von Fressplätzen geraten, nehmen die Tiere die Anwesenheit von Menschen selten wahr, merken jedoch schnell, wenn etwas nicht in ihr Beuteschema passt. Im Fall des Films bleibt die Uhr für Hauptfigur Jay ticken, da ihm im Tauchanzug lediglich eine begrenzte Sauerstoffreserve von sechzig Minuten zur Verfügung steht, während er sich im Inneren des wuchtigen Meeressäugers bewegt.
Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.
Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.