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Gesundheit

Walking im Alter: 40 Minuten dreimal pro Woche vergrößern Hippocampus

Wissenschaftliche Untersuchungen beleuchten den Zusammenhang von Bewegung und Demenzprävention im Alter. Eine Analyse des Fachjournals Lancet Public Health zeigt, dass Gehen das Demenzrisiko um rund 24 Prozent senkt, während eine Querschnittsuntersuchung der Meiji Yasuda Life Foundation leichte Alltagsbewegungen mit Gehirnstrukturen verbindet.

Ergebnisse der Langzeitstudie zum Demenzrisiko durch Gehen

Aktuelle Veröffentlichungen im Fachjournal Lancet Public Health analysieren Daten aus den USA. Über einen Zeitraum von bis zu 37 Jahren wurden mehr als 100,000 Erwachsene begleitet. In dieser Gruppe traten insgesamt 10,695 Demenzfälle auf.

Ein Vergleich der Aktivitätslevel liefert konkrete Prozentwerte für verschiedene Sportarten. Gehen reduzierte das Risiko demnach um rund 24 Prozent (Hazard Ratio 0,76).

Zusammenhänge zwischen Alltagsaktivität und Hirnstrukturen

Eine in Experimental Gerontology publizierte Untersuchung der Meiji Yasuda Life Foundation beleuchtet die Rolle leichter Bewegungen. An der Erhebung im Rahmen der Fukuoka Island City Study nahmen 49 Seniorinnen und Senioren mit einem Durchschnittsalter von 71,1 Jahren teil, darunter 35 Frauen.

Die Messung mittels Akzelerometern ergab, dass Aktivitäten im Bereich von 1,5 bis 3,0 metabolischen Äquivalenten mit einem größeren Volumen des frontalen Kortex sowie des dorsolateralen präfrontalen Kortex einhergingen. Für den Gesamtenergieumsatz oder die reine Schrittzahl ließen sich dagegen keine derartigen Entsprechungen nachweisen.

Zudem zeigte die Erfassung mittels Aktivitätssensoren, dass der überwiegende Teil der täglichen Bewegung im niedrigintensiven Bereich stattfand. Dies machte rund 90,5 Prozent der Gesamtschritte pro Tag beziehungsweise den Großteil der täglichen Aktivitätsminuten aus, während moderate bis intensive Aktivitäten nur einen geringen Bruchteil ausmachten.

Erkenntnisse zu Krafttraining und kognitiven Testwerten

Ergänzende Daten liefert eine Sekundäranalyse der TEAMS-Studie im Fachblatt BMC Geriatrics. Die Untersuchung mit 295 Teilnehmern – bei einem Durchschnittsalter von 74 Jahren und einem Frauenanteil von rund 69 Prozent – bewertete ein zwölfwöchiges, supervidiertes Training zweimal pro Woche.

Neben einer Reduktion depressiver Symptome und einer gesteigerten Lebensqualität verbesserten sich auch die Ergebnisse in kognitiven Tests. Der Trail Making Test A verbesserte sich um 4,71 Sekunden, der Teil B um 12,11 Sekunden.

Einfluss von Walking auf das Hippocampus-Volumen

Untersuchungen der Universität Pittsburgh an Personen im Alter von 55 bis 80 Jahren verdeutlichen strukturelle Veränderungen im Gehirn. Demnach konnte ein dreimal wöchentliches Walking von jeweils 40 Minuten über den Zeitraum eines Jahres das Hippocampus-Volumen um über 2 Prozent ansteigen lassen.

Dieser Zuwachs steht im Kontrast zum natürlichen Alterungsprozess, bei dem ein jährlicher Rückgang von 1 bis 2 Prozent als typisch gilt.

Zelluläre Mechanismen und methodische Einordnung

Grundlagenforschung aus Tiermodellen liefert Erklärungsansätze für die beobachteten Effekte. Demnach regt freiwillige körperliche Aktivität die Zellproliferation im adulten Hippocampus an und reduziert den altersbedingten Rückgang der Neurogenese, wobei diese Beziehung teilweise durch trophische Faktoren wie insulinähnlichen Wachstumsfaktor 1 und den vom Gehirn abgeleiteten neurotrophen Faktor vermittelt sein kann.

Fachleute weisen jedoch auf methodische Grenzen hin. Da es sich überwiegend um Beobachtungs- oder Querschnittsstudien handelt, lassen sich zwar Korrelationen darstellen, jedoch keine strikten Kausalzusammenhänge belegen. Zudem sind Resultate aus präklinischen Versuchen nicht unmittelbar auf den Menschen übertragbar.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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