Die Viennale widmet dem 1983 verstorbenen Regisseur Robert Aldrich in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum eine umfassende Retrospektive. Die Schau beleuchtet das Werk des US-amerikanischen Filmemachers, das von harten Kriegsfilmen über kritische Western bis hin zu psychologischen Meisterwerken reicht.
Robert Aldrich, am 9. August 1918 in Cranston, Rhode Island, geboren, startete seine Filmkarriere nicht im künstlerischen Fach. Nach einem Studium des Rechts und der Betriebswirtschaft fing er 1941 bei der Produktionsgesellschaft RKO als juristischer Angestellter an, bevor er als Produktionsleiter arbeitete und Regisseuren wie Jean Renoir, Charlie Chaplin, Joseph Losey und Edward Dmytryk assistierte, wie Film Netz berichtet.
Diese breite Schule prägte seinen Blick auf das Handwerk. Nach Arbeiten fürs Fernsehen gab er 1953 sein Kinodebüt mit dem Baseball-Drama Big Leaguer
. Sein großes Jahr folgte 1955, als gleich vier Filme von ihm erschienen – darunter der Film noir Kiss Me Deadly
und der das Hollywood-System kritisierende Film The Big Knife
(1955), in dem ein sensibler Schauspieler von einem Produzenten in den Selbstmord getrieben wird.
Vom kritischen Western zum Blockbuster
Aldrichs filmisches Schaffen war oft zynisch, kraftvoll und von scharfer Gesellschaftskritik durchdrungen. In Western wie Apache
(1954) ergriff er entschieden Partei für die Native Americans und kritisierte die Eroberung des Westens durch die Weißen scharf. Ganz anders angelegt war der ebenfalls 1954 erschienene, im Mexiko des Jahres 1860 spielende Western Vera Cruz
, der auf die Starpower von Gary Cooper und Burt Lancaster setzte. Mit Lancaster arbeitete er fast zwanzig Jahre später erneut bei dem kritischen Western Ulzana´s Raid
(1972) zusammen.
Seinen größten kommerziellen Erfolg landete Aldrich jedoch 1967 mit dem harten Kriegsfilm The Dirty Dozen
, in dem ein Major den Auftrag erhält, mit zwölf psychopathischen Kriminellen ein SS-Lager auszuheben. Im Gegensatz zu seinen früheren, realistisch erzählten Kriegsarbeiten wie Attack! (1956) zeichnete sich dieser Film laut Film Netz durch eine Verharmlosung von Gewalt und eine Verherrlichung des Kriegs aus, was ihn zu einem der größten Kassenschlager des Jahres 1967 machte.
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