Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reist am Mittwoch nach Sankt Petersburg, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Vorausgegangen waren konstruktive Verhandlungen in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über einen möglichen Friedensrahmen zur Beendigung des Krieges.
Die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des vierjährigen Konflikts nehmen an Fahrt auf. US-Sondergesandter Steve Witkoff plant für Mittwoch eine Audienz beim russischen Staatschef Wladimir Putin in Sankt Petersburg, wie aus Berichten von Reuters hervorgeht. Die Visite in Russland folgt direkt auf ein hochrangiges Treffen in Oslo, bei dem Witkoff und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über zentrale Elemente eines umfassenden Friedensrahmens berieten.
Today, we had important talks with our American partners and with our other partners from Europe. Steve Witkoff was also here with us in Oslo, and Jared Kushner joined us online.Ukraine immediately supported American proposal for an energy ceasefire. But Russia responded by… pic.twitter.com/WEGon2JjHA
Verhandlungen in Oslo und europäische Beteiligung
Das Treffen in der norwegischen Hauptstadt wurde auf Bitten der ukrainischen Führung von Norwegen und Finnland organisiert. Neben Selenskyj und Witkoff nahmen auch der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb teil. Jared Kushner, Schwiegersohn des US-Präsidenten, schaltete sich virtuell zu. Die Gespräche konzentrierten sich laut offiziellen Angaben auf Sicherheitsgarantien für die Ukraine, wirtschaftliche Nachkriegsplanungen sowie eine europäische Sicherheitsarchitektur. Der offizielle Vertreter betonte, dass ukrainische Delegierte neue Vorschläge einbrachten, welche im Detail besprochen wurden. Die beteiligten Teams erzielten demnach eine starke Einigung auf der Arbeitsebene und machten bedeutsame Fortschritte bei der Suche nach einem koordinierten Vorgehen gegenüber Russland.
Ein beteiligter US-Vertreter sprach gegenüber NBC News von einer starken Einigung auf Arbeitsebene und kündigte an, dass Witkoff die in Norwegen erarbeiteten Ideen und Vorschläge nach Sankt Petersburg mitnehmen werde. Der finnische Staatschef wies darauf hin, dass die Zusammenkunft zudem reale Fortschritte hinsichtlich sowohl der langfristigen Perspektiven als auch drängender Sofortfragen brachte.
Druck aus Washington und Reaktionen aus Kiew
Die diplomatischen Schritte finden vor dem Hintergrund erheblicher politischer Spannungen zwischen Kiew und Washington statt. US-Präsident Donald Trump betonte im Weißen Haus, die Ukraine müsse ein Abkommen zur Beendigung des Krieges wollen. Zugleich äußerte er Skepsis hinsichtlich der Verhandlungsbereitschaft der ukrainischen Seite.
Donald Trump betonte: „Die Ukraine muss diesen Krieg beilegen wollen.
Ukraine is working for peace. I thank our partners for their support! pic.twitter.com/ocTVnk05wQ
— https://x.com/ZelenskyyUa/status/2112564722440524053
Die bilateralen Beziehungen hatten in den Wochen zuvor einen Tiefpunkt erreicht, nachdem die US-Regierung Sanktionen gegen russisches Dieselöl teilweise gelockert und Kritik an Kiews Angriffen auf russische Raffinerien geübt hatte. Zudem sah sich die ukrainische Führung mit Lieferverzögerungen bei wichtigen Abwehrraketen und temporären Einschränkungen beim Satellitenkommunikationssystem Starshield konfrontiert. Selenskyj zeigte sich jedoch erleichtert, dass die geheimdienstliche Zusammenarbeit und das Frühwarnsystem für anfliegende Raketen nach Angaben von Radio Free Europe/Radio Liberty wieder reibungslos funktionieren. Er unterstrich, dass die Frühwarnungen für Kinder, Erwachsene und Zivilisten unverzichtbar seien, da man herannahende ballistische Raketen rechtzeitig hören könne. Außenminister Marco Rubio wies Vorwürfe einer absichtlichen Schmälerung der Unterstützung als unzutreffend zurück.
Ausblick auf trilaterale Gespräche und die Positionierung der Ukraine
Während die USA über eine mögliche künftige Einbindung Chinas und Russlands in breitere Gipfeltreffen nachdenken, pocht die ukrainische Führung unumwunden auf ihre eigene Mitsprache. Selenskyj bekräftigte in Oslo, dass jegliche Verhandlungen über die Zukunft des Landes die direkte Beteiligung der Ukraine erfordern. Als nächsten Schritt bringt Kiew ein trilaterales Treffen ins Gespräch, das die Staatsspitzen der Ukraine, der USA und Russlands an einen Tisch bringen soll.

Es ist unklar, ob das Treffen von Steve Witkoff mit Wladimir Putin den Weg für solche multilateralen Formate ebnen kann. Die Reise des US-Gesandten nach Russland markiert jedenfalls die nächste harte Probe für die Diplomatie, während die Luftangriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur vor dem winterlichen Wetter unvermindert anhalten.