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Gesundheit

Universität Liverpool: Studie zeigt Diätgetränke sind Wasser ebenbürtig

Diätgetränke im Langzeittest: Studie zeigt Gleichwertigkeit mit Wasser

«Diese neuesten Ergebnisse zeigen, dass Bedenken hinsichtlich einer Störung des Appetits oder einer Gewichtszunahme durch Süssungsmittel in einer strengen, langfristigen randomisierten Studie nicht bestätigt werden», erklärte Professorin Joanne Harrold im Rahmen einer an der University of Liverpool vorgestellten Untersuchung. Die umfangreiche klinische Forschungsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass zuckerfreie Getränke mit Süssungsmitteln beim Gewichtsverlust und der Gewichtséhaltung über einen Zeitraum von zwei Jahren ähnlich wirksam sind wie Wasser.

Die als SWITCH-Studie bekannte Untersuchung ist nach Angaben der Forscher der ScienceDaily die bislang längste und umfassendste randomisierte kontrollierte Studie zu Getränken mit nicht-nutritiven Süssungsmitteln (NNS). An dem strukturierten Verhaltensprogramm zur Gewichtsreduktion nahmen 493 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren teil, die als übergewichtig oder adipös eingestuft wurden und einen Body-Mass-Index zwischen 27 und 35 aufwiesen. Die Teilnehmenden wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten über einen Zeitraum von 104 Wochen täglich entweder Wasser oder kommerziell erhältliche Diätgetränke.

Studienergebnisse und gesundheitliche Parameter

Bei den untersuchten Getränken kamen primär die Süssungsmittel Aspartam, Acesulfam-K und Sucralose zum Einsatz, wobei die konsumierten Mengen laut NDTV Food deutlich unter den festgelegten Sicherheitsschwellen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) lagen. Die Verzehrmenge lag bei etwa zwei Dosen beziehungsweise 22,3 Unzen täglich. Nach Ablauf der 104 Wochen zeigte sich beim Gewichtsverlust kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen: Die Teilnehmenden mit Diätgetränken verloren im Schnitt rund 4,8 Kilogramm (etwa 10,6 Pfund), während die Wasser-Gruppe im Mittel rund 3,7 Kilogramm (etwa 8,2 Pfund) abnahm.

Universität Liverpool: Studie zeigt Diätgetränke sind Wasser ebenbürtig
Foto: StudyFinds

Beide Gruppen verzeichneten zudem verringerte Taillen- und Hüftumfänge, reduzierten ihr Körperfett und behielten ihr Gesamtcholesterin in einem gesunden Bereich. Nach Angaben der Forscher hielten die Teilnehmenden beider Gruppen das Gewicht über die zwei Jahre hinweg stabil – selbst während des zweiten Jahres, in dem keine regelmässige Gewichtsmanagement-Unterstützung mehr stattfand. Die im Foxnews-Bericht hervorgehobenen Resultate sprechen nach Ansicht der Studienautoren gegen die Annahme, dass NNS-Getränke den Stoffwechsel langfristig schädigen oder die Appetitregulation negativ beeinflussen.

Einordnung im wissenschaftlichen Kontext

Die Publikation der Daten im British Journal of Nutrition steht im direkten Zusammenhang mit früheren Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2023, die aufgrund von Unsicherheiten in Beobachtungsstudien von der Verwendung zuckerfreier Süssungsmittel zur Gewichtskontrolle abgeraten hatte. Die WHO hatte damals vor potenziellen langfristigen Risiken wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewarnt. Die neuen Befunde liefern nun laut Professor Jason Halford von der University of Leeds und der University of Liverpool jene langfristigen klinischen Evidenzen, die in internationalen Diskussionen bislang fehlten.

Universität Liverpool: Studie zeigt Diätgetränke sind Wasser ebenbürtig
Foto: Sci.News

Kritische Stimmen weisen allerdings auf methodische Einschränkungen hin. So wurde die Untersuchung an einem einzigen Standort in England durchgeführt, und es wurden keine Daten zu Rasse und ethnischer Zugehörigkeit erhoben. Zudem sank die Teilnehmerzahl im Laufe der Untersuchung: Von den ursprünglich 493 gestarteten Personen schlossen nur 220 die 104-wöchige Beurteilung ab, wobei die Verlängerung des zweiten Jahres auf freiwilliger Basis erfolgte. Finanziert wurde das Projekt von der American Beverage Association, wobei die Studienautoren betonten, dass der Verband weder an der Konzeption noch an der Datenanalyse oder Interpretation beteiligt war.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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