Rund 320.000 Zuschauer verfolgten die erste Episode, ehe Kritik laut wurde. Vier Monate lang wähnte sich der dänische Komiker Rasmus Wallbridge in der Vorbereitung auf seinen ersten eigenen Spielfilm, ehe die sechsteilige Produktion Alle elsker Rasmus
(Alle lieben Rasmus
) am 26. Oktober 2026 im Programm des Senders TV2 und auf der Plattform TV2 Play anlief. Insgesamt 149 Personen, darunter enge Bekannte und prominente Kollegen, hatten den Schauspieler in dem Gemeinschaftsprojekt mit der Produktionsfirma Drive Studios über Monate hinweg getäuscht.
Sender stoppt die Serie nach massiver Kritik
Nach der Ausstrahlung der ersten Folgen entbrannte in Dänemark eine heftige gesellschaftliche Debatte. Medien warfen den Verantwortlichen vor, das Vertrauen des Künstlers in einem beispiellosen Ausmaß ausgenutzt zu haben. Weitere Kritiker bezeichneten die Serie im Netz als bösartig
und sprachen von psychischer Gewalt
; viele Kommentatoren zogen Parallelen zu der Tragikomödie „Die Truman Show“ mit Jim Carrey, in der ein Mensch unwissentlich das Zentrum einer Reality-Show bildet.
Kulturministerin Zenia Stampe bezeichnete das Format als geschmacklos und forderte eine Erklärung des Senders. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen äußerte sich ebenfalls zu dem Fall und betonte die moralische und ethische Verantwortung von Medienveröffentlichungen, wobei sie hoffte, dass der Fall zu einem stärkeren Bewusstsein führt.

Rund 320.000 Zuschauer, davon rund 300.000 über die Plattform TV2 Play, hatten bis zu diesem Zeitpunkt die erste Episode verfolgt. TV2 zog die Sendung nach fünf Tagen aus dem Internet zurück und nahm sie aus dem Programm, nachdem zunächst alle sechs Episoden auf dem Streamingdienst veröffentlicht worden waren.
Prominente Mitwirkende zeigen Reue
Zu den Eingeweihten gehörte auch der TV-Star Martin Johannes Larsen, der als enger Vertrauter eine Schlüsselrolle in dem Komplott einnahm. Er erklärte via Instagram, er habe seinem guten Freund niemals absichtlich schaden wollen.
Weitere beteiligte Persönlichkeiten wie der Schauspieler Anders W. Berthelsen gaben an, man habe ihnen versichert, dass Wallbridge das Projekt lieben werde, mussten rückblickend jedoch einräumen, dass sie es besser hätten wissen und ihrem eigenen Urteil mehr vertrauen müssen. Auch Musiker Malte Ebert und Schauspielerin Josephine Højbjerg zeigten Reue. Die Regisseurin hatte das Konzept zuvor noch verteidigt und darauf verwiesen, dass eine Psychologin Wallbridge eng begleitet und darauf geachtet habe, dass er nicht allein gefilmt werde; zudem habe er die Veröffentlichung ablehnen können.
Wallbridge fordert Kurswechsel beim Sender
Wegen der Dreharbeiten verpasste Wallbridge Berichten zufolge sogar die ersten vier Lebensmonate seines neugeborenen Kindes. Rasmus Wallbridge selbst meldete sich schließlich am Wochenende über Instagram zu den Geschehnissen und erklärte, er sehe zwar, was über ihn gesagt und geschrieben werde, sei jedoch gerade nicht an einem Punkt, er sich an der Diskussion beteiligen könne.

Er korrigierte Berichte und stellte klar, dass ihm von Nordisk Film nach der Auflösung lediglich die Möglichkeit einer Entwicklungsvereinbarung für ein Filmprojekt angeboten worden war, was keineswegs bedeute, dass ein Film bereits genehmigt sei. Aus naheliegenden Gründen habe er sich entschieden, diese Zusammenarbeit nicht weiterzuverfolgen.
An den Sender TV2 richtete er die deutliche Forderung und Aufforderung, niemals wieder ein vergleichbares Format umzusetzen und derartige Sendungen nicht zu wiederholen. Die Geschäftsleitung von TV2 hat eine interne Untersuchung eingeleitet, um aufzuarbeiten, wie die Sendung überhaupt grünes Licht erhalten konnte.