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Technik und Wissenschaft

TU Graz warnt vor unsicheren Datenübertragungs-Apps bei Smartphones

Beim Wechsel auf ein neues Smartphone stellen Datenübertragungs-Apps ein massives Sicherheitsrisiko dar. IT-Sicherheitsforschende der TU Graz und des A-SIT in Wien warnten vor Sicherheitslücken in Datenmigrations-Apps, durch die Angreifer private Daten wie Fotos, Anruflisten und Zugangsdaten ausspähen oder Schadsoftware auf neue Geräte übertragen können.

Sicherheitslücken bei „Phone Clone“-Apps identifiziert

Die Untersuchung konzentrierte sich auf gängige Datenmigrations-Apps, die bei der Einrichtung neuer Android-Smartphones zum Einsatz kommen. Laut den Ergebnissen der Forschenden Florian Draschbacher, Lukas Maar, Lorenz Schumm, Rene Denifl, Lukas Treffner und Stefan Mangard bauen diese Anwendungen für die Übertragung von Einstellungen und Inhalten meist eine direkte WLAN-Verbindung zwischen den Geräten auf. Diese Vorgehensweise gefährdet die Sicherheit der übertragenen Informationen massiv.

Das Team testete Apps von sieben großen Android-Herstellern: Google („Switch“), Samsung („Smart Switch“), Vivo („EasyShare“), Xiaomi („Mi Mover“), Oppo („Clone Phone“), Huawei („Phone Clone“) und Honor („Device Clone). Die weltweite Verbreitung dieser Anwendungen ist enorm; sie wurden insgesamt mehr als 12 Milliarden Mal installiert.””””””

Risiken in Fachgeschäften und durch gezielte Angriffe

Den Forschenden gelang es, mit einer Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro den Datenstrom der Apps mitzulesen und die Übertragung aktiv zu manipulieren. Bei ihren Tests konnten sie sich in Innenräumen in einer Entfernung von bis zu 45 Metern zu den Smartphones aufhalten. Aufgrund dieser Reichweite sehen die Experten insbesondere in Elektronikfachgeschäften und Mobilfunk-Shops, in denen tagtäglich zahlreiche Neugeräte konfiguriert werden, ein erhöhtes Gefahrenpotenzial.

Neben Fotos, SMS und Kontakten konnten die Angreifer laut den Studienergebnissen auch Gesundheitsdaten sowie Passwörter für gespeicherte WLAN-Netzwerke extrahieren. In einigen Fällen war es sogar möglich, Schadsoftware direkt auf das Zielgerät einzuschleusen.

Sicherheits-Updates und Empfehlungen für Nutzer

Die Schwachstellen wurden den betroffenen Herstellern vorab gemeldet. Inzwischen haben die Unternehmen entsprechende Sicherheits-Updates veröffentlicht. Trotz dieser Nachbesserungen mahnen die Experten der TU Graz zur Vorsicht. Vor jeder Datenmigration sollten Nutzer sicherstellen, dass sowohl die Betriebssysteme als auch die verwendeten Übertragungs-Apps auf beiden Smartphones auf dem aktuellsten Stand sind.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.