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Technik und Wissenschaft

Tschernobyl: Fehlende Gelder gefährden Reparatur der Schutzhülle

Im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl drohen erhebliche Umweltschäden, weil die dringend notwendige Instandsetzung der beschädigten Schutzhülle an Finanzmitteln scheitert. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) beziffert die Gesamtkosten für die Reparaturarbeiten auf 500 Millionen Euro, wie aus Berichten hervorgeht.

Finanzierungslücke bei G7-Mitteln

Im Oktober hatten die G7-Staaten 260 Millionen Euro zugesagt, was knapp mehr als der Hälfte der veranschlagten Summe entspricht. Die EBWE-Präsidentin Odile Renaud-Basso warnte im Gespräch mit dem Magazin „Politico“ vor den Folgen dieser Lücke. Die Sicherung des 1986 explodierten Reaktors sei kein nationales Problem der Ukraine, sondern eine internationale Aufgabe. Die Finanzinstitution verwaltet seit Jahrzehnten die internationalen Geberfonds für Tschernobyl und soll auch die Reparatur über sie abwickeln, berichtete T Online.

Schäden nach Drohneneinschlag im Februar 2025

Die baulichen Mängel gehen auf einen Angriff zurück. Am 14. Februar 2025 schlug eine Drohne in die Schutzhülle ein und riss ein Loch in die äußere Verkleidung. Die Ukraine lastet den Angriff Russland an, während Moskau dies bestreitet. Die Explosion entfachte zudem einen Brand, der erst nach Wochen gelöscht werden konnte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gab zwar Entwarnung hinsichtlich erhöhter Strahlungswerte in der Umgebung, drängte jedoch auf eine rasche Instandsetzung.

Zeitplan bis zum Jahr 2030

Nach Einschätzung der Bank muss die Hülle bis spätestens 2030 repariert sein. Ohne diese Maßnahmen kann eindringende Feuchtigkeit den Stahl rosten lassen und die Konstruktion weiter zerstören, was eine Instandsetzung noch teurer machen würde. Die EBWE warnt vor einer drohenden Umweltkatastrophe, sollte das Geld ausbleiben. Der in London ansässigen Bank gehören neben der Europäischen Union auch die USA, China und Russland an, wobei Moskau aktuell keinen Zugriff auf Gelder hat. Ursprünglich wurde der alte Betonsarkophag aus dem Jahr 1986 im Jahr 2016 durch eine riesige Stahlkonstruktion ergänzt, um den Austritt von Radioaktivität zu verhindern.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.