Mehr als 52 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 17-jährigen Melissa Ann Smith in Utah haben Ermittler den US-Serienmörder Ted Bundy postum als Täter identifiziert. Ein DNA-Abgleich brachte den entscheidenden Durchbruch in dem jahrzehntelang ungelösten Fall, wie die Behörden auf einer Pressekonferenz in Park City bekannt gaben.
DNA-Abgleich klärt Cold Case um Melissa Ann Smith nach über fünf Jahrzehnten
Jäger hatten die Leiche der 17-jährigen Melissa Ann Smith am 27. Oktober 1974 in einem Waldstück im Salt Lake County im US-Bundesstaat Utah entdeckt. Das Mädchen wies Spuren schwerer Gewalt auf, darunter Anzeichen einer Vergewaltigung und von Folter. Jahrzehntelang tappten die Ermittler in dem Fall völlig im Dunkeln. Erst die Zusammenführung von Beweismaterial und der technische Fortschritt in der forensischen Genanalyse machten die späte Aufklärung möglich.
Den Ermittlern gelang es, den Mord an Smith mit einem anderen ungeklärten Verbrechen aus demselben Herbst in Verbindung zu bringen. Rund einen Monat nach Smiths Verschwinden war die ebenfalls 17-jährige Laura Aime tot am Rand eines Highways in Utah County aufgefunden worden, nachdem sie nach einer Halloween-Party spurlos verschwunden war. Im April 2026 brachte ein Treffer in einer DNA-Datenbank die Gewissheit, dass Ted Bundy Laura Aime ermordet hatte. Dieser Durchbruch veranlasste die Polizei dazu, auch die Akten im Fall Melissa Ann Smith neu aufzurollen. Letztlich habe man alle Beweise zusammenführen und Bundy auch im zweiten Fall posthum als Täter überführen können, erklärte Sheriff Kacey Bates von der Polizei in Summit County am Dienstag. Das Beweismaterial aus dem Aime-Fall half schließlich, auch den Mord an Smith aufzuräumen.
Die Beweiskette und Ted Bundys historische Verbrechen
Ted Bundy zählte in den 1970er-Jahren zu den berüchtigtsten Serienmördern der Kriminalgeschichte. Er vergewaltigte und tötete in mehreren US-Bundesstaaten Dutzende Frauen und Mädchen. Vor seiner Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl im Jahr 1989 gestand er mehr als 30 Morde. Seine Serie endete im Jahr 1978 in Florida, als er versuchte, die Tochter eines Polizisten zum Einsteigen in sein Auto zu überreden. Das Mädchen merkte sich das Kennzeichen des gestohlenen weißen Kleinbusses, woraufhin die Polizei eine Fahndung einleitete, ihn festnahm und zum Tode verurteilte.

Bei einer Pressekonferenz in Park City erläuterten die Behörden, wie entscheidend die akribische Aufbewahrung alter Beweisstücke für diesen Ermittlungserfolg war. Bei der forensischen Kriminaltechnik gibt es jeden Tag Fortschritte, so dass wir uns solche Fälle immer wieder aufs Neue anschauen
, erklärte Sheriff Rosie Rivera von der Polizei in Salt Lake County. Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, Beweisstücke auch nach Jahrzehnten aufzuheben.
Salt Lake Countys Sheriff Rosie Rivera sieht in der Aufklärung ein Zeichen für andere Opfer ungelöster Verbrechen, denn es gebe Hoffnung, da sich die Forensik ständig weiterentwickle.
Weitere Ermittlungen und die Bedeutung der Aufklärung für die Kriminalistik
Mit der Identifizierung im Fall Smith kommt die Polizei dem erklärten Ziel näher, die Erinnerung an Ted Bundy auszulöschen
, wie Sheriff Rosie Rivera betonte. An der von den Behörden anberaumten Pressekonferenz nahmen die Angehörigen von Melissa Ann Smith nicht teil; ihre Eltern sind in der Zwischenzeit verstorben.
Die Arbeit der Ermittlungsbehörden im Bundesstaat Utah ist indessen noch nicht abgeschlossen. Auf Nachfragen von Journalisten räumten die Ermittler ein, dass derzeit ein weiterer ungelöster Mord an einem 16-jährigen Mädchen aus dem Jahr 1974 geprüft wird. Auch in diesem Fall deuten Spuren in Richtung des Serienmörders, während die Untersuchungen der Kriminalisten weiterlaufen. Laut Sergeant Mike Reynolds vom Utah County werden in dem Bundesstaat weitere Fälle mit möglichem Bundy-Bezug noch untersucht.