Sylvester Stallone hat in einem Interview mit der «New York Times» offen über gesundheitliche Krisen in seiner Vergangenheit gesprochen. Der 80-jährige Schauspieler berichtete von Bulimie auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu Rambo-Zeiten, einem extrem niedrigen Körperfettanteil sowie wiederkehrenden Panikattacken seit seinem 36. Lebensjahr.
Extremer Körperkult und Bulimie beim Dreh zu Rocky III
Für seine großen Filmrollen brachte der Schauspieler seinen Körper über Jahrzehnte an extreme Grenzen. Besonders in der Phase rund um das Jahr 1982 verwandelte sich das hart geführte Training in eine schlimme Obsession, wie er im Gespräch mit der Zeitung schilderte. Sein Körper diente ihm damals als Rüstung, während er gleichzeitig eine zwanghafte Körperanbetung betrieb.
Während der Dreharbeiten zu Rocky III
sank sein Körperfettanteil auf 2,6 Prozent. Der damals in seinen Dreißigern befindliche Hauptdarsteller konnte nach eigenen Angaben nichts mehr bei sich behalten und litt an Bulimie. Um diese extreme Physis zu erreichen, mussten nach seinen Worten Hilfsmittel und Steroide eingesetzt werden, da ein solcher Zustand ohne Drogen nicht erreichbar sei.
Körperlicher Raubbau und die erste Panikattacke mit 36 Jahren
Rückblickend urteilt der Hollywood-Star hart über diese Jahre und räumt ein, dass er seinen Körper missbraucht habe. Die physische Belastung hinterließ massive Spuren: Neun Rückenoperationen, zwei Schultereingriffe sowie mehrere Operationen an der Halswirbelsäule waren die Folge. Um heute noch einigermaßen in Form zu bleiben, nehme er eine Menge Tabletten.

Neben den körperlichen Schäden berichtete der Jubilar auch von psychischen Problemen und wiederkehrenden Angstzuständen. Die erste Panikattacke erlebte er im Alter von 36 Jahren, als er sich Rohmaterial von Filmaufnahmen ansah. Plötzlich stieg Hitze in ihm auf, die Nackenhaare stellten sich auf, und die Panik überwältigte ihn.
Ich sterbe. Das war’s. Jetzt ist es vorbei mit mir.
Sylvester Stallone, via Zeit
Nach diesem Gedanken klappte er zusammen, wie die Berichterstattung festhält. Solche Episoden wiederholten sich im Laufe der Zeit mehrfach und machten sich vor allem in Menschenmengen bemerkbar.
Vom Oscar-Durchbruch mit Rocky zur Kehrtwende bei Cop Land
Der weltweite Durchbruch war dem Schauspieler einst gelungen, nachdem er aus Frustration über seine schleppende Karriere das Drehbuch zu Rocky
selbst verfasst hatte. Das 1977 erschienene Box-Drama avancierte zur Oscar-Sensation, holte zehn Nominierungen und gewann Auszeichnungen als bester Film sowie für Regie und Schnitt.

Eine spürbare Wende in seinem Umgang mit dem eigenen Körper markierte schließlich die Arbeit an dem Film Cop Land
aus dem Jahr 1997. Für diese Rolle musste er deutlich zunehmen und den muskulösen Actionhelden hinter sich lassen. Er empfand diese Zeit als befreiend, da er dadurch einmal der Schwächste im Raum sein durfte.