Ein Vierteljahrhundert nach dem Grounding der Swissair fliegen 13 ehemalige Maschinen der traditionsreichen Fluggesellschaft laut Blick-Berichten noch immer im internationalen Luftverkehr, darunter ein Airbus im Dienst des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie drei Frachtflugzeuge für FedEx in Nordamerika.
Am Freitag jährt sich das Grounding der Swissair zum 25. Mal. Am 2. Oktober 2001 blieben die Flugzeuge der einstigen Schweizer Vorzeige-Airline am Boden, da das Geld zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs fehlte, wie Blick berichtet.
Vom Schweizer Stolz zum Grounding im Oktober 2001
Nach dem EWR-Nein waren die politischen Rahmenbedingungen laut Blick schwierig geworden. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 gaben der bereits schwer angeschlagenen Airline schließlich den Todesstoß. Der 2. Oktober 2001 wurde zu einem der prägendsten Tage der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.
Airbus A330 als VIP-Maschine für Emmanuel Macron
Die Swissair selbst ist zwar Geschichte, doch einige ihrer Flugzeuge sind laut Blick erstaunlich lebendig geblieben. Dazu gehört der Airbus A330 mit der Registrierung HB-IQB und dem Taufnamen Glarus. Die fabrikneue Maschine war im November 1998 an die Swissair ausgeliefert worden und stand knapp drei Jahre in deren Dienst, wie Blick ausführt.
Heute fliegt das Flugzeug den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron mit edelster Luxusausstattung um die Welt. Nach dem Swissair-Grounding flog die Maschine zunächst für die neu gegründete Swiss, wechselte Ende 2003 zur karibischen Air Caraïbes und wurde 2009 für umgerechnet 240 Millionen Franken zur VIP-Maschine umgebaut, wie Blick berichtet.
Acht ehemalige Swissair-Maschinen weiterhin im Einsatz bei Swiss
Derzeit sind laut Blick insgesamt acht ehemalige Swissair-Maschinen für die Swiss im Einsatz: zwei Airbus A321 und sechs A320. Die beiden ältesten Kandidaten, die Airbus A321 mit den damaligen Taufnamen Kloten und Winterthur, wurden 1995 an die Swissair ausgeliefert. Die damalige Kloten befand sich am Morgen des 25. Grounding-Jahrestags auf der Strecke Zürich–Palermo, wie Blick meldet.
Die Tage dieser älteren Flieger sind jedoch gezählt. Swiss ersetzt sie schrittweise durch moderne Airbus A320neo und A321neo, die nach Angaben der Airline rund 20 Prozent weniger Treibstoff benötigen, wie Blick berichtet.
MD-11 für FedEx und das historische McPlane
Auch in der Frachtlogistik sind alte Swissair-Spuren aktiv. Die drei ehemaligen McDonnell-Douglas MD-11 mit den Namen Corinne, Alexandra und Shanita wurden zwischen 1990 und 1991 gebaut und gehören heute zur Flotte des US-Logistikriesen FedEx, wie Blick schreibt.
Ursprünglich wollte FedEx seine MD-11-Flotte bis 2028 ausmustern. Im Jahr 2025 änderte der Konzern jedoch seine Pläne und verschob die Pensionierung um vier Jahre, sodass die Maschinen nun bis Ende 2032 Päckli durch Nordamerika fliegen, so Blick. Die Maschine Corinne, ehemals HB-IWA Obwalden, landete 1991 als erste MD-11 in Kloten ZH und absolvierte am 1. April 2002 den allerletzten Swissair-Linienflug von São Paulo in die Schweiz.
Ebenfalls überlebt hat eine MD-83, die von 1996 bis 2000 als bunte McPlane
-Maschine für Crossair unterwegs war und an Bord Big Macs sowie Chicken Nuggets servierte. Ursprünglich 1991 an die Swissair ausgeliefert, fliegt sie laut Blick heute unter dem Logo der iranischen Kish Air mit der Registrierung EP-LCO und wurde zuletzt im Anflug auf Jerewan in Armenien gesichtet.