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Swiss mustert gesamte Airbus-A220-Flotte aus

Swiss International Air Lines mustert ihre gesamte Airbus-A220-Flotte ab. Bis zum Ende des Winterflugplans 2027 verschwinden die neun kleineren A220-100-Maschinen aus dem Betrieb, während die 21 größeren A220-300 im Laufe der 2030er-Jahre folgen sollen. Auslöser sind vorzeitiger Verschleiß an den Pratt-&-Whitney-Triebwerken und der Wunsch nach einer einheitlichen Europaflotte.

Die zehnjährige Partnerschaft zwischen der Lufthansa-Tochter und dem kanadischen Kurzstreckenjet geht zu Ende. Bei der Präsentation der Neunmonatszahlen gab Finanzchef Dennis Weber am 3. November 2026 bekannt, dass SWISS alle Airbus A220 ausflotten wird. Die kleinere Variante verschwindet bereits bis late 2027, die A220-300 werden im kommenden Jahrzehnt nachziehen.

Triebwerksverschleiß führt zur Ausflottung bei SWISS

Bereits rund ein Jahr vor dem endgültigen Abschied, im späten Oktober 2025, hatte die Fluggesellschaft entschieden, den Betrieb der neun A220-100 bis Ende 2027 zu beenden. Grund dafür waren die Pratt & Whitney PW1500G Getriebefanaturbinen, die vorzeitige Verschleißerscheinungen zeigten und zu ungeplanten Instandhaltungszeiten führten, wie aeroTELEGRAPH berichtete. Vor einem Jahr zog die Airline die Reissleine und groundete alle neun Problemflieger Airbus A220-100. Laut einer offiziellen Mitteilung der Fluggesellschaft handelt es sich bei dem Airbus A220 um ein verlässliches Luftfahrzeug, dessen Antriebssysteme von Pratt & Whitney seit der Markteinführung weltweit mehr als 36 Millionen Flugstunden absolviert haben. Im Juli 2025 hatte Clarissa Cunz, Leiterin des Flugzeug-Asset-Managements, gegenüber „Aviation Week“ erklärt, die A220 bleibe ein integraler Bestandteil der Flotte und werde dies auch in den kommenden Jahren bleiben.

Swiss mustert gesamte Airbus-A220-Flotte aus
Foto: bluewin.ch

Um die Einsatzbereitschaft der übrigen Flotte zu sichern, griff die Airline zu drastischen Schritten. SWISS begann damit, die kleineren A220-100 zu ausschlachten. Von den neun A220-100 habe Swiss bereits zwei zerlegt beziehungsweise als Ersatzteillager genutzt.

Wie Finanzchef Dennis Weber erläuterte, befinden sich drei weitere Maschinen bereits im Prozess der Ausflottung oder sind bereits ausgemustert worden, um deren Antriebe für andere Flugzeuge verfügbar zu machen.

SWISS va retirer toute sa flotte d'A220-100, à peine 10 ans après son lancement

Komplexität auf der Kurzstrecke sinkt

Obwohl die technischen Probleme bei den Antrieben inzwischen weitgehend behoben sind, kehren die kleinen Jets nicht zurück, und auch die 21 Maschinen der größeren Version sollen im Laufe der 2030er-Jahre weichen. Nach den Worten von Finanzchef Dennis Weber steht dahinter eine strategische Neuausrichtung hin zu einer reinen A320-Familie auf der Kurzstrecke. Man wolle künftig nur noch auf Airbus A320 Neo und A321 Neo setzen, bekräftigte Weber.

Different aircraft types always mean a higher training workload.

Dennis Weber, Chief Financial Officer, SWISS

Unterschiedliche Flugzeugmodelle bedeuten laut dem Finanzchef auch immer, dass man einen höheren Trainingsaufwand hat, dass man mehr Ersatzteile vorhalten muss, und das macht die Wartung aufwändiger, weil unterschiedliche Qualifikationen bei den Mechanikfachkräften vorgehalten werden müssen.

Swiss mustert gesamte Airbus-A220-Flotte aus
Foto: aeroTELEGRAPH

Flotte im Lufthansa-Konzern sucht neue Rolle

Während die neun A220-100 bis zum Start des Winterflugplans 2027 vollständig ausscheiden – die verbleibenden vier Flugzeuge werden noch im Sommerflugplan 2027 für SWISS in Betrieb sein und mit Beginn des Winterflugplans 2027/2028 außer Betrieb gehen –, sind die 21 A220-300 noch nicht in einem Alter, in dem Swiss sie ausflotten müsste. Zu prüfen sei, ob dies anderswo im Lufthansa-Konzern geschehen könne und ob es externe Nachfrage gebe. Innerhalb der Lufthansa-Flotte setzt ITA Airways auf den Airbus A220, und demnächst wird die Baureihe auch von Lufthansa City Airlines geflogen. Auf der Langstrecke will Swiss die Komplexität ebenfalls verringern, wobei die Boeing 777 als Rückgrat der Langstreckenflotte noch sehr lange behalten werden soll. Die verbleibenden vier Flugzeuge der kleineren Variante fliegen noch im Sommerflugplan 2027 für SWISS und scheiden mit dem Start des Winterflugplans 2027/2028 aus.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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