Ein schwerer Nordoststurm hat am 26. September 2026 an der Südküste von Nantucket in Massachusetts die Überreste eines historischen Schiffswracks freigelegt. Lokale Berichte und Experten ordnen die freigespülten Holzteile dem 1884 gestrandeten Frachtschoner Warren Sawyer zu.
Sturmböen und Küstenerosion legen Holzstrukturen am Strand frei
Wuchtige Wellen und heftiger Starkwind peitschten an diesem Wochenende über die Ostküste der Vereinigten Staaten und setzten dabei Teile der Küstenlinie massiv unter Druck. Auf der Urlaubsinsel Nantucket an der Küste von Massachusetts führte die starke Erosion dazu, dass am Strandabschnitt Point of Breakers in der Nähe einer Abwasseranlage altes Holz aus dem Sand trat. Die freigelegten Balken und Planken zeigen deutlich die markante Form eines Schiffsrumpfs.
Die historische Identität des Frachtschoners Warren Sawyer
Sowohl lokale Journalisten als auch staatliche Archäologen halten es für äußerst wahrscheinlich, dass es sich bei den Überresten um den dreimastigen Schoner Warren Sawyer handelt. Das Schiff war am späten Abend des 22. Dezember 1884 in einem heftigen Sturm vom Kurs abgekommen und vor Nantucket auf Grund gelaufen. Der Frachter befand sich damals auf einer Reise von New Orleans nach Boston und hatte eine Ladung aus 1.115 Ballen Baumwolle sowie 28 Tonnen Eisenschrott an Bord.
Damalige Aufzeichnungen, die unter anderem in lokalen Archiven erhalten blieben, beschreiben die dramatischen Rettungsarbeiten der Rettungsstation Surfside. Trotz schwerer Brandung und eisiger Temperaturen gelang es den Rettungskräften damals, alle Besatzungsmitglieder sicher an Land zu bringen. In den Wochen nach dem Unglück versuchten die Bewohner der Insel, einen Teil der Ladung zu bergen, bevor das Schiff im flachen Küstenwasser schließlich vollends auseinanderbrach.
Experten bestätigen Parallelen zu früheren Funden aus dem Jahr 2022
Dennoch mahnen Fachleute zur wissenschaftlichen Vorsicht. Jascin N. Leonardo Finger, die stellvertretende Direktorin der Maria Mitchell Association, betonte gegenüber Medien, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um die Herkunft der frisch freigespülten Holzfragmente zweifelsfrei zu bestätigen. Schiffsunglücke waren an der von Untiefen geprägten Küste im 19. Jahrhundert an der Tagesordnung, weshalb vereinzelte Funde im Sand immer wieder im Kontext der regionalen Schifffahrtsgeschichte bewertet werden müssen.

Auswirkungen des Unwetters an der Ostküste
Der seltene Septembersturm sorgte neben den archäologischen Entdeckungen vor allem für schwere Beeinträchtigungen im öffentlichen Leben der US-Ostküste. Die Unwetterfront brachte von Massachusetts über New York bis nach New Jersey heftige Regenfälle und schwere Sturmfluten mit sich. Nach Angaben des Portals Poweroutage.us waren in den betroffenen Bundesstaaten zeitweise Zehntausende Haushalte ohne Stromversorgung.

Während die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter anlaufen, bleibt abzuwarten, wie lange die freigelegten Holzbalken der Warren Sawyer an der Küste von Nantucket sichtbar bleiben, bevor die Gezeiten sie erneut unter dem Sand begraben.
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