Seit dem 30. Oktober 2026 ist der Sportsender Sport1 im Vodafone-Kabelnetz bundesweit nicht mehr zu empfangen. Rund 40 Prozent der deutschen Haushalte sind von der plötzlichen Abschaltung betroffen, die sowohl die SD- und HD-Kanäle als auch sämtliche Inhalte in den Mediatheken betrifft.
Vodafone bestätigte den Schritt in seinem offiziellen Kundenforum, nachdem Kundinnen und Kundinnen vergeblich nach dem Programm gesucht hatten. Auf den bisherigen Sendeplätzen wird stattdessen ein Standbild mit dem Hinweis ausgespielt: Diesen Sender kannst du leider nicht mehr bei uns empfangen.
Auf den bisherigen Programmplätzen von Sport1 erscheint stattdessen der Hinweis: „Diesen Sender kannst du bei uns leider nicht mehr empfangen. Danke für Dein Verständnis.
Quoten Einbruch beim Doppelpass
Der Ausfall traf den Ismaninger Sender am Wochenende des Bundesliga-Spiels zwischen Bayern München und Borussia Dortmund, berichtet digital fernsehen. Die traditionsreiche Talkrunde „Doppelpassam Sonntag verzeichnete nach Daten der AGF Videoforschung einen herben Reichweiteneinbruch.
Normalerweise bewegt sich das Format in einem Korridor von 600.000 bis 800.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Ausgabe nach dem Bundesliga-Klassiker erreichte demnach nur noch 0,38 Millionen Menschen bei einem Gesamtmarktanteil von 4,4 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 0,05 Millionen ein, was einem Marktanteil von 3,3 Prozent entspricht. Damit büßte das kommerzielle Herzstück des Senders etwa die Hälfte seines Publikums ein.

Der Netzbetreiber teilte in seinem Forum mit: Ab dem 30. Oktober 2026 wird Sport1 nicht mehr über Vodafone angeboten.
Auf den bisherigen Sendeplätzen werden Kundinnen und Kunden entsprechend informiert. Die Inhalte wurden zudem vollständig aus den Mediatheken entfernt, was zu deutlichem Unmut im offiziellen Vodafone-Forum führte. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, soll im Raum stehen, dass Sport1 seit Längerem nicht mehr die vollen Gebühren für die Verbreitung via Kabel gezahlt habe, wobei offene Forderungen in Höhe von einer Million Euro genannt wurden. Der Sender selbst lehnte Stellungnahmen hierzu ab.
Finanzielle Belastung und offene Lizenzkosten
Die Abschaltung fällt in eine wirtschaftlich angespannte Phase für das Medienhaus. Laut dem Geschäftsbericht der Schweizer Muttergesellschaft Highlight Communications für das Jahr 2025 bestanden zuletzt überfällige Verbindlichkeiten aus Lizenzgeschäften der Sport1 Medien GmbH in Höhe von 57,5 Millionen Euro, berichtet DWDL. Highlight bewertete diese Posten als wesentlichen Unsicherheitsfaktor für die Fortführung der Geschäftstätigkeit.
Zudem berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, dass Ende November die Rückzahlung einer hohen zweistelligen Millionensumme an ein Bankenkonsortium anstehe. Der im Jahr 2024 vollzogene Einstieg des türkischen Medienunternehmens Acun Medya, das für 30 Millionen Euro 50 Prozent der Anteile an der Sport1 GmbH übernahm, brachte den erhofften Turnaround durch eine Programm- und Unterhaltungsoffensive mit Entertainment- und Reality-Formaten beim Publikum nur begrenzt weiter. Inzwischen wurde diese Offensive deutlich zurückgefahren.”

Eine Sendersprecherin erklärte dazu gegenüber t-online, der Sender befinde sich in einer Transformationsphase, und zu den genauen Schritten informieren wir zuerst unsere Mitarbeitenden.
Zu den Hintergründen der Vodafone-Ausspeisung äußerten sich beide Seiten zurückhaltend. Sport1 wollte ebenfalls keine Angaben zu Vertragsdetails oder Absprachen mit dem Kooperationspartner machen.
Alternative Empfangswege für Zuschauer
Zuschauerinnen und Zuschauer können das Programm über andere Verbreitungswege weiterhin verfolgen. Zusätzlich stehen das Angebot per App, der kostenlose Livestream auf der Website Sport1.de sowie die Verbreitung bei weiteren Anbietern zur Verfügung.
Eine Rückkehr ins Vodafone-Netz wird unterdessen angestrebt. Eine Sendersprecherin erklärte gegenüber DWDL:
Wir arbeiten aktuell gemeinsam mit Vodafone intensiv an einer Lösung und gehen davon aus, dass Sport1 sehr bald über Vodafone wieder empfangbar sein wird.
Ein konkreter Termin für eine mögliche Aufschaltung steht bislang allerdings nicht fest.
Auch interessant