SpaceX verzeichnete am 20. Oktober 2026 einen massiven Gewinnsprung und steigerte den Quartalsumsatz um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung war vor allem die KI-Infrastruktursparte, während CEO Elon Musk zudem Gespräche über eine mögliche Fusion mit Tesla bestätigte.
Quartalszahlen zeigen den Wandel zum KI-Infrastrukturgiganten
Die am 20. Oktober 2026 vorgelegten Finanzzahlen machten deutlich, dass SpaceX längst kein reines Raumfahrtunternehmen mehr ist. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden US-Dollar, wie NBC News berichtete. Analysten hatten zuvor im Schnitt mit 12,72 Milliarden gerechnet. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar, womit das Unternehmen den Verlust von 1,1 Milliarden aus dem Vorjahreszeitraum hinter sich ließ.
Getrieben wurde dieses Wachstum vor allem von der Sparte für Künstliche Intelligenz und Superintelligenz (SI). Jener Bereich erzielte Erlöse von 7,6 Milliarden US-Dollar, was laut Teslarati einem Anstieg von 830 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Damit überholte die KI-Sparte das Satelliten-Internetgeschäft Starlink als umsatzstärksten Geschäftszweig des Konzerns.
Elon Musk sagte laut NBC News: „Wir befinden uns bei SpaceX in einem Wendepunkt, was Starts, Konnektivität und Superintelligenz angeht.
Milliardeninvestitionen in Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten
Das rasante Wachstum im KI-Sektor geht mit massiven Investitionen einher. Die Investitionsausgaben (Capex) verdreifachten sich beinahe, wobei 16,4 Milliarden US-Dollar der insgesamt 19,6 Milliarden an Ausgaben direkt in Rechenzentren und Compute-Infrastruktur flossen. SpaceX vermietet diese Rechenkapazitäten unter anderem an externe Entwickler wie Anthropic, Google und Reflection AI, anstatt primär eigene KI-Modelle zu vermarkten.
Der Bereich Starlink trug derweil 5,25 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei, was einem Plus von 69 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Zahl der Abonnenten wuchs auf 13,6 Millionen an. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) im Zuge der globalen Expansion mit günstigeren Tarifen von einst 99 US-Dollar im Jahr 2023 auf 69 US-Dollar im abgelaufenen Quartal, wie NBC News anmerkte.
Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen hat sich nach Ansicht von Analysten zu einem Unternehmen entwickelt, das Rechenleistung im großen Stil anbietet und nebenbei Raketen startet. Das Ergebnis umfasste im dritten Quartal auch einen Nettogewinn von 4,40 Milliarden US-Dollar, der die Schätzungen der Wall Street deutlich übertraf. Während die Bruttogewinne im Bereich der Satellitenverbindungen stark blieben, expandierte die Sparte für Superintelligenz sprunghaft durch Cloud-Verträge und die Integration von Cursor. Das Unternehmen strebt an, die Rechenkapazität bis zum Ende des Jahres 2027 auf 13 Gigawatt auszubauen, während die Ausgaben auf dem Weg dorthin von Marktbeobachtern intensiv diskutiert werden. Schweizerische Analysten wie Ipek Ozkardeskaya von Swissquote verwiesen in diesem Zusammenhang auf Schätzungen von S&P Global Visible Alpha, wonach die branchenweiten Investitionsausgaben in den kommenden Jahren drastisch steigen sollen.
Die Marktreaktion fiel entsprechend kräftig aus, nachdem das Unternehmen in allen Segmenten die Erwartungen übertroffen hatte. Der Kurs legte nach den Quartalszahlen zeitweise zweistellig zu. Auch andere Raumfahrt- und Technologieunternehmen verzeichneten im Sog dieser Entwicklung deutliche Kursgewinne. So legten Titel wie Rocket Lab, AST SpaceMobile und Firefly Aerospace nach der Veröffentlichung zu. Marktbeobachter wie Dan Ives von Yorkville Ives hoben hervor, dass die positive Entwicklung der Neoclouds globale Signale sendet und auch an den asiatischen Märkten für steigende Kurse bei Technologieaktien sorgte, nachdem der südkoreanische Kospi-Index zuvor deutliche Aufschläge verzeichnete.
Spezialausschüsse prüfen mögliche Tesla-Fusion
Neben den Geschäftszahlen sorgte eine mögliche strategische Neuausrichtung für Aufmerksamkeit an den Börsen. Auf der Telefonkonferenz mit Analysten äußerte sich Elon Musk zu anhaltenden Gerüchten über eine Fusion von SpaceX und Tesla. Beide Unternehmen haben demnach spezielle Ausschüsse aus unabhängigen Direktoren gebildet, um einen möglichen Zusammenschluss auf Wunsch von Aktionären zu besprechen.

Musk selbst betonte, dass er wegen Interessenkonflikten nicht an den Beratungen teilnehmen könne, sprach sich jedoch prinzipiell für eine solche Transaktion aus. Eine unmittelbare Einigung stehe jedoch nicht bevor; letztlich müssten die Aktionäre über einen solchen Schritt abstimmen. Daniel Newman, der Chef der Forschungsgruppe Futurum Group, betonte, dass die zunehmende Diversifizierung von SpaceX eine engere Verknüpfung mit Tesla logisch erscheinen lasse. Dennoch blieben offene Fragen bezüglich der konkreten Bedingungen, und weder die Unternehmen noch Musk selbst haben bislang eine feste Zusage für den Vollzug einer solchen Transaktion gegeben.
Marktreaktionen und der Ausblick auf kommende Starts
Die Bilanzvorlage und die Aussichten gaben den internationalen Aktienmärkten am Mittwoch frischen Wind. Die technologielastige Nasdaq legte im Handelsverlauf um 1,05 Prozent zu, unterstützt von positiven Impulsen aus dem Halbleitersektor und den starken Ergebnissen von Serverherstellern wie Super Micro Computer, wie Reuters berichtete. Die SpaceX-Aktie, die seit dem Börsengang im Juni 2026 unter dem Tickersymbol $SPCX gehandelt wird, reagierte im nachbörslichen Handel mit Aufschlägen von rund 4 Prozent.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Anleger auf die Weiterentwicklung des Starship-Programms. Beim nächsten Testflug im November plant das Unternehmen nach Angaben von ABC7 New York erstmals, sowohl die Booster-Stufe als auch das Raumschiff bei der Rückkehr zur Startbasis mit mechanischen Armen aufzufangen. Gelinge dieser Schritt, wäre dies ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig wiederverwendbaren orbitalen Trägerrakete.

Zusätzlich zur technologischen Entwicklung stehen regulatorische und marktbezogene Rahmenbedingungen im Fokus. Während der Gesamtmarkt durch uneinheitliche Konjunkturdaten und Zinsentwicklungen beeinflusst wurde, blieben Titel aus dem Raumfahrtsektor wie Planet Labs, Intuitive Machines und Redwire eng mit der allgemeinen Stimmung verknüpft. Analysten betonen, dass der anhaltende Erfolg des Unternehmens von der Stabilität der Regierungsaufträge, dem Ausbau der weltweiten Satelliteninfrastruktur und der Bewältigung der enormen Investitionskosten abhängen wird.
Die breite Beteiligung institutioneller und privater Investoren spiegelt sich auch in der Kursentwicklung des Procure Space ETF wider, in dem SpaceX und andere Branchenvertreter gelistet sind. Mit einem Börsenwert von rund zwei Billionen US-Dollar hat sich das Unternehmen zu einem zentralen Akteur an den globalen Finanzmärkten entwickelt, dessen künftige Kursentwicklung maßgeblich von der Rentabilität der getätigten KI-Investitionen bestimmt werden dürfte.