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Technik und Wissenschaft

Smarte Haushaltsgeräte könnten Hackern Kontoüberfälle ermöglichen

Eine aktuelle Welle von Cyberangriffen auf Kühlanlagen in mehreren europäischen Ländern sorgt für Verunsicherung, wie 20min berichtet. Betroffen war unter anderem eine Metzgerei in Köniz im Kanton Bern, deren Kühlanlagen von Hackern manipuliert wurden, weshalb die Filiale vorübergehend schliessen musste. Wer hinter den Vorfällen steckt, ist derzeit noch unklar.

Sicherheitsrisiko durch vernetzte Haushaltsgeräte

Vernetzte Geräte sind längst in zahlreichen Haushalten im Einsatz und erstrecken sich von Wärmepumpen bis hin zu Staubsaugerrobotern. Der Cyber-Security-Experte und Gründer der Berner Sicherheitsfirma Dreamlab Technologies, Nicolas Mayencourt, warnt vor den damit verbundenen Risiken. Häufig stünden eine schnelle und günstige Produktion der Geräte im Vordergrund, während die Sicherheitsstandards darunter leiden. Nutzer wissen oft nicht, ob oder wann Sicherheitsupdates auf Geräten wie Waschmaschinen installiert werden.

Nach Einschätzung von Experten unterliegen viele Anwohner einem weitverbreiteten Irrglauben, wenn sie annehmen, für Kriminelle kein lohnendes Ziel zu sein. Kriminelle Akteure suchen im gesamten Internet nach Schwachstellen und nutzen diese automatisiert aus. Sobald ein entsprechendes Gerät im Heimnetzwerk kompromittiert ist, können Angreifer von dort aus auf weitere Geräte wie Laptops oder Mobiltelefone zugreifen, die für Online-Einkäufe und Rechnungszahlungen genutzt werden. So kann ein Konto im Extremfall über einen Staubsaugerroboter geplündert werden, ohne dass die Betroffenen die Ursache des Problems kennen.

Zunehmender Fokus auf das Internet der Dinge

Die Schwachstellen des Internet of Things (IoT) geraten zunehmend in den Fokus von Kriminellen sowie von feindlich gesinnten staatlichen oder staatsnahen Akteuren. Experten rechnen damit, dass Angriffe über vernetzte Haushaltsgeräte in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werden. Bei der Inbetriebnahme von Geräten steht für die Nutzer meist der Komfort im Vordergrund, während Aspekte wie Sicherheit, Spionage, Erpressung und Datensammlung häufig erst nach einem Schadensfall beachtet werden. Als einfachste Vorsichtsmaßnahme raten Fachleute dazu, vor dem Kauf zu prüfen, ob ein Haushaltsgerät tatsächlich mit dem Internet verbunden sein muss.

Auf politischer Ebene wird das Thema ebenfalls bearbeitet. Auf EU-Ebene wird der Rechtsrahmen für Haushaltsgeräte derzeit angegangen, und die Schweiz zieht mit, wie aus dem Interview hervorgeht.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.