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Schwyzer Älpler unter Druck: Wildcamper belagern Bergteich im Muotatal

Wegen Wildcampern auf der Alp Rupperslaui im Muotatal plant die Eigentümerin ein richterliches Verbot. Seit dem Corona-Jahr 2020 sorgen rücksichtslose Touristen für Müll, Einbrüche und beschädigte Herdenschutzzäune, wodurch rund 400 Schafe von ihrer einzigen Wasserquelle am Bergteich abgeschnitten werden.

Instagram- und Tiktok-Touristen belagern die Schwyzer Alp Rupperslaui

Jeden Sommer treibt der Älpler Oskar Gwerder seine rund 400 Schafe auf die abgelegene Alp Rupperslaui im Muotatal SZ. Jahrelang verbrachte er die Alpsaison in seiner Hütte am idyllischen Bergteich in Ruhe. Doch die Zeiten haben sich geändert, wie der Bericht von Blick schildert. Spätestens seit dem Jahr 2020 zieht die malerische Kulisse massenhaft Ausflügler an.

Bilder und Videos des Teichs auf rund 2000 Metern Höhe machten auf Plattformen wie Instagram und TikTok die Runde. Sogar beim SRF war das Motiv als Bild des Monats zu sehen. Für den Älpler bedeutet das vor allem Stress und Ärger. Fast jeden Abend schlagen Touristinnen und Touristen ihre Zelte dort auf – und das trotz ausdrücklicher Verbotsschilder.

Abfall, Einbrüche und gefährdete Schafe am Flöösch

Die Folgen des Besucherandrangs belasten Mensch und Tier schwer. Der kleine Teich, im Muotatal Flöösch genannt, ist in den Sommermonaten die einzige Wasserquelle für die Schafe. Wenn dort Menschen campieren, trauen sich die Tiere teilweise nicht mehr ans Wasser heran.

Hinzu kommen erhebliche Sachschäden. Camper hinterlassen Müll, zweckentfremden Zaunpfähle als Brennholz für Lagerfeuer und zerstören wiederholt die Herdenschutzzäune. An einem einzigen Tag musste Gwerder einen Zaun an sechs verschiedenen Stellen flicken. Ohne intakte Zäune sind die Schafe jedoch Raubtieren schutzlos ausgeliefert.

Wildcamper
Foto: nau.ch

Gwerder versucht, die Lage vor Ort zu entschärfen, indem er fast täglich zu dem Teich hinübergeht und die Wildcamper auf die geltenden Regeln hinweist. Auf Verständnis stößt er dabei längst nicht immer; gelegentlich reagieren Gäste frech auf die Zurechtweisungen. Etwa die Hälfte der Besucher reist aus der Schweiz an, während andere aus Ländern wie Spanien, Portugal, Belgien, England und Kanada kommen – obwohl nicht einmal ein markierter Wanderweg direkt nach Rupperslaui führt.

Oberallmeindkorporation prüft ein offizielles richterliches Campingverbot

Die Grundeigentümerin des Gebiets, die Oberallmeindkorporation (OAK) Schwyz, sieht dem Treiben ebenfalls mit großer Sorge zu. Eine OAK-Sprecherin kritisierte gegenüber Medien, dass ein respektvoller Umgang mit der Natur und fremdem Grundeigentum nicht mehr selbstverständlich sei und Eigentum oft behandelt werde, als wäre es frei verfügbar. Die Kosten für die Reparaturen bleiben an den betroffenen Älplern hängen.

Da die vorhandenen Schilder keine Wirkung zeigen und rechtlich kaum durchsetzbar sind, zieht die OAK nun schärfere Schritte in Betracht. Der Verwaltungsrat will sich noch in diesem Jahr mit dem Problem befassen und berät über ein offiziell verfügbares, richterliches Campingverbot.

Strengere Regeln in anderen Schweizer Bergregionen

Das Muotatal steht mit diesen Problemen in den Schweizer Alpen keineswegs allein da. Immer mehr Bergorte und Alpgebiete kämpfen gegen die Begleiterscheinungen des boomenden Naturtourismus. Regionen wie Obergoms VS, Zermatt VS oder der Alpstein AI setzen mittlerweile auf sogenannte Alpenranger, die Besucher aufklären und kontrollieren.

Schwyzer Älpler unter Druck: Wildcamper belagern Bergteich im Muotatal
Foto: blue News
  • Muttenkopf GL: Nach starkem Social-Media-Andrang und wilden Zeltstädten führte die Gemeinde Glarus Süd 2024 Verbote am Panixerpass und Oberblegisee ein, seit 2025 gelten auch am Muttenkopf Einschränkungen.
  • Seewlisee UR: Die OAK Uri reagierte im Juni 2026 auf Müll- und Hygieneprobleme am Bergsee. Campieren ist dort seither nur noch mit einer vorherigen Bewilligung für 20 Franken pro Person und Nacht auf einer begrenzten Fläche erlaubt.
  • Amden SG: Anwohner klagen über zugestellte Parkplätze und Müll und fordern in einer Petition weniger Touristen. Auch auf der Fählenalp im Alpstein beklagen Älpler ähnliche Zustände.

Ob die OAK Schwyz für die Alp Rupperslaui ein ähnlich gebührenbasiertes Modell wie am Seewlisee einführt, gilt als unwahrscheinlich. Laut der Eigentümerin würden Camper die Schafe unabhängig von einer Gebühr zu stark stören, weshalb ein generelles gerichtliches Verbot die bevorzugte Option bleibt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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