Schefflers dominante 60 und der verpasste Meilenstein

Die zweite Runde verwandelte sich für Scottie Scheffler in eine Demonstration absoluter Präzision. Wie die BBC berichtete, beendete der Weltbestenführer den Tag mit einem 10-unter-Par 60. Nur ein einziger Putt auf dem 18. Loch trennte ihn von einer historischen 59. Aus einer Distanz von knapp 26 Fuß verfehlte er das Loch knapp.
„Es war ein wenig knifflig. Es ging am Anfang tatsächlich nach rechts, und am Ende gab es einen enormen Break von rechts nach links.“
Scottie Scheffler, Weltnummer eins im Golf
Trotz dieses verpassten Meilensteins bleibt Schefflers Leistung außergewöhnlich. Er gehört zu einem exklusiven Kreis von 14 Spielern, die bereits eine 59 in ihrer Karriere erreichten – für ihn geschah dies 2020 beim Northern Trust im TPC Boston. Die Effizienz an diesem Freitag war beinahe beängstigend, da er elf Birdies kombinierte, um seinen Vorsprung im Feld auszubauen.
Direkt hinter ihm blieb auch Viktor Hovland gefährlich. Der Norweger spielte eine fehlerfreie 61 mit sieben Birdies und einem Eagle, was ihn auf ein Gesamtergebnis von 14 unter Par brachte.
Ein vergessener Gürtel und der Start in Connecticut

Bevor Scheffler die Führung übernahm, sorgte er am Donnerstag für eine menschliche Note abseits der Scorekarte. Laut einem Bericht der PGA Tour vergaß der US-Amerikaner bei der Abreise zu seinem Hotel seinen Gürtel. Sein Spielpartner und langjähriger Freund Sam Burns musste ihm während der Runde einen Ersatz bringen.
„Das war wahrscheinlich die denkbar schlechteste Woche, um meinen Gürtel zu vergessen, gerade weil der Weg vom Haus zum Platz so kurz ist. Das könnte der Grund sein, warum ich ihn vergessen habe; ich habe heute Morgen beim Aufbrechend einfach nicht daran gedacht,“
Scottie Scheffler, Weltnummer eins im Golf
Diese kleine Ablenkung beeinträchtigte seine Leistung jedoch nicht. Scheffler startete mit einer 64 (-6), wobei er in den ersten neun Löchern vier Birdies erzielte und die Runde ohne ein einziges Bogey beendete. Er lag nach dem ersten Tag nur einen Schlag zurück, was seine Strategie unterstreicht, früh im Geschehen zu bleiben.
Die Dynamik mit Sam Burns, der eine 66 (-4) spielte, schien beiden zu helfen. Scheffler betonte, dass es Spaß gemacht habe, nach längerer Zeit wieder im Wettbewerb zusammen zu spielen und hoffte, dass dieses Momentum in die Wochenendrunden getragen werden könne.
Mentale Beständigkeit nach dem U.S. Open
Die aktuelle Form von Scheffler ist besonders bemerkenswert, wenn man sie in den Kontext der vorangegangenen Woche setzt. Beim U.S. Open auf Shinnecock Hills scheiterte er im Finale an einem 1-über-Par 71 und beendete das Turnier mit einem geteilten vierten Platz, vier Schläge hinter dem Sieger Wyndham Clark.
Der Wechsel zum TPC River Highlands erforderte eine schnelle mentale Anpassung. Während die Anforderungen an die Präzision ähnlich bleiben, unterscheidet sich die Belohnung für gute Schläge auf den beiden Plätzen massiv. Scheffler analysierte dies gegenüber der PGA Tour wie folgt:
„Egal was passiert, man versucht immer noch, gute Golfschläge zu spielen, und je nach Platz ist die Belohnung manchmal unterschiedlich. Egal ob auf dem Platz letzte Woche oder auf diesem Golfplatz – wenn man gute Schläge spielt, wird man belohnt,“
Scottie Scheffler, Weltnummer eins im Golf
Diese Beständigkeit spiegelt sich in seiner Saisonbilanz wider. Scheffler verbucht bereits acht Top-fünf-Platzierungen in diesem Jahr, darunter drei aufeinanderfolgende zweite Plätze. Seinen ersten Sieg der Saison holte er beim American Express.
Das eng beieinander liegende Verfolgerfeld

Obwohl Scheffler die Führung hält, ist die Dichte an der Spitze hoch. Die aktuelle Rangliste zeigt, dass mehrere Spieler in Reichweite bleiben, sofern Scheffler im Wochenende nachlässt.
Besonders Akshay Bhatia sticht hervor, der mit einer 62 seinen bisherigen Karrierebestwert einstellte und nun gemeinsam mit Eric Cole auf dem dritten Platz liegt. Matt Fitzpatrick hingegen verlor durch zwei Bogeys auf den letzten drei Löchern den Anschluss und liegt nun zwei Schläge hinter der -14 von Hovland.
Für Scheffler ist die Strategie für das Wochenende klar: den Anschluss nicht verlieren und die Pace beibehalten. In einem Turnier, bei dem die Scores so niedrig ausfallen, ist das Risiko groß, bei einem schlechten Tag den Anschluss an die Spitze endgültig zu verlieren.
„Wenn die Scores niedriger sind, kann es immer schwieriger werden, den Anschluss wiederzufinden. Ich habe das Gefühl, wenn man einen Golfplatz spielt, bei dem Even Par am Ende der Woche das Gewinnergebnis sein wird, gibt es immer diese Tage, an denen es jemand herausfindet. Manchmal gerät man hier so weit zurück, dass man auf einigen dieser Plätze nur noch eine bestimmte Tiefe erreichen kann, deshalb ist es wichtig, mitzuhalten.“
Scottie Scheffler, Weltnummer eins im Golf
Nach seinem Sieg bei der Travelers Championship im Jahr 2024, den er in einem Playoff errang, geht Scheffler nun als klarer Favorit in die finalen Runden. Die Herausforderung wird darin bestehen, die extreme Aggressivität der zweiten Runde in kontrollierte Resultate am Samstag und Sonntag zu übersetzen.
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