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Unternehmen

SAP präsentiert neue agentische KI-Systeme auf der TechEd in Berlin

SAP hat auf der TechEd in Berlin neue agentische KI-Systeme und erweiterte Entwicklungswerkzeuge vorgestellt. Während das Unternehmen auf Cloud-Wachstum und neue Erlösmodelle setzt, fordert die Anwendervereinigung DSAG vom Softwarekonzern mehr finanzielle Transparenz beim Übergang in die Praxis.

Auf der Entwicklerkonferenz SAP TechEd in Berlin hat der Softwarekonzern SAP Erweiterungen seiner KI-Lösungen vorgestellt. Im Zentrum standen dabei neue Agenten und Entwicklungswerkzeuge. Die Neuheiten betreffen unter anderem Joule Work, Joule Studio sowie die SAP Business AI Platform.

Agentensteuerung und Enterprise AI Gateway

Joule Work erhält erweiterte Denkfähigkeiten zur automatisierten Abarbeitung komplexer Arbeitsabläufe. Technisch stützt sich die Anwendung auf eine architektonische Basis unter Rückgriff auf den SAP Knowledge Graph, der künftig auch Datenquellen außerhalb des SAP-Ökosystems einbezieht.

SAP
Foto: it-daily.net

Um diese Integrationen abzusichern, führt the Konzern das SAP Enterprise AI Gateway ein. Dessen allgemeine Verfügbarkeit ist für das erste Quartal 2027 geplant. Die Komponente bündelt Authentifizierung, Richtliniendurchsetzung, Routing, Monitoring und Audits für Schnittstellen und Sprachmodelle. Über dieses Gateway sollen auch externe Systeme wie Microsoft Copilot auf Joule-Agenten zugreifen können. Ab dem vierten Quartal 2026 soll zudem ein neuer KI-Governance-Assistent im SAP AI Agent Hub dabei helfen, die Risikoklassifizierung entsprechend den Vorgaben des europäischen KI-Gesetzes vorzunehmen.

Joule Studio und neue Tabellenmodelle

Für Entwickler öffnet SAP mit Joule Studio den Zugriff auf über 70 proprietäre und quelloffene KI-Modelle. Anwender im Frühphasenprogramm können n8n-Workflows entwerfen und ausführen, wobei die allgemeine Bereitstellung für das vierte Quartal 2026 vorgesehen ist. Die Plattform nutzt die Open Agent Safety Platform von Nvidia für Sicherheitsüberprüfungen und Schutz vor Manipulationen.

Moderne Büroarchitektur bei Dämmerung als Symbol für Unternehmensstrategie und Software-Infrastruktur. (KI-generierte
Foto: Boerse Express

Laut Unternehmensangaben arbeitet SAP-RPT rund 50.000-mal energieeffizienter als moderne Großsprachmodelle. Neben den über 300 vordefinierten Agenten beinhaltet die SAP Business AI Platform auch neu eingeführte tabellarische Modelle aus der SAP-RPT-Serie. Die Version SAP-RPT-2.0 erscheint im ersten Quartal 2027 und erweitert die Analyse strukturierter Tabellendaten um Anomalieerkennung. Zeitabhängige Kennzahlen wie etwa die Nachfrage nach Produkten lassen sich mit dem Modell SAP-RPT-TS auch ohne spezielles maschinelles Lernen vorhersagen, während ab dem vierten Quartal 2026 die Automatisierung von Routineprozessen in Lieferketten oder bei Freigabeprozessen durch SAP-RPT-Decisions erfolgen soll. Für ausgewählte Kunden bleibt die Bereitstellung eigener Agenten in der verwalteten Laufzeitumgebung bis Dezember 2026 gebührenfrei, ehe der Agent Builder in ein kostenpflichtiges Premium-Modell übergeht. Für einen Orbitaltest, bei dem Messdaten direkt im All analysiert werden sollen, ist im Zusammenschluss mit HPE bis Anfang 2027 ein Einsatz des Modells auf der Internationalen Raumstation vorgesehen.

Finanzkennzahlen und DSAG-Kritik

Die Reaktionen aus der Anwenderschaft fielen differenziert aus. Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe begrüsste die vorgestellten Neuerungen, insbesondere die offenen Schnittstellen und die Einbindung von Drittdaten, sieht aber die wirtschaftliche Tragfähigkeit und den Nutzen vieler geplanter Funktionen noch offen. Bezüglich der nach dem Ende der kostenlosen Einführungsphase auf Unternehmen zukommenden Folgekosten forderte DSAG-Technologievorstand Stefan Nogly jedoch frühzeitig für Klarheit zu sorgen. Auch der scheidende DSAG-Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen pochte auf mehr Produktreife statt Ankündigungsdichte.

Für das dritte Quartal 2026 meldete SAP Clouderlöse von 6,67 Milliarden Euro und ein Wachstum von 26 Prozent, während der Current Cloud Backlog 24,1 Milliarden Euro erreichte und um 28 Prozent stieg. SAP meldete, dass 45.000 Cloud-Kunden seine KI-Lösungen nutzen, wobei diese Angabe die Nutzung beschreibt und nicht automatisch einen Ergebnisbeitrag darstellt. Bei einigen SAP-Produkten wurden kostenspieligere KI-Modelle bereits durch günstigere ersetzt, sofern diese ähnlich leistungsfähig sind, wie Finanzchef Dominik Asam erläuterte. SAP-Kunden bezahlen demnach nicht für die benötigten Rechenkapazitäten, sondern für die erledigte Aufgabe, wodurch sich geringere Betriebskosten positiv auf die Gewinnmarge auswirken. Für das vierte Quartal erwartete SAP allerdings eine leichte Verlangsamung seines währungsbereinigten Wachstums. Der nächste bestätigte Finanztermin ist der 28. Januar 2027, an dem die vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht werden.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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