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Technik und Wissenschaft

Rekordhitze durch El Niño und Taifune treffen Ostasien schwer

Die Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik haben im Oktober einen Stand von 4 Grad Celsius über dem Normalwert erreicht, den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1949.

Ein ungewöhnlich aktives Taifunjahr

Die Saison der Taifune im Nordwestpazifik, die üblicherweise von Juli bis Oktober andauert, hat 2026 ein Aktivitätsniveau erreicht, das deutlich über den Durchschnittswerten der Jahre 1991 bis 2020 liegt. Während in einem durchschnittlichen Jahr etwa 25,5 tropische Stürme verzeichnet werden, prognostizierte das britische Analyseunternehmen Tropical Storm Risk bereits im Juli für 2026 fast 28 Stürme.

Die Auswirkungen auf die Logistik sind erheblich. Die Reederei Maersk meldete Anfang September Verzögerungen und Stauungen im gesamten asiatischen Raum, die durch mehrere aufeinanderfolgende, heftige Taifune verursacht wurden. In Asien, der weltweit führenden Exportregion, kam es in den vergangenen Monaten zu weitreichenden Unterbrechungen in Häfen und bei Transportketten.

Rekordhitze durch El Niño und Taifune treffen Ostasien schwer
Foto: bbc.co.uk

Extreme Wetterereignisse in Ostasien

Die Intensität der Stürme hat in der Region zu massiven Sachschäden und Evakuierungen geführt:

  • Taiwan: Im Oktober kam das öffentliche Leben nahezu vollständig zum Erliegen, als ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 295 km/h auf die Nordostküste zusteuerte. Obwohl das Zentrum der Insel nicht direkt getroffen wurde, führte der Sturm zu massiven Flugausfällen in Hongkong, Taiwan und Japan.
  • Im August sorgte Taifun Chan-Hom für meteorologische Überraschungen, da er sich entgegen der üblichen Zugbahn von Ost nach West über das Land bewegte.
  • China: Tropensturm Narra überflutete im Juli Dörfer in der Region Guangxi, während Taifun Saudel im August innerhalb einer Woche in drei südöstlichen Städten auf Land traf und den Transportverkehr lahmlegte.
  • Philippinen: Auf dem Batanes-Archipel mussten Küstenstraßen aufgrund schwerer Brandung gesperrt werden.

Wissenschaftliche Einordnung der Pazifik-Erwärmung

Ana Liza Solis, Leiterin der Klimatologie beim philippinischen Wetteramt, beschrieb den Zustand des Ozeans bei einer Pressekonferenz im September mit drastischen Worten: Der Pazifik sei wie eine Person, die burning with fever, und es bestehe die Gefahr, dass das System can go into convulsions soon.

Typhoons batter East Asia as El Niño makes Pacific 'burn with fever'

Die Intensität der Stürme wird durch den sogenannten Accumulated Cyclone Energy (ACE) Index gemessen, der die Stärke und Dauer von Wirbelstürmen zusammenfasst. Für Südost- und Ostasien wird der ACE-Wert für das Jahr 2026 auf fast das Doppelte des 30-jährigen Durchschnitts geschätzt. Forscher wie Rafaela Jane Delfino haben die Auswirkungen der gestiegenen Temperaturen mittels Simulationen untersucht. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass höhere Temperaturen die Niederschlagsmenge bei extremen Stürmen wie dem Super-Taifun Haiyan aus dem Jahr 2013 steigern könnten.

Vorbereitung auf langfristige Risiken

Das United Nations Development Programme (UNDP) in Asien und dem Pazifik warnt, dass das Zeitfenster für präventive staatliche Maßnahmen schrumpft. Laut der Organisation entscheidet sich die Widerstandsfähigkeit einer Gemeinschaft oft Jahre im Voraus durch die Planung von Infrastruktur, Wasserwirtschaft und soziale Sicherungssysteme.

Rekordhitze durch El Niño und Taifune treffen Ostasien schwer
Foto: timesofindia.indiatimes.com

Die Behörden in den betroffenen Ländern haben bereits reagiert: Japan fordert Bürger auf, Vorräte anzulegen und Außenanlagen zu sichern, während China seine Warn- und Überwachungssysteme aufrüstet. Das aktuelle El-Niño-Phänomen wird voraussichtlich noch bis Februar oder März 2027 anhalten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.