Ein schwerer Gebäudeeinsturz an einer Privatschule im nordwestpakistanischen Peshawar hat am Donnerstag, den 15. Oktober 2026, mindestens 27 Schulkinder und eine Lehrerin das Leben gekostet. Mehr als drei Dutzend weitere Personen erlitten Verletzungen, während Rettungskräfte und Anwohner verzweifelt nach Verschütteten suchen.
Laut Behördenangaben gaben zunächst die oberen Geschosse nach, bevor die Deckenkonstruktion unter ihrem eigenen Gewicht in die Klassenzimmer stürzte. Die meisten der getöteten Kinder waren jünger als 13 Jahre; unter den Toten befanden sich laut Angaben des Lady Reading Hospitals 18 Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren sowie eine weibliche Lehrkraft.
Rettungsarbeiten und dramatische Szenen an der Lady Reading Hospital
Die Verletzten wurden unter anderem in das Lady Reading Hospital eingeliefert. Der dortige Sprecher, Mohammad Asim, erklärte gegenüber Reportern, dass neben zahlreichen Verletzten auch 20 Schüler im Alter von sieben bis zwölf Jahren sowie eine weibliche Lehrkraft tot in die Klinik eingeliefert wurden. Fünf der Verletzten schwebten in kritischem beziehungsweise schwerem Zustand. Die Klinik sah sich gezwungen, den Notstand auszurufen, um den Ansturm der Opfer zu bewältigen. Insgesamt wurden der Einrichtung 47 verletzte Kinder gemeldet, während andere Berichte von über drei Dutzend Verletzten sprachen.
Augenzeugen und lokale Rettungskräfte berichteten von chaotischen Szenen an der Unfallstelle. Anwohner und Schulpersonal gehörten zu den Ersten, die mit bloßen Händen versuchten, die Trümmer beiseite zu räumen, bevor offizielle Rettungsteams und freiwillige Helfer eintrafen. Ein Elternteil namens Samiullah berichtete Medien, er habe vor Ort drei kleine Mädchen gerettet. Distrikt-Notfalloffizier Iftikhar Khan zog eine erste erschütternde Bilanz des Einsatzes:.
Wir haben bisher mindestens 45 Kinder aus den Trümmern geborgen.
Iftikhar Khan, Bezirks-Notfalloffizier
Trotz des schnellen Eintreffens von Einsatzkräften dauerten die Sucharbeiten nach weiteren vermissten Kindern an, da Behörden und Rettungsdienste warnten, dass die Opferzahl noch steigen könnte. Von Seiten der Schulleitung gab es zunächst keine Stellungnahme.
Ermittlungen zu baulichen Mängeln und offizielle Reaktionen
Die ersten Ermittlungsansätze deuten auf schwere bauliche Mängel als Ursache der Katastrophe hin. Polizeichef Mian Saeed erklärte, das Bauwerk sei statisch schwach dimensioniert gewesen. Dessen Dach war durch nachträgliche Bauarbeiten auf einer schwachen Struktur überlastet, was den Einsturz verursachte
, so Saeed laut Berichten von Reuters. In drei betroffenen Klassenräumen befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks insgesamt 110 Schüler, von denen vorerst lediglich 47 gerettet werden konnten. Auch Peshawar Deputy Commissioner Afaq Wazir bestätigte den Vorfall und erklärte, dass sich die Schüler in ihren Klassenräumen befanden, als das Dach nachgab und Kinder unter den Trümmern begrub.

Das Unglück löste landesweit Bestürzung aus. Premierminister Shehbaz Sharif nahm die Angelegenheit sehr ernst und drückte sein Beileid aus. Auch der Gouverneur von Khyber Pakhtunkhwa, Faisal Karim Kundi, zeigte sich tief erschüttert, forderte einen detaillierten Bericht sowie eine umfassende Untersuchung, um die genaue Ursache zu klären und sicherzustellen, dass Bildungseinrichtungen Sicherheitsstandards erfüllen. Zudem wies er an, den Verletzten bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Der Generalinspekteur der Polizei betonte in einer Mitteilung, dass die Provinzpolizei in diesen schweren Stunden an der Seite der betroffenen Familien stehe.
Wiederkehrende Baumängel in pakistanischen Bildungseinrichtungen
Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf den maroden Zustand vieler Gebäude in Pakistan, wo mangelhafte Durchsetzung von Bauvorschriften und minderwertige Materialien regelmäßig zu katastrophalen Einstürzen führen. Erst im Juli kamen bei einem ähnlichen Vorfall in Lahore vier Kinder beim Einsturz eines im Bau befindlichen Nachhilfezentrums ums Leben, während bei einem anderen Vorfall im Juli drei Mädchen im Alter zwischen drei und 13 Jahren starben, als die Außenhülle einer Regierungsgrundschule bei Umerkot kollabierte. Im Juni forderte zudem der Einsturz eines privaten Nachhilfezentrums in Lahore 14 Menschenleben, und im selben Jahr starben bei einem weiteren Klassenzimmereinsturz in Dera Ghazi Khan vier Kinder.
Die Rettungsmannschaften setzten ihre Arbeit an der Unglücksstelle in Peshawar fort, während die Behörden weiter nach vermissten Personen suchten und unbestätigte Berichte über bis zu 30 Todesopfer im Raum standen.
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