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Österreichs Mietpreise steigen laut ImmoScout24 im Schnitt um sechs Prozent

Österreichs Mietpreise auf dem freien Markt sind in den ersten drei Quartalen 2026 im Schnitt um sechs Prozent gestiegen, wobei die Steiermark mit einem Plus von 14 Prozent den steilsten Anstieg im Bundesländervergleich verzeichnet. Während die Bruttomieten im österreichweiten Schnitt bei 16 Euro pro Quadratmeter liegen, bildet das Burgenland mit einem Rückgang von vier Prozent die einzige Ausnahme.

Wohnen zur Miete wird in Österreich spürbar teurer. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 kletterten die angebotenen Bruttomieten am freien Wohnungsmarkt im österreichweiten Vergleich um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das zeigt eine aktuelle Datenanalyse von ImmoScout24.at, die auf Basis von 139.203 ausgewerteten Datenpunkten erstellt wurde. Der Median der angebotenen Bruttomieten erreichte 16 Euro pro Quadratmeter, was für eine typische 70-Quadratmeter-Wohnung eine monatliche Durchschnittsbelastung von 1,123 Euro bedeutet. Begleitend gaben in einer Integral-Umfrage unter 1,000 Personen 39 Prozent der Mieterinnen und Mieter an, sich wegen ihrer Wohnkosten zu sorgen.

Steiermark verzeichnet den steilsten Preissprung

Den kräftigsten Zuwachs aller neun Bundesländer verzeichnet die Steiermark. Dort kletterten die Bruttomieten im Jahresvergleich um 14 Prozent nach oben. Wohnungssuchende müssen im steirischen Schnitt mit 14,4 Euro pro Quadratmeter rechnen; für eine 70-Quadratmeter-Wohnung werden rund 1,005 Euro fällig. Damit liegt der Wert im Bundesland zwar mehr als 100 Euro unter dem österreichischen Durchschnitt, hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich verteuert.

Österreichs Mietpreise steigen laut ImmoScout24 im Schnitt um sechs Prozent
Foto: burgenland.ORF.at

Die massiven Teuerungen riefen umgehend politische Reaktionen hervor. So kritisierte die KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler die Entwicklung scharf und warnte davor, dass der steirische Wohnungsmarkt unter Druck gerate. Die Partei forderte einen stärkeren Ausbau des öffentlichen Wohnbaus und kritisierte geplante Verkäufe von Gemeindewohnungen in Gemeinden wie Judenburg, Kindberg und Bruck.

Wien bleibt das teuerste Bundesland mit markanten Bezirksunterschieden

An der absoluten Spitze des Preisrankings bleibt die Bundeshauptstadt Wien. Mit einem Anstieg von sieben Prozent verlangt der freie Markt im stadtweiten Median 22,6 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung bedeutet dies eine monatliche Belastung von 1,581 Euro. Hinter Wien folgen Tirol mit 21,7 Euro und Salzburg mit 20,3 Euro pro Quadratmeter.

Innerhalb der Bundeshauptstadt fallen die Preissprünge je nach Bezirk extrem unterschiedlich aus. Besonders drastisch zeigt sich die Lage in der Donaustadt, wo die Angebotsmieten binnen Jahresfrist um 24 Prozent auf 25,5 Euro pro Quadratmeter gestiegen sind. Damit hat der 22. Bezirk nahezu das Niveau der Inneren Stadt erreicht, wo im Schnitt 25,7 Euro verlangt werden. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in der Donaustadt ergibt sich rechnerisch eine monatliche Bruttomiete von 1.785 Euro. In Rudolfsheim-Fünfhaus legten die Angebotsmieten um 23 Prozent auf 21,10 Euro pro Quadratmeter zu. In Mariahilf kletterten die Werte um 17 Prozent auf 24 Euro, während Ottakring ein Plus von 14 Prozent auf 22,90 Euro verzeichnete. Simmering verbuchte einen Preisanstieg von elf Prozent auf 20 Euro je Quadratmeter, und Floridsdorf legte um neun Prozent auf 20,10 Euro zu.

Wohnen © AdobeStock
Foto: ImmoFokus

Wir sehen hier seit Jahren einen langfristigen und ungebrochenen Trend nach oben.

Joseph Obiegbu, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich

Gegenläufige Entwicklungen zeigen sich dagegen im Wiener Neubausegment sowie in einigen Bestandsbezirken. So sanken die Angebotsmieten im Neubau um 14 Prozent auf 22,6 Euro pro Quadratmeter. Bezüglich der Preisrückgänge in den Bestandsbezirken gab es in der Josefstadt ein Minus von 5 Prozent, in Margareten und Hietzing ging es jeweils um 3 Prozent abwärts, und die Brigittenau verzeichnete einen Rückgang von 2 Prozent. Wer eine Wohnung sucht, kann je nach Bezirk also mit völlig unterschiedlichen Preisentwicklungen konfrontiert sein.

Burgenland als einziges Bundesland gegen den Trend

Als einziges Bundesland verzeichnet das Burgenland einen Rückgang der Angebotsmieten. Die Preise sanken im Jahresvergleich um durchschnittlich vier Prozent auf 11,3 Euro pro Quadratmeter. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kostet im Burgenland im Schnitt rund 792 Euro. Maria Kitzinger von ImmoScout24 erklärt diese Sonderstellung mit dem hohen Anteil an Genossenschaftsobjekten im Land, die im Neubaubereich deutlich günstiger angeboten werden als auf dem völlig freien Mietmarkt anderer Bundesländer.

Österreichs Mietpreise steigen laut ImmoScout24 im Schnitt um sechs Prozent
Foto: MeinBezirk.at

In den anderen Bundesländern zeigt sich ein differenziertes Bild bei den Mietkosten: Kärnten und Oberösterreich verzeichnen jeweils ein Plus von 5 Prozent, wobei die Quadratmeterpreise bei 14,9 Euro beziehungsweise 13,1 Euro liegen. Dies entspricht für 70 Quadratmeter einer monatlichen Miete von 1.045 Euro beziehungsweise 918 Euro. In Niederösterreich stiegen die Mieten um 3 Prozent auf 13,1 Euro pro Quadratmeter, was für eine Wohnung dieser Größe eine monatliche Bruttomiete von etwa 914 Euro ergibt. Rechnet man mit Vorarlbergs Zuwachs von 2 Prozent, ergibt sich ein Quadratmeterpreis von 19,5 Euro, was bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung monatliche Kosten von rund 1.362 Euro zur Folge hat. Tirol und Salzburg verzeichnen Quadratmeterpreise von 21,70 Euro beziehungsweise 20,30 Euro, was für 70 Quadratmeter monatliche Mieten von 1.522 Euro beziehungsweise 1.418 Euro zur Folge hat.

Während in acht von neun Bundesländern die Mieten anzogen, war das Angebot an Mietobjekten bundesweit uneinheitlich. Österreichweit stieg das Wohnungsangebot im Schnitt um drei Prozent, wobei Oberösterreich mit einem Rückgang von sieben Prozent bei den verfügbaren Objekten eine Ausnahme bildete. Bezüglich der Zuwächse beim Wohnungsangebot meldet Kärnten ein Plus von 5 Prozent, das Burgenland verzeichnet einen Anstieg um 4 Prozent und in Salzburg liegt das Plus bei 2 Prozent. Wien und die Steiermark weisen jeweils ein Plus von 1 Prozent auf. Obiegbu betonte, dass ein steigendes Wohnungsangebot keineswegs sinkende Mieten garantiere, da Faktoren wie Lage, Wohnungsqualität, Betriebskosten sowie Ausgaben für Strom und Heizung die Gesamtkosten maßgeblich bestimmen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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