Patricia Krenwinkel, die Frau mit der längsten Haftzeit in einem kalifornischen Staatsgefängnis und frühere Anhängerin von Charles Manson, hat bei ihrer 18. Anhörung am 7. Oktober 2026 eine erneute Bewährungsempfehlung erhalten, die nun einen monatelangen Prüfprozess durchläuft.
Die Entscheidung des kalifornischen Bewährungsausschusses bringt die heute 78-jährige Krenwinkel nach fast sechs Jahrzehnten Haft erneut in die Nähe einer möglichen Entlassung. Die Bewährungskommission stufte sie bei einem Termin im Oktober 2026 als geeignet für die Freiheit ein, wie aus Unterlagen der Justizverwaltung hervorgeht. Es ist das dritte Mal, dass ein Gremium des Ausschusses diesem Schritt zustimmt. Die Bewährung erfolgt vor dem Hintergrund des Älteren-Häftlings-Programms des Staates sowie unter Berücksichtigung ihres Jugendalters zur Tatzeit.
Vorgeschichte der Taten und Verurteilung im Jahr 1971
Krenwinkel war im Jahr 1971 wegen ihrer Beteiligung an den sogenannten Tate-LaBianca-Morden aus dem Sommer 1969 zu sieben Fällen von Mord ersten Grades verurteilt worden. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Anhängerschaft des Kultführers Charles Manson drang sie damals in das Anwesen in Benedict Canyon ein, wo die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, Thomas Jay Sebring, Abigail Ann Folger, Wojciech Frykowski und Steven Earl Parent getötet wurden. Am darauffolgenden Tag beteiligte sich Krenwinkel laut den Gerichtsakten an den Morden an dem Lebensmittelgroßhändler Leno LaBianca und dessen Ehefrau Rosemary. Bei den Taten hinterließen die Täter Schriften mit dem Blut ihrer Opfer, wobei Krenwinkel an einer Wand des Hauses den Satz „Death to pigs“ anbrachte. Während eines späteren Prozesses trugen Krenwinkel sowie die Mitangeklagten Susan Atkins und Leslie Van Houten zeitweise ein eingeritztes „Xauf der Stirn, um sich mit dem ebenfalls so markierten Manson zu solidarisieren.
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Ursprünglich wurde sie zum Tode verurteilt. Diese Strafe wurde jedoch nach einem Urteil des Supreme Court von Kalifornien aus dem Jahr 1972, das alle Todesstrafen vor 1972 für ungültig erklärte, in eine lebenslange Freiheitsstrafe mit der Möglichkeit auf Bewährung umgewandelt. Im Gegensatz zu Krenwinkel verstarben Charles Manson, Susan Atkins und Bruce Davis in Haft.

Rechtlicher Prüfprozess und die Rolle des Gouverneurs
Die kalifornische Bewährungsbehörde, das Department of Corrections and Rehabilitation, betonte, dass sämtliche Bewährungsentscheidungen lediglich Vorschläge darstellen. Sie erlangen ihre Gültigkeit erst nach einer umfassenden Prüfung durch das Komitee und den Gouverneur des Bundesstaates. Dieser formelle Weg stützt sich auf validierte Risikobewertungsinstrumente, Berichte von forensischen Psychologen, die Gefängnisakten, Bewährungspläne sowie Stellungnahmen zum Opfereinfluss.
Beamte des California Department of Corrections and Rehabilitation erklärten: „Alle Bewährungsbewilligungen sind vorgeschlagene Entscheidungen und werden erst nach einer gründlichen und umfassenden Prüfung durch den Bewährungsausschuss und den Gouverneur endgültig.

Der aktuelle Fall durchläuft nun eine 120-tägige Überprüfung durch den Bewährungsausschuss. Da es sich um ein Tötungsdelikt handelt, schließt sich ein 30-tägiges Zeitfenster an, in dem Gouverneur Gavin Newsom die Entscheidung entweder bestätigen oder kippen kann. Sollte die Entlassung erneut vom Gouverneur untersagt werden, ist nach den Vorgaben der Behörden innerhalb von 18 Monaten eine erneute Anhörung anzusetzen. Während der Anhörung selbst war Krenwinkel nicht persönlich anwesend, während die Staatsanwaltschaft von Los Angeles ankündigte, die Beibehaltung der Inhaftierung einzufordern.
Wiederholte Aufhebungen durch die Exekutive und Argumente der Verteidigung
Die jetzige Empfehlung folgt auf zwei frühere Vorstöße des Ausschusses in den Jahren 2022 und 2025, die von Gouverneur Newsom jeweils gestoppt wurden. Bei seiner letzten Ablehnung im Oktober 2025 würdigte Newsom zwar ausdrücklich Krenwinkels Bemühungen um ihre Resozialisierung, darunter den Erwerb mehrerer akademischer Grade und eine tadellose Disziplin hinter Gittern. Dennoch urteilte er, dass die Sicherheitsbedenken für die Öffentlichkeit weiterhin überwiegen.
Gouverneur Gavin Newsom sagte: „Wenn man sie als Ganzes betrachtet, zeigen die Beweise meiner Ansicht nach, dass sie derzeit eine unzumutbare Gefahr für die Gesellschaft darstellt, wenn sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus dem Gefängnis entlassen wird. Daher mache ich die Entscheidung rückgängig, Frau Krenwinkel auf Bewährung zu entlassen.

Krenwinkels Verteidiger argumentieren hingegen, dass die Inhaftierte über Jahrzehnte hinweg an ihrer Aufarbeitung gearbeitet habe. Zudem verweisen ihre Anwälte darauf, dass sie während der Taten erst 21 Jahre alt war und von Manson ausgenutzt und psychisch misshandelt worden sei. Ihr Anwalt Keith Wattley erklärte öffentlich, dass sie die Verantwortung für ihre Taten vollumfänglich trage und ein beispielloses Maß an Aufarbeitung gezeigt habe. Neben ihrer disziplinierten Führung absolvierte sie Bildungsangebote, nahm an Therapien teil und widmete sich dem Training von Assistenzhunden.
Widerstand von Opferangehörigen und die Freilassung von Leslie Van Houten
Die Aussicht auf eine Freilassung ruft bei Hinterbliebenen der Opfer Widerspruch hervor. Debra Tate, die Schwester der ermordeten Sharon Tate, führt seit Jahren Online-Petitionen an, um eine Entlassung der verbliebenen Manson-Anhänger zu verhindern.
Dennoch verweist das Umfeld der Inhaftierten auf einen Präzedenzfall aus dem Jahr 2023.
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