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Unternehmen

Panthalassa plant KI-Rechenzentren auf dem Meer

Der Palantir-Mitgründer Peter Thiel führt eine Finanzierungsrunde über 140 Millionen Dollar für das Portlander Startup Panthalassa an. Das Unternehmen plant den Aufbau autonomer, schwimmender KI-Rechenzentren im Pazifik, die ihre Energie aus Meereswellen gewinnen. Ein kommerzieller Start der Plattform ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

Die steigende Rechenlast durch Künstliche Intelligenz stellt die terrestrische Energieinfrastruktur vor massive Herausforderungen. Während landgestützte Rechenzentren enorme Mengen an Strom und Süßwasser für die Kühlung beanspruchen, setzt Panthalassa auf eine Verlagerung der Hardware in den Ozean. Mit einer aktuellen Finanzierung von 140 Millionen Dollar unter der Führung von Peter Thiel sowie einer Gesamtsumme von 210 Millionen Dollar aus dem Silicon Valley will das Unternehmen die Abhängigkeit von Landressourcen beenden.

Hydraulische Energie und schwimmende Stahlkugeln

Das technische Konzept von Panthalassa basiert auf einer spezifischen Architektur zur Energiegewinnung aus Meereswellen. Das Startup baut schwimmende Stahlkugeln mit einem Durchmesser von 50 Metern. Diese Konstruktionen sind über ein Rohr, dessen Länge zwischen 60 und 85 Metern liegt, mit einem fest installierten Unterwasserrahmen verbunden.

Die Energiegewinnung erfolgt über einen geschlossenen Hydraulikkreislauf: Wenn Wellenbewegungen die Konstruktion bewegen, wird Meerwasser durch das Rohr nach oben in ein Druckreservoir gepresst. Dort treiben Hochdruckstrahlen interne Turbinen an. Laut Unternehmensangaben ermöglicht dieses System einen kontinuierlichen Betrieb rund um die Uhr mit einem Kapazitätsfaktor von bis zu 90 Prozent.

Die KI-Chips sind direkt an Bord dieser schwimmenden Plattformen installiert. Dies ermöglicht eine effiziente Kühlung durch das umgebende Meerwasser, was einen signifikanten Vorteil gegenüber herkömmlichen Rechenzentren darstellt, die auf energieintensive Klimaanlagen und große Mengen an Süßwasser angewiesen sind.

Strategische Vernetzung via Satellit

Da die Rechenknoten autonom auf dem offenen Meer im Pazifik stationiert werden, entfällt die Notwendigkeit für physische Kabelverbindungen zum Festland für die Stromversorgung. Die Übertragung der Berechnungsergebnisse erfolgt stattdessen per Satellit an die Nutzer an Land.

Panthalassa positioniert sich als Public-Benefit Corporation mit dem Ziel, eine planetary-scale energy platform zu schaffen, die sauber, nachhaltig und kostengünstig ist. Das Unternehmen reagiert damit auf eine globale Energienachfrage, die laut eigenen Angaben über das hinausgeht, was die terrestrische Infrastruktur unterstützen kann.

Details zur spezifischen Chiparchitektur oder der genauen Rechenkapazität pro Knoten hält das Startup derzeit noch geheim. Fest steht jedoch, dass die Plattform darauf ausgelegt ist, die Emissionen auf null zu reduzieren und die Bereitstellungszeit im Vergleich zu massiven Landprojekten zu verkürzen.

Vom Pilotprojekt im Staat Washington zum kommerziellen Start

Die Vision ist nicht rein theoretisch; erste Tests für schwimmende Rechenzentren werden bereits seit 2021 vor der Küste von Washington durchgeführt. Diese Pilotphase dient als Grundlage für die geplante kommerzielle Expansion im Pazifik ab dem Jahr 2027.

Panthalassa: Die KI-Revolution auf den Weltmeeren

Die personelle Zusammensetzung von Panthalassa unterstreicht den interdisziplinären Ansatz des Projekts. Das Team besteht aus Experten, die zuvor bei Unternehmen wie SpaceX, Google, Blue Origin, Apple, Boeing, Amazon, Tesla und Microsoft tätig waren. Zudem fließen Erfahrungen aus der NASA, der US Air Force, der US Army sowie aus Forschungseinrichtungen wie der University of Michigan (Naval Arch) und der South Pole Station in die Entwicklung ein.

Diese Kombination aus Luft- und Raumfahrttechnik, Marinearchitektur und Softwareentwicklung ist notwendig, um die Herausforderungen der extremen maritimen Umgebung zu bewältigen. Die Stationierung tausender autonomer Knoten auf dem Pazifik erfordert eine Robustheit, die über die Standards herkömmlicher IT-Infrastruktur hinausgeht.

Ökonomische Implikationen für den KI-Sektor

Die Investition von Peter Thiel signalisiert eine strategische Wette auf die Dezentralisierung der Rechenleistung. Bisher konzentriert sich die KI-Infrastruktur auf wenige, hochzentralisierte Cluster, die oft in Regionen mit günstigen Strompreisen oder spezifischen steuerlichen Vorteilen liegen. Panthalassa versucht, die Energiequelle selbst – den Ozean – zum Standort der Rechenleistung zu machen.

Sollte der kommerzielle Start 2027 gelingen, könnte dies die Kostenstruktur für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle verändern, da die Kosten für Landbesitz und die energetische Kühlung wegfallen. Kritisch zu beobachten bleibt jedoch die langfristige Wartung autonomer Knoten in einer korrosiven Salzwasserumgebung sowie die Latenzzeiten der Satellitenkommunikation im Vergleich zu Glasfaserverbindungen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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