Vor achtzig Jahren schloss sich ein historisches Kapitel des internationalen Strafrechts. Am 1. Oktober 1946 endete in Nürnberg der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes. Bis zum Jahr 1949 folgten zwölf weitere Verfahren, womit die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen eine institutionelle Basis erhielt. Anlässlich dieses Jahrestages widmet der Fernsehsender ORF III am Samstag, dem 26. September 2026, einen vierteiligen Programmschwerpunkt der historischen Aufarbeitung.
Die Anfänge des Internationalen Militärtribunals in Nürnberg
Den Auftakt des Themenabends bildet um 20.15 Uhr der erste Teil der Dokumentation Auf den Spuren der Geschichte – Die Nürnberger Prozesse
. Der Film zeichnet den Beginn des Verfahrens nach, das im November 1945 vor dem International Military Tribunal (IMT) eröffnet wurde. Die vier Siegermächte USA, Großbritannien, Sowjetunion und Frankreich klagten damals 24 Personen sowie sechs Organisationen an. In der damals zu großen Teilen zerstörten bayerischen Stadt wurden führende Vertreter eines Regimes erstmals persönlich für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung gezogen. Mehr als 300 Journalistinnen, Schriftsteller und Fotografen berichteten direkt aus Nürnberg.
Beweisaufnahme, Alliierte Spannungen und Nachfolgeprozesse
Um 21.05 Uhr beleuchtet der zweite Teil der Dokumentation die weitere Chronik des Verfahrens im Justizpalast von Nürnberg. Während die umfassende Beweisaufnahme das Ausmaß der NS-Verbrechen dokumentierte, verschärften sich parallel die politischen Spannungen zwischen den einstigen Alliierten. Der Hauptkriegsverbrecherprozess endete am 1. Oktober 1946 mit zahlreichen Todesurteilen, worauf die zwölf weiteren Nürnberger Nachfolgeprozesse folgten.
Österreichische Verantwortung und die Jagd auf Adolf Eichmann
Im weiteren Verlauf des Abends richtet sich der Blick auf konkrete Täterpersönlichkeiten. Um 21.55 Uhr steht die Dokumentation Hitlers österreichische Helfer – Ernst Kaltenbrunner
auf dem Programm. Der Film untersucht den Aufstieg des aus Oberösterreich stammenden Juristen und Chefs des NS-Reichssicherheitshauptamtes, der sich als einer von zwei Österreichern im Hauptprozess verantworten musste.
Den Abschluss des Schwerpunktabends bildet ab 22.45 Uhr die Produktion Jagd auf Adolf Eichmann
. Diese rekapituliert die Flucht des ehemaligen SS-Obersturmbannführers nach Argentinien sowie die jahrelangen Ermittlungen der Behörden. Konkrete Hinweise von Überlebenden und Zeitzeugen führten den israelischen Geheimdienst Mossad schließlich auf die Spur des NS-Kriegsverbrechers.
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