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ORF erinnert zum 80. Geburtstag an Austropop-Musiker Georg Danzer

Zum 80. Geburtstag am 7. Oktober 2026 erinnert der ORF mit einem umfassenden Programmschwerpunkt an den Wiener Musiker und Poeten Georg Danzer.

Der Künstler, den Weggefährten und Fans schlicht als Schurli kannten, prägte wie kaum ein anderer die musikalische Identität Österreichs. Aufgewachsen am Gaudenzdorfer Gürtel 47 in Wien, verarbeitete er schon als Jugendlicher den harten Wiener Alltag und seine eigenen Träume in Texten (ORF). Hinter dem oft augenzwinkernden Ton seiner Lieder verbargen sich konsequent sozialer Protest und ein unermüdlicher Ruf nach Gerechtigkeit.

In den frühen 1970er-Jahren betonte Danzer in einem Interview, dass die Menschen viel zu wenig mit dem Herzen zuschauen würden. Seine Lieder wechselten stets zwischen Empfindsamkeit und der Lust an der Konfrontation, pendelten gekonnt zwischen Vulgarität und Subtilität. Schon in jungen Jahren trat er gemeinsam mit Anita Ammersfeld, der späteren Prinzipalin des Theaters in der Walfischgasse, in der Talenteshow „Showchance“ auf. Damals tröpfelte ihm nach eigener Erinnerung das Lied „Ein Fagott warad scheevon den Lippen, wobei ihn später ein zartes Lächeln über seine damalige Unsicherheit umspielte.”

ORF erinnert zum 80. Geburtstag an Austropop-Musiker Georg Danzer
Foto: ORF

Vom Durchbruch mit „Jö schau“ bis zu den großen Tourneen

Sein erster großer Meilenstein als Solomusiker folgte im Jahr 1975 mit der Single Jö schau, die sich zum ersten und einzigen Nummer-eins-Hit seiner Karriere entwickelte (ORF). Als eine zweite große Kategorie seines Schaffens etablierten sich die verlässlich derben Erotiklieder, die Danzer mit großer Liebe zum Detail entwarf. Neben Figuren wie dem „feschen Gustl mid da imma hoatn Röhrn“ liefen diese deftigen Stücke meist auf ein Scheitern hinaus, unvergessen ist etwa der metallische Sexualunfall in „Piercing in Gmunden“. Daneben zeigte sich der Melancholiker in Liedern wie „Ein Tampon und ein Kondom“ wieder als unterleibsfixierter Leichtigkeitsvirtuose. Eines seiner wohl schönsten und dauerhaftesten Meisterwerke ist das Jahr 1975 für Wolfgang Ambros geschriebene Stück „Heit drah i mi ham“.

Nach frühen Kompositionsaufträgen für namhafte Größen (ORF) folgte Ende der 1970er-Jahre die legendäre „Georg Danzer Tournee 79mit 32 ausverkauften Konzerten als Meilenstein in seiner Karriere, während die Notizen und Leadsheets zu dieser Schaffensphase heute in der Wienbibliothek im Rathaus aufbewahrt werden.

ORF erinnert zum 80. Geburtstag an Austropop-Musiker Georg Danzer
Foto: DiePresse.com

In den späten Jahren bildete er gemeinsam mit Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich das legendäre Trio Austria 3, das den Austropop noch einmal auf den großen Bühnen feierte. Der junge Künstler war eben „ned alla, wie man in Wien jene nennt, die vielschichtig und leicht verrückt sind, denn er vereinte zeitlebens mehrere Charaktere in sich.

„Freiheit haßt nur, dass ma gehn kau, waun ma“

Georg Danzer, zitiert nach Die Presse

Der letzte Weg und das künstlerische Vermächtnis im Rückblick

„.ich habe immer noch das Gefühl, dass ich zu Themen in einer Form Stellung beziehen kann, wie es sonst niemand anderer würde. Wenn man sich das Sujet eines Liedes als Haus vorstellt, dann kommt jemand wie Randy Newman in seiner Schreibe immer durch die Oberlichte oder die Katzenklappe. Auch ich komme niemals durch die Tür.“

Georg Danzer, im Interview mit Samir Köck via ORF Ö1

Auf seinem vorletzten, in den USA aufgenommenen Album „Von Scheibbs bis Nebraska“ ist sein wohl schönstes Lied enthalten, und auf seinen letzten Veröffentlichung widmete er sich intensiv der Frage, was sein wird, wenn nichts mehr ist. Im Sinne des Malers Modigliani, der die Rettung der eigenen Träume als erste Menschenpflicht ansah, praktizierte Danzer dies zeitlebens und definierte sich bis zuletzt als Träumer, dem jeglicher Zeitgeist völlig egal war.”

ORF erinnert zum 80. Geburtstag an Austropop-Musiker Georg Danzer
Foto: Salzburger Nachrichten

Umfangreicher ORF-Programmplan und Konzerte zum Gedenktag

  • Radio Wien widmet dem Musiker am Mittwochabend von 19:00 bis 21:00 Uhr eine zweistündige Sondersendung sowie zusätzliche Programmpunkte im Rahmen des „Ö3-Heimatsound“ und der Ö1-Reihe „Spielräume spezial“ (ORF).
  • ORF III zeigt die Dokumentation Nur a klana Bua im Winter – Georg Danzer sowie Mitschnitte von Danzers letzten Auftritt am Donauinselfest (ORF).
  • Live-Konzerte unter den Titeln Danke Danzer (eingeführt im Oktober) und DanzerMania (zusätzlich seit 2016 etabliert) bringen langjährige Danzer-Bandmusiker wie Ulli Bäer, Lenny Dickson, Thomas Mora und Martin Mader gemeinsam mit Weggefährten wie Andy Baum, Matthias Kempf und dem Mitinitiator Christian Becker auf die Bühnen (ORF Ö1).
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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