Tate Sandell kickte am Samstag im Cotton Bowl Stadium ein 47-Yard-Field-Goal zum 27:24-Sieg von Oklahoma gegen die topgesetzten Texas Longhorns. Der historische Red-River-Rivalry-Erfolg der Sooners markierte den ersten Sieg gegen eine Nummer-1-Mannschaft seit 2007 und wurde durch zwei späte Interceptions von Arch Manning begünstigt.
Sandell sichert den historischen Sieg
Das diesjährige Red-River-Rivalry-Duell im Cotton Bowl Stadium in der Mitte der State Fair of Texas lieferte das dramatische Ende, das College-Football-Klassiker so oft auszeichnet. Mit nur noch 13 Sekunden auf der Spieluhr warf Quarterback John Mateer den Ball punktgenau an die Schulter von Wide Receiver Isaiah Sategna III, der den Raum für das entscheidende Kick-Setup öffnete. Mateer beendete die Partie mit 18 präzisen Pässen aus 26 Versuchen für 155 Yards (The Guardian). Zuvor hatten Spielzüge über 13 und 20 Yards auf derselben Spielfeldseite nach Videobeweis jeweils als gültiger Catch bestätigt werden können.
Den Schlusspunkt setzte der amtierende Lou-Groza-Award-Gewinner Tate Sandell. Für die Sooners (3-2, 1-1 SEC) war es zudem der erste Sieg gegen einen Spitzenreiter seit dem Big-12-Championship-Game im Jahr 2007, während man davor in direkten Duellen mit topgerankten Texas-Mannschaften eine Bilanz von 0-4-1 aufgewiesen hatte.

Bereits im Laufe der Begegnung hatte Sandell ein 53-Yard-Field-Goal erfolgreich verwandelt, während ein weiterer Versuch aus derselben Distanz missglückt war. Auch im Special-Team-Bereich trug sich Oklahoma früh in die Statistiken ein, als Danny Okoye einen gegnerischen Punt blockierte und Dakoda Fields das Leder in der hinteren Zone der Endzone sichern konnte. Der Colorado-State-Transfer Lloyd Avant, der sich den Startplatz im Training Camp erarbeitet hatte, steuerte zudem zehn Läufe für 72 Yards und einen Two-Yard-Touchdown im Schlussabschnitt bei.
Manning-Fehler stürzen die Longhorns
Bis weit in die zweite Halbzeit hinein schien das Spiel den erwarteten Verlauf für die favorisierten Longhorns zu nehmen, die zur Pause noch mit 17:7 geführt hatten. Doch die Offensive der Sooners fand über ihre Defensive und die Special Teams zurück in die Partie. Defensive Lineman Danny Okoye blockierte zu Beginn des zweiten Viertels einen Punt, den Dakoda Fields direkt in der Endzone zum Touchdown sicherte.
Im vierten Viertel kippte die Begegnung endgültig.
Arch Manning warf beim Stand von 17:17 einen folgenschweren Fehlpass, den Safety Peyton Bowen über 42 Yards zum Pick-Six in die gegnerische Endzone zurücktrug und Oklahoma mit 24:17 in Führung brachte. Dieser Spielzug entstand, während Manning vor Druck flüchtete und das Leder in Richtung von Cam Coleman warf, der im ersten Viertel bereits nach einem vermeintlich fehlenden Safety-Helfer einen 41-Yard-Touchdown erzielt hatte. Zwar antwortete Manning mit einem Touchdown-Pass über 15 Yards auf Jermaine Bishop Jr., doch kurz vor Schluss besiegelte Courtland Guillory mit seiner zweiten spielentscheidenden Interception das Schicksal der Longhorns. Zuvor war Texas nach einem vergebenen 53-Yard-Kick von Gianni Spetic bei verbleibenden 1,95 Spielminuten gescheitert.
Die rohen Emotionen dieses packenden Nachmittags spiegelten sich auch abseits des Rasens wider. TV-Kameras fingen im Publikum einen weiblichen, blonden Fan der Longhorns ein, der unter Tränen Trost suchte. Die entsprechende Aufnahme entwickelte sich innerhalb weniger Stunden im Internet rasant, verzeichnete in kürzester Zeit über 17.400 Aufrufe und fing die Enttäuschung des gesamten Anhangs ein.
Owen Heinecke sagte im Radio nach dem Spiel: „Hut ab vor Texas, sie haben hart gespielt. Aber Boomer Sooner für immer und sie sind für immer der kleine Bruder, laut USA Today.
Defensive-Akteur Owen Heinecke, der die Abwehrreihe mit neun Tackles und 2,5 Tackles for Loss anführte, zollte dem Gegner im Anschluss Respekt, betonte aber gleichzeitig die Rivalität.
Aussichten nach dem Derbysieg
Analysen zufolge besitzen die Longhorns (4-1, 1-1 SEC) durch ihren hochkarätigen Frührfolg gegen Ohio State ein starkes Polster im Résumé, das auch bei einer Bilanz von 9:3 oder 10:2 eine Teilnahme im erweiterten Playoff-Feld rechtfertigen dürfte. Selbst bei drei Niederlagen im Saisonverlauf würde ein solches Szenario in der Geschichte des Playoffs neue Maßstäbe setzen, bliebe für das Team aus Austin jedoch eine realistische Option.

Für Oklahoma bedeutet dieser hart erkämpfte Derbysieg unter Trainer Brent Venables den dringend benötigten Wendepunkt in einer von Ballverlusten geplagten Spielzeit. Während Texas in der kommenden Woche zu Hause gegen das an Nummer 16 geführte Florida antritt, empfängt Oklahoma die Mannschaft aus Kentucky zu ihrem ersten SEC-Heimspiel in der nächsten Woche.
Meldungen der beteiligten Agenturen und Sender sowie Aufzeichnungen von Team-Offiziellen flossen in diesen Bericht ein.