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Sport

Niederlande bei der WM: Gruppensieger trotz Unwetter

Die Niederlande haben am Donnerstag ihr letztes Vorrundenspiel der WM 2026 in Kansas City mit 3:1 gegen Tunesien gewonnen und erreichen damit als Gruppensieger die K.o.-Runde. Trotz massiver Unwetterwarnungen und Starkregens sicherte sich die Elftal den ersten Platz der Gruppe F und trifft im Sechzehntelfinale am Dienstag auf Marokko.

Der Blitzstart und die schnellste Führung seit 55 Jahren

Der Blitzstart und die schnellste Führung seit 55 Jahren
Photo: ServusTV On
Die Oranje dominierten die Anfangsphase in Kansas City mit einer Effizienz, die man in der Gruppenphase selten sah. Bereits in der dritten Minute führte die Niederländische Nationalmannschaft durch ein Eigentor von Ellyes Skhiri, nachdem eine Flanke von Denzel Dumfries unglücklich abgewehrt wurde. Nur vier Minuten später erhöhte Brian Brobbey per Kopf auf 2:0. Dieser Start markierte die früheste Zwei-Tore-Führung der Niederlande seit 55 Jahren. Brobbey steigerte damit seinen Turnierbilanz auf drei Treffer. Vor 68.391 Zuschauern im Stadion der Kansas City Chiefs schien das Spiel früh entschieden, auch wenn die Intensität im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nachließ. Nach dem Seitenwechsel kam es zu einer kurzen Phase der Unkonzentriertheit. Tunesien konnte in der 54. Minute durch Hazem Mastouri nach einer Ecke auf 1:2 own. Die Reaktion der Elftal folgte jedoch prompt: In der 62. Minute köpfte Jan Paul van Hecke zum 3:1 ein und besiegelte den Sieg. Van Hecke, der nach der Saison für 60 Millionen Euro von Brighton zu Tottenham wechseln wird, verbuchte damit sein erstes Länderspieltor.

Unwetter-Chaos und Tornado-Gefahr in Missouri

Unwetter-Chaos und Tornado-Gefahr in Missouri
Photo: Ligaportal
Während die Spieler auf dem Platz agierten, kämpften die Organisatoren und Fans gegen die Elemente. Der US-Wetterdienst NWS hatte vor schweren Stürmen und heftigen Regenfällen gewarnt. Die Lage war so ernst, dass das Fanfest im P&L District bereits gegen 14:00 Uhr Ortszeit geschlossen werden musste. Laut BILD warnte der Wettermoderator Mike Nicco vor einer hohen Wahrscheinlichkeit für Spielverzögerungen, Hagel in Münzgröße und sogar einer geringen Gefahr von Tornados mit Windböen von bis zu 95 Kilometern pro Stunde. Die Zuschauer wurden zunächst nicht ins Stadion gelassen, bis etwa 90 Minuten vor Anpfiff Entwarnung gab. Kapitän Virgil van Dijk reagierte gelassen auf die Bedingungen. „Da regnet es oft, für mich ist das nichts Besonderes“ Virgil van Dijk, Kapitän der Niederlande

Koemans Warnung vor der „Schlampigkeit“

Eine Tote und Verkehrschaos nach "schwerstem Sommersturm in der Geschichte der Niederlande"
Trotz des Gruppensiegs und einer positiven Bilanz von zehn erzielten Toren in drei Spielen zeigt sich Bondscoach Ronald Koeman kritisch. Die Berichterstattung von ORF verdeutlicht, dass Koeman zwar die gute Arbeit lobt, aber Fehler bei Ballverlusten bemängelt. Die Zeitung AD beschrieb die Mannschaft zeitweise als „im Halbschlaf“ unterwegs. Besonders die vier kassierten Gegentreffer in der Vorrunde sorgen für Unruhe. Koeman warnte seine Spieler deutlich vor der kommenden K.o.-Phase, in der Fehler fatal enden können. „In der nächsten Runde brauchst du das nicht, vor allem gegen stärkere Gegner. Das kann dich den Kopf kosten. Und das wollen wir vermeiden.“ Ronald Koeman, Nationaltrainer der Niederlande Die Analyse ist klar: Gegen Tunesien war der Qualitätsunterschied zu groß, um Fehler zu bestrafen. Gegen Marokko, den Halbfinalisten von 2022, wird diese Nachlässigkeit zum Risiko. Van Dijk betonte, dass Marokko zwar tief stehen könne, aber über eine Qualität verfüge, die eine präzise Vorbereitung erfordere.

Tunesiens chaotischer WM-Aus

Am anderen Ende des Spektrums steht die Bilanz Tunesiens. Die Teilnahme der „Adler von Karthago“ an der WM 2026 war von Chaos geprägt. Mit insgesamt zwölf Gegentoren scheidete das Team punktlos aus. Bereits nach der 1:5-Niederlage zum Auftakt gegen Schweden wurde die Zusammenarbeit mit Teamchef Sabri Lamouchi beendet. Sein Nachfolger Herve Renard konnte den Absturz nur noch verlangsamen, nicht aber aufhalten.

Der Weg ins Viertelfinale: Marokko und darüber hinaus

Durch den Gruppensieg vermieden die Niederlande ein vorzeitiges Duell mit dem Rekordweltmeister Brasilien. Nun wartet am Dienstag das Sechzehntelfinale gegen Marokko. Laut Ligaportal ergibt sich bei einem Sieg folgender potenzieller Turnierpfad:
  • Achtelfinale: Ein Duell gegen Co-Gastgeber Kanada oder Südafrika.
  • Viertelfinale: Ein möglicher Schlagabtausch gegen Deutschland.
Die Niederlande haben die physische Hürde des Wetters in Kansas City genommen, doch die mentale Hürde der K.o.-Runde steht bevor. Ob die Elftal die „Schlampigkeit“ ablegen kann, wird sich am Dienstag zeigen.

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Tunesiens chaotischer WM-Aus
Photo: sport.ORF.at
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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