Ein etwa ein Meter kleiner Asteroid umkreist seit April als temporärer Mini-Mond die Erde, nachdem ein Astronom ihn im August entdeckt hatte. Die Entdeckung wurde vom Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union bekannt gegeben, berichtet Space.
Der ungarische Astronom Krisztián Sárneczky sichtete das Objekt am 20. August am Nachthimmel. Die Raumkugel mit der Bezeichnung 2026 QQ8 misst nach Angaben von HotHardware etwa die Größe eines Esstischs und geriet im April in den Gravitationsbereich der Erde. Wegen der exzentrischen Umlaufbahn stritten Forscher zunächst darüber, ob es sich um natürlichen Fels oder um ausgedientes Weltraummüll handeln könnte.
Beobachtungen mit Großteleskopen bestätigen natürlichen Ursprung
Am 29. Oktober veröffentlichte das Minor Planet Center die offizielle Einschätzung in einer elektronischen Rundmitteilung, berichtet The Debrief. Um die Herkunft zu klären, setzten Astronomen auf erweiterte Messungen mit dem 2,2-Meter-Teleskop der Universität von Hawaii sowie dem Lowell Discovery Telescope, berichtet geekspin. Die Auswertung der Daten ergab, dass das Objekt vollständig natürlichen Ursprungs ist.

Bahnberechnungen zeigen, dass dieses Objekt vorübergehend an die Erde gebunden ist
Minor Planet Center
In derselben Mitteilung hieß es zur Beschaffenheit des Körpers, dass laut dem Minor Planet Center keine Verbindung zu einem bekannten künstlichen Objekt gefunden wurde
und das Center erklärte: Weitere Beobachtungen und dynamische Studien werden dringend empfohlen
, wie The Debrief berichtet. Berechnungen zeigen, dass der Asteroid in die sogenannte Hill-Sphäre der Erde eingedrungen ist. In diesem Bereich dominiert die Anziehungskraft unseres Planeten vorübergehend gegenüber dem Einfluss der Sonne, wie das Daily Galaxy erläutert, berichtet The Daily Galaxy.
Der ungarische Astronom Krisztián Sárneczky entdeckte den etwa eineinhalb Meter großen Körper in der Nacht vom 19. auf den 20. August an der Station Piszkéstető. Berechnungen ergaben, dass das Objekt rund 359 Tage für einen Umlauf um die Sonne benötigt. Die geringste Entfernung zur Erde bei diesem Aufenthalt beträgt etwa 568.000 Kilometer, was rund 353.000 Meilen entspricht. Damit befindet sich der Asteroid etwa 110.000 Meilen beziehungsweise 177.000 Kilometer weiter draußen als der durchschnittliche Abstand zwischen der Erde und dem echten Mond.
Der Körper nähert sich unserem Planeten in etwa alle zehn Jahre, wobei er 1965 bereits einen nahen Vorbeiflug absolvierte und für das Jahr 2058 eine ähnliche Passage ohne gravitative Einfangung prognostiziert wird. Im Rahmen von Analysen über das Masse-Oberflächen-Verhältnis wurde ein Wert von circa acht Quadratzentimetern pro Kilogramm ermittelt. Frühere Besucher wie die Objekte 2020 SO, 2020 CD3, 2024 PT5 sowie der Quasimond 2025 PN7 verdeutlichen, dass solche temporären Begleiter keine Einzelfälle sind. Eine im Jahr 2025 im Fachblatt Icarus veröffentlichte Studie legte dar, dass die Erde zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Durchschnitt etwa sechs solcher Mini-Monde beherbergen könnte. Ergänzende Modellierungen, die unter anderem auf dem Europlanet Science Congress vorgestellt wurden, beziffern die durchschnittliche Größe von temporären Satelliten auf rund 75 Zentimeter bei einer Aufenthaltsdauer von ungefähr neun Monaten.
Keine Gefahr für die Erde durch den Mini-Mond
Selbst bei einem hypothetischen Eintritt in die Erdatmosphäre würde der nur rund einen bis zwei Meter große Himmelskörper vollständig verglühen, wie Indiatimes anmerkt. Der Mini-Mond nähert sich unserem Planeten nicht in bedrohlicher Weise. Auf seiner Umlaufbahn bleibt das Objekt etwa anderthalbmal so weit von der Erde entfernt wie der dauerhafte, natürliche Mond.

Nach den Vorhersagen der Astronomen wird 2026 QQ8 den gravitativen Bann der Erde im Dezember verlassen, um im Verlauf des Jahres 2027 wieder auf einer eigenständigen Sonnenumlaufbahn zu kreisen, so die Berichterstattung von Space.com.
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