Netflix meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 12,87 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,87 US-Dollar, womit die Erwartungen übertroffen wurden. Dennoch fiel der Aktienkurs im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent, da das Unternehmen seine Umsatzprognose für die Werbesparte senkte.
Starkes drittes Quartal bei Gewinn und Umsatz
Der Streaming-Pionier verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatz von 12,87 Milliarden US-Dollar und lag damit exakt im Rahmen der von LSEG erhobenen Analystenschätzungen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von knapp zwölf Prozent. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch steigende Mitgliederzahlen und die im März in Kraft getretenen Preiserhöhungen.
Beim Gewinn je Aktie übertraf das Unternehmen die Prognosen der Wall Street deutlich. Statt der erwarteten 0,82 US-Dollar wies Netflix einen Gewinn von 0,87 US-Dollar aus. Der Nettogewinn kletterte im Quartal auf 3,66 Milliarden US-Dollar, während im Vorjahreszeitraum lediglich 2,55 Milliarden US-Dollar zu Buche gestanden hatten. Analysten wiesen darauf hin, dass dieser kräftige Gewinnsprung auch auf den zeitlichen Verlauf von Ausgaben und einen steuerlichen Basiseffekt in Brasilien aus dem Vorjahr zurückzuführen ist.
Gesenkte Werbeziele und verhaltener Ausblick belasten die Aktie
Trotz der soliden Quartalszahlen reagierten die Märkte verschnupft. Im nachbörslichen Handel gab der Aktienkurs um rund fünf Prozent nach und fiel von seinem vorherigen Niveau ab. Hauptgrund für die Skepsis der Investoren ist eine Korrektur nach unten bei den Erwartungen für das werbefinanzierte Segment. Netflix rechnet für das Gesamtjahr 2026 nun mit Werbeerlösen von etwa 2,7 Milliarden US-Dollar, womit die frühere Zielmarke von rund 3 Milliarden US-Dollar verfehlt wird. Als Grund für die Kürzung nannte der Konzern eine langsamere Einführung bestimmter Werbeprodukte als ursprünglich geplant.
Netflix-Aktien fallen im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent. Der Gewinn liegt über den Erwartungen der Wall Street. https://t.co/ocflPbKLL6
Wir haben uns für dieses Jahr große Wachstumsziele für unser Werbegeschäft gesetzt. Wir haben eine aggressive Produkt-Roadmap erstellt, die zu dieser Strategie passte. Und ich möchte nur anmerken, dass der Aufbau, den wir durchgeführt haben, unseres Erachtens der schnellste Aufbau eines vergleichbaren Ad-Stacks in unserer Branche ist, aber wir hinken derzeit unserem aggressiven Ziel für das Jahr ein wenig hinterher.
Greg Peters, Co-CEO
Für das vierte Quartal stellt das Management einen Umsatz von 13,44 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die operative Marge wird im kommenden Quartal voraussichtlich um mehr als acht Prozentpunkte auf 26 Prozent sinken, was vor allem auf die Kosten für den erst kürzlich vollzogenen Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen zurückzuführen ist. Diese Umstrukturierungen entsprechen rund sechs Prozent der Belegschaft.
Wettbewerbsdruck und strategische Neuausrichtung
Im harten Wettbewerb mit Videoplattformen wie YouTube und TikTok steht der Streaming-Dienst unter intensiver Beobachtung. Während das traditionelle Abo-Wachstum an Dynamik verliert, konzentriert sich das Unternehmen auf drei Kernprioritäten: mehr Unterhaltungswert für Mitglieder zu liefern, Technologie zur Verbesserung des Dienstes einzusetzen und die Monetarisierung voranzutreiben.
| Finanzkennzahl | Q3 2026 (Gemeldet) | Erwartung / Vorjahr |
|---|---|---|
| Umsatz | 12,87 Mrd. USD | 12,87 Mrd. USD (Analystenkonsens) |
| Gewinn je Aktie (EPS) | 0,87 USD | 0,82 USD (LSEG-Schätzung) |
| Operative Marge | 34,6 % | 28,2 % (Q3 2025) |
| Umsatzprognose Werbesparte 2026 | ca. 2,7 Mrd. USD | zuvor rund 3 Mrd. USD |
Zusätzlich zu den Einschnitten beim Personal gab es personelle Veränderungen in der Führungsetage, darunter das Ausscheiden des bisherigen Chief Content Officer und die Verpflichtung des ehemaligen Disney-Managers Peter Rice als neuem CCO. Das Unternehmen bekräftigte, dass die weltweite Abwanderungsrate im dritten Quartal besser als prognostiziert ausfiel und das Engagement der Nutzer in allen Regionen stabil bleibt.
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