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Welt

Nepal: Schwere Erdrutsche töten rund 30 Menschen und bedrohen Wanderer

Schwere Regenfälle und verheerende Erdrutsche haben in Nepal im September rund 30 Menschen das Leben gekostet. Hunderte Wanderer auf dem Annapurna-Circuit mussten per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden, während Behörden in 77 Distrikten in höchster Alarmbereitschaft blieben.

Nepal kommt nicht zur Ruhe. Nach den katastrophalen Überschwemmungen im August, die nach Angaben der Nationalen Behörde für Katastrophenvorsorge und -management (NDRRMA) 1.400 Tote und Tausende Vermisste forderten, hat eine neue Serie von heftigen Regenfällen und Erdrutschen den Himalaya-Staat getroffen etwa 30 Menschen getötet.

Opferzahlen und verheerende Schäden durch Erdrutsche im ganzen Land

Nach offiziellen Updates der NDRRMA machten Erdrutsche den größten Teil der Todesopfer aus. Von den mindestens 21 landesweit gemeldeten Todesfällen im ersten Berichtszeitraum waren 14 auf Erdrutsche zurückzuführen, während fünf Menschen vermisst blieben. Vier Personen starben infolge von Überschwemmungen und drei weitere durch den Dauerregen.

Besonders hart traf es den Distrikt Baglung. Dort wurden in Ward Number 3 im Gebiet Hardra des Nishikhola Village Council vier Menschen bei einem Erdrusch verschüttet und getötet, wie der stellvertretende Vorsitzende des Dorfrats, Prem Bahadur Gharti Magar, mitteilte. Unter den Toten in der Region befanden sich nach Angaben des Senders Metro auch drei Kinder und eine Frau, deren Haus im Schlaf zerstört wurde.

Die Wassermassen brachen mit enormer Wucht über die Infrastruktur herein. Im zentralen Nepal überschritt der Fluss Narayani am Sonntagmorgen die Gefahrenmarke von neun Metern und drang in Siedlungen vor. Gleichzeitig blockierten Erdrutsche wichtige Straßenverbindungen, darunter die Hauptverkehrswege in Richtung Chitwan.

Nepal: Schwere Erdrutsche töten rund 30 Menschen und bedrohen Wanderer
Foto: timesofindia.indiatimes.com

Gefahren durch blockierte Flüsse und Evakuierungen im Hochgebirge

Die Wassermassen wurden zusätzlich durch Erdrutsche aufgestaut, die Flüsse teilweise blockierten. In Chame, dem Hauptort des Distrikts Manang, versperrte ein Erdrutsch den Flusslauf des Marsyangdi, während ein weiterer Erdrutsch in Thasang im Distrikt Mustang den Kali Gandaki teilweise blockierte. Die Behörden warnten flussabwärts lebende Menschen vor der Gefahr plötzlicher Sturzfluten, falls diese natürlichen Dämme brechen sollten.

Insgesamt wurden rund 3.000 Menschen aus Risikogebieten evakuiert. Die NDRRMA zählte 247 betroffene Familien, 260 völlig zerstörte Häuser und 80 teilbeschädigte Gebäude. In den schwer getroffenen Bergdistrikten Jajarkot, Myagdi und Sankhuwasabha kamen Hubschrauber zum Einsatz, um abgeschnittene Menschen auszufliegen.

Die meteorologischen Messstationen registrierten an 106 Standorten Regenmengen von über 100 Millimetern innerhalb von vier Tagen. Den Höchstwert verzeichnete Dumkuali in Nawalparasi mit 455,2 Millimetern, gefolgt von Pokhara in Kaski mit 407,2 Millimetern.

Nepal: Schwere Erdrutsche töten rund 30 Menschen und bedrohen Wanderer
Foto: metro.co.uk

Rettungseinsätze auf dem Annapurna-Circuit und Lawinenunglück am Himlung Himal

Die Unwetter trafen auch die für Nepals Wirtschaft wichtige Tourismusbranche. Auf dem beliebten Annapurna-Circuit befanden sich schätzungsweise 9.000 ausländische Touristen und Wanderer. Hunderte mussten aus den Distrikten Manang und Mustang per Hubschrauber ausgeflogen werden, da Straßen und Brücken weggespült worden waren.

Wanderer berichteten von dramatischen Rückmärschen. Der 21-jährige Brite Jake Stacy saß mit seinem Guide im oberen Manang fest und schilderte den Rückweg als extrem beschwerlich über steile Hänge und schlammige Pfade. Der australische Wanderer Andrew Graham berichtete davon, mehr als 15 Erdrutsche überquert zu haben, nachdem er und sein Guide Prem KC aus dem evakuierten Dorf Chame flüchten mussten.

Parallel zu den Rettungsaktionen im Wandergebiet ereignete sich am Basislager des Himlung Himal im Distrikt Manang ein Lawinenunglück. Dort wurden zwei Leichen geborgen, während Einsatzkräfte nach weiteren Vermissten suchten.

Zerstörte Existenzen und ungewisse Aussichten für die betroffenen Gemeinden

Fernab der Touristenwege leiden vor allem die einheimischen Familien unter den Folgen der Naturkatastrophe. Viele Menschen haben durch die Fluten und Muren ihr gesamtes Hab und Gut verloren und sind in provisorischen Notunterkünften untergebracht.

Der Chefankläger beziehungsweise Bezirksbeamte Mukti Prasad Khanal betonte, dass in der Wanderregion Manang trotz schwerer Infrastrukturschäden und abgerissener Kommunikationslinien zunächst keine Todesopfer unter den Trekkern gemeldet wurden. Dennoch bleibt die Situation angespannt, während Sicherheitskräfte und Hilfsorganisationen die Bergungs- und Aufräumarbeiten im gesamten Land fortsetzen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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