NASA hat die Entwicklung des Weltraumteleskops PRIMA als erste Mission der neuen Klasse „Probe Explorersvorangetrieben. Das Projekt soll ab 2033 den fernen Infrarotbereich des Kosmos untersuchen, die Entstehung von Sternen, Planeten und Schwarzen Löchern beleuchten und ist mit maximal 1,2 Milliarden US-Dollar veranschlagt.
Entwicklungsschritt für das Weltraumteleskop PRIMA und die neue Explorer-Klasse
Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde treibt die Erforschung der Universumsgeschichte mit einem neuen Instrument voran. Wie das Raumfahrtportal der NASA bekannt gab, hat das Projekt PRIMA (PRobe far-Infrared Mission for Astrophysics
) die nächste Entwicklungsstufe erreicht. Damit beginnt offiziell Phase B, in der das vorläufige Design sowie die technische Ausarbeitung des Observatoriums verfeinert werden.
Das Teleskop markiert den Auftakt einer neuen Missionkategorie namens Probe Explorers
, die innerhalb des traditionsreichen Explorers-Programms angesiedelt ist. Dieses Programm gilt als ältester durchgehender Zweig der Weltraumforschung bei der Agentur, der sich auf Astrophysik und Heliophysik spezialisiert hat und seit dem Start von Explorer 1 im Jahr 1958 – welcher damals die Strahlungsgürtel der Erde entdeckte – mehr als 100 Missionen auf den Weg gebracht hat. Zu diesen historischen Unternehmungen gehören auch die Missionen Uhuru und der Cosmic Background Explorer, deren leitenden Forschern Nobelpreise verliehen wurden. Die Errichtung der neuen Missionklasse geht auf Empfehlungen des Zehnjahresplans für Astronomie und Astrophysik zurück, den die US-amerikanischen National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine mit dem Bericht Wege zur Entdeckung in Astronomie und Astrophysik für die 2020er Jahre
vorgelegt hatten.
An dem anspruchsvollen Projekt wirkt unter anderem J.D. Smith als Direktor des Ritter Astrophysical Research Center mit, der an der Ausarbeitung des zugrundeliegenden Vorschlags beteiligt war.
Technische Parameter und Einordnung im astronomischen Observatoriumsnetz
Das Observatorium erhält einen Spiegel mit einem Durchmesser von 1,8 Metern beziehungsweise 5,9 Fuß. Damit soll das Teleskop hochempfindliche und tiefe Himmelsdurchmusterungen im fernen Infrarotlicht ermöglichen. Wie Fachberichte darlegen, schließt PRIMA damit eine technologische Lücke zwischen nahen beziehungsweise mittleren Infrarotobservatorien wie dem James-Webb-Weltraumteleskop und Radioteleskopen.
Ein wesentlicher Grund für den Einsatz im All liegt in den physikalischen Eigenschaften der Strahlung. Wissenschaftliche Analysen verdeutlichen, dass PRIMA radianten Energie studiert, die nur im fernen Infrarot auftritt.
Nicky Fox, Associate Administrator für das Science Mission Directorate der NASA, erklärte: „Die PRIMA-Mission ist das nächste Fenster der Menschheit in das tiefe Universum.
Finanzierungsrahmen, Projektkosten und internationale Beteiligungen
Nach dem Abschluss von Phase B steht noch eine kritische Überprüfung an, ehe das Vorhaben in die Umsetzungsphase C übergehen kann. In dieser nachfolgenden Phase wird die Obergrenze für die Projektkosten bei 1,2 Milliarden US-Dollar festgesetzt, wobei Startkosten und weitere Ausgaben nicht in diesem Betrag enthalten sind. Für den Regelbetrieb ist eine auf fünf Jahre ausgelegte Mission im Jahr 2033 anvisiert.
Die organisatorische Leitung liegt beim Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien. Unterstützt wird das Management durch das Goddard Space Flight Center in Maryland sowie das Marshall Space Flight Center in Alabama.
Shawn Domagal-Goldman, Direktor der Abteilung für Astrophysik der NASA, betonte: „Eine einzelne Mission allein kann nicht alle Geheimnisse des Universums erforschen.