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Sport

Narvik: FIS sagt alpine Weltcup-Rennen im März 2027 ab

Der Internationale Skiverband FIS hat die für März 2027 geplanten alpinen Weltcup-Rennen der Frauen in Narvik abgesagt. Das lokale Organisationskomitee zog sich wegen unfertiger Infrastruktur und zu hoher Risiken bei der rechtzeitigen Fertigstellung von der Ausrichtung zurück, hält jedoch an der Ausrichtung der Ski-Weltmeisterschaft 2029 fest.

Absage der Speed-Rennen in Narvik

Die für den 12. und 13. März 2027 geplanten alpinen Ski-Weltcup-Rennen der Frauen im norwegischen Narvik finden nicht statt wie der Internationale Skiverband FIS bekannt gab. Betroffen von der Streichung aus dem Kalender sind die Abfahrt und der Super-G der Damen im norwegischen WM-Ort von 2029. Der provisorisch geführte Kalendereintrag sollte den ersten Weltcup im hohen Norden seit den 1990er-Jahren darstellen und gleichzeitig als wichtiger Testlauf für die Großveranstaltung in vier Jahren dienen.

Auslöser für die kurzfristige Kehrtwende ist eine Bestandsaufnahme vor Ort. Bei einer Inspektion Anfang Oktober fand FIS-Renndirektor Peter Gerdol eine Baustelle vor, bei der von Pisten über die Schneebereitstellung bis hin zu Liften und Sicherheitsanlagen noch nahezu alles in Arbeit war und nichts fertiggestellt war. Zwar wäre eine rechtzeitige Fertigstellung technisch machbar gewesen, jedoch nur um den Preis eines immensen Risikos.

Weltcup-Absage: Speed-Rennen der Damen in Narvik fallen aus
Foto: https://www.verein-viele.at/

Bei einem Weltcup können wir einfach keine Risiken eingehen

Peter Gerdol, FIS-Rennchef via oe24

Die Sicherheitsstandards und die ordnungsgemäße Abwicklung der Anlage erhielten in der Bewertung absolute Priorität gegenüber der Durchsetzung des Termins. So erklärte FIS-Rennchef Peter Gerdol, dass man sich einen derartigen Unsicherheitsfaktor bei einer Veranstaltung auf Weltcupebene keinesfalls leisten könne. Die lokale Bautätigkeit für das anstehende Großereignis sei zwar durchaus als hervorragend einzustufen, doch erfordere die Situation eine konsequente Bündelung aller Kräfte auf die langfristigen Ziele.

Kritik aus der Schweiz und Festhalten an der Ski-WM 2029

Die Entscheidung stieß in der internationalen Ski-Welt auf teils scharfe Reaktionen. Vor allem Funktionäre aus dem Schweizer Crans-Montana, dem Ausrichter der kommenden Weltmeisterschaften, äußerten Unverständnis über die Vorgänge in Norwegen und bezeichneten den Rückzug als bizarr und als absoluten Wahnsinn. Dabei verwiesen die Schweizer auf den harten Weg über Europacup- und Juniorenrennen, den sie in der Vergangenheit selbst beschreiten mussten, während Hugo Steinegger betonte, dass derartige Zustände dort undenkbar gewesen wären.

Auch die unberechenbare Witterung in der Küstenstadt nördlich des Polarkreises liefert Anlass zur Skepsis nachdem im vergangenen März bereits bei der Junioren-WM sämtliche Abfahrten mangels Trainingsmöglichkeiten ausfallen mussten.

Die Entscheidung, auf die Weltcup-Rennen zu verzichten, ändert nichts an unseren Ambitionen für die WM 2029

Knut-Eirik Dybdal, CEO Narvik VM 2029 AS via Sarganserländer

Geschäftsführer Knut-Eirik Dybdal vom lokalen Organisator Narvik VM 2029 AS bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass der Schritt keineswegs einen Rückschlag darstelle. Vielmehr gehe es darum, die vorhandenen Ressourcen so einzusetzen, dass die besten Voraussetzungen für internationale Titelkämpfe entstehen. Auch FIS-Präsident Alexander Ospelt äußerte sich keineswegs überrascht von der Entwicklung, da im Vorfeld bekannt war, dass die Durchführung von Weltcuprennen im anstehenden Winter erhebliche Hürden mit sich bringen würde.

Die Ski-WM 2029 soll in Narvik stattfinden. Die Testevents im Frauen-Weltcup im kommenden März wurden aber gestrichen. Was
Foto: Blick

Suche nach einem Ersatzort und Ausblick

Durch den Ausfall der Speed-Bewerbe in Narvik stehen der Internationale Skiverband und der Norwegische Skiverband vor organisatorischem Mehraufwand da kurzfristig eine alternative Strecke für die betroffenen Athletinnen gefunden werden muss. Wo die Abfahrt und der Super-G im März 2027 stattdessen ausgetragen werden, steht derzeit noch nicht fest soll aber in Kürze von den Verantwortlichen mitgeteilt werden.

Für die Verantwortlichen in Narvik verlagert sich der Schwerpunkt nun voll und ganz auf die kommenden Jahre. Ungeachtet der Absage im März bleibt auch der für 2028 anvisierte Weltcupfinal fest im norwegischen Kalender eingeplant während die Kräfte gebündelt werden, um bis zum Großereignis 2029 eine hochmoderne Anlage zu errichten.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.