Zum Inhalt springen
Sport

Mika Baur schreibt deutsche Fußballgeschichte als 1000. Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

Mika Baur von Celtic Glasgow ist beim 2:0-Sieg gegen Serbien in der Münchner Arena zum 1000. Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aufgestiegen. Der 22-Jährige wurde in der 77. Minute von Bundestrainer Jürgen Klopp eingewechselt und schrieb damit am Donnerstagabend deutsche Länderspielgeschichte.

Ein kurzer Moment in der 77. Für den Mittelfeldspieler, der im Sommer vom SC Paderborn zum schottischen Spitzenclub Celtic Glasgow gewechselt war, kam die historische Dimension völlig überraschend. An einen Eintrag in die DFB-Geschichtsbücher hatte er im Vorfeld keinen Gedanken verschwendet, sondern wollte die Erfahrung einfach aufsaugen und Spaß haben.

„Ich hatte keine Ahnung davon. Ich habe es nach dem Spiel erfahren.“

Mika Baur, Nationalspieler von Celtic Glasgow, via Sueddeutsche

Nach Schlusspfiff und nach dem Ausschalten des Flugmodus auf dem Mobiltelefon ploppten unzählige Nachrichten auf, während das Premieren-Trikot für die Eltern daheim eingerahmt wird. Im Stadion selbst wurde er sogar von seinem besten Kindheitsfreund entdeckt, der gemeinsam mit einem Kumpel auf der Tribüne saß und dabei ein Celtic-Glasgow-Trikot mit dem Namen des Mittelfeldspielers trug. Vor seiner Einwechslung war der Puls des Neulings hoch, und die Emotionen beschrieben sich für ihn als ein Gefühl, das man festhalten möchte, damit es niemals verblasst.

Mika Baur schreibt deutsche Fußballgeschichte als 1000. Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Foto: n-tv.de

Die Marke von 1.000 Spielern füllte sich im Laufe der jüngsten Nations-League-Spiele rasant. Im ersten Kader unter Klopp hatten zuvor bereits Younes Ebnoutalib, Yannik Engelhardt, Philipp Treu, Bambasé Conté und Hennes Behrens ihr Debüt gegeben. Gegen Serbien standen dann auch Torwart Jonas Urbig und Derry Scherhant in der Startelf, während der Kölner Saïd El Mala als Nummer 999 vor Baur eingewechselt wurde und Vitaly Janelt vom FC Brentford in den Schlussminuten als 1.001.

Jürgen Klopp lobt den Aufsteiger aus Schottland

Der Start des 22-Jährigen ins DFB-Team war von einer herzlichen Szene begleitet worden. Vor seiner Einwechslung erhielt der Debütant ein Küsschen auf die Schläfe und persönliche Worte von Jürgen Klopp, der den Mittelfeldspieler danach mit lobenden Worten bedachte.

Jürgen Klopp lobte Mika Baur und sagte, dass er ein wundervoller Fußballer sei und dass er kicken könne ohne Ende.

Germany vs Serbia 2-0 Highlights (UEFA Nations League) Germany Serbia

Celtic Glasgow spiele in der fiesesten Liga der Welt, in der sich junge Spieler gegen robuste Widerstände durchsetzen müssen. Ob der Spieler letztlich als Sechser, Achter oder Zehner agiert, ließ der Bundestrainer offen, betonte jedoch seine fantastische Einstellung und hohe Spielintelligenz.

Sportlerfamilie und prominenter Vater

Mika Baurs Vater ist Markus Baur, der im Jahr 2004 Europameister und 2007 Handball-Weltmeister wurde. Die großen Erfolge des Vaters, der insgesamt 228 Länderspiele bestritt und in den Jahren 2000 sowie 2002 zum Handballer des Jahres gekürt wurde, dienen dem Jungprofi als zusätzliche Motivation.

Mika Baur schreibt deutsche Fußballgeschichte als 1000. Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Foto: AD HOC NEWS

Nach Stationen beim VfB Stuttgart, dem SC Freiburg und dem SC Paderborn wechselte er zum schottischen Rekordmeister, wo er einen Vertrag bis 2030 unterschrieb.

Von Fritz Baumgarten zur historischen Marke

Die Historie der deutschen Länderspiele reicht weit zurück. Der allererste deutsche Nationalspieler war der Torhüter Fritz Baumgarten vom Berliner Klub BFC Germania 1888, der am 5. April 1908 bei einer 3:5-Niederlage gegen die Schweiz in Basel auf dem Platz stand. Mehr als ein Jahrhundert später markiert Baur nun das Erreichen der tausendsten Berufung, nachdem bei eventuellen zeitgleichen Einwechslungen das Alphabet als Sortierung herangezogen worden wäre.

Das Premieren-Trikot aus München hat der Mittelfeldspieler bereits fest eingeplant: Es soll den Weg zu seinen Eltern antreten und dort gerahmt an die historische Einwechslung gegen Serbien erinnern.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.