Brandon McNulty sicherte sich am 27. September 2026 in Montreal den Straßen-Weltmeistertitel im Radsport. Der 28-jährige US-Amerikaner triumphierte nach einem 32-Kilometer-Soloritt und ist der erste US-Weltmeister in dieser Disziplin seit 1993. Der dänische Ex-Profi Michael Rasmussen kritisierte den Erfolg jedoch scharf wegen McNultys künftiger Helferrolle im Team UAE.
Der Sieg von Brandon McNulty auf den anspruchsvollen Kursen in Montreal elektrisierte die Radsportwelt, sorgte aber kurz nach dem Zielsprung auch für heftige Kontroversen. Während Experten und Fans den Triumph feierten, äußerte der ehemalige Radprofi Michael Rasmussen scharfe Kritik. Im dänischen Fernsehen beim Sender Viaplay zeigte sich der 52-jährige dänische Ex-Doper irritiert über die sportliche Zukunft des neuen Weltmeisters.
Michael Rasmussens harte Kritik an der Teamrolle von Brandon McNulty
Rasmussen störte sich vor allem daran, dass McNulty in der kommenden Saison in seinem Team UAE überwiegend als Helfer agieren dürfte. Im Rennstall steht der US-Amerikaner in der teaminternen Hierarchie hinter dominanten Fahrern wie Tadej Pogacar und dem aufstrebenden Tour-Dritten Isaac del Toro zurück.

Rasmussen malte ein drastisches Bild von den kommenden Aufgaben des Regenbogenträgers und kritisierte die Aussicht, den Weltmeister im nächsten Jahr mit Wasserflaschen beladen für seine Teamkapitäne arbeiten zu sehen. Mir wird fast schlecht davon
, sagte Rasmussen und betonte, dass McNulty ein völlig eigenes Rennprogramm bestreiten müsse, wenn er Resultate einfahren wolle, die dem Weltmeistertrikot gerecht werden.
Taktisches Meisterstück in Montreal und der historische US-Erfolg
Auf dem 273,4 Kilometer langen Kurs in Montreal hatte das US-Team die Konkurrenz von Beginn an mit klugen taktischen Manövern mürbe gemacht. Quinn Simmons und Matteo Jorgenson hielten die Rivalen in Schach, während McNulty 32 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke setzte. Trotz eines schrumpfenden Vorsprungs auf dem letzten Anstieg rettete er sich ins Ziel und siegte nach 6 Stunden, 17 Minuten und 4 Minuten.
McNulty sagte nach dem Rennen, dass er sich „really at a loss for wordsgewesen sei. Bis zu den letzten 300 Metern habe er nicht geglaubt, dass er gewinnen würde, da er so müde gewesen sei, berichtete Reuters.

Hinter ihm sicherten sich der Australianer Michael Matthews den zweiten Platz und der Niederländer Mathieu van der Poel die Bronzemedaille. Für den US-Radsport ist es der erste Elite-Straßenweltmeistertitel bei den Männern seit dem Erfolg von Lance Armstrong im Jahr 1993. Armstrong gratulierte dem Sieger über die sozialen Medien und nannte das Rennen hands down the most exciting race of the year and a deserved winner. A thing of beauty
.
Vorwürfe um Isaac del Toros Fahrweise im Finale
Neben Rasmussens Aussagen sorgten auch taktische Spekulationen im Fahrerlager für Gesprächsstoff. Der Brite Tom Pidcock, der das Rennen als Siebter beendete, äußerte den Verdacht, dass der Mexikaner Isaac del Toro im Finale nicht nur für sein Heimatland, sondern auch für seinen Teamkollegen vom Rennstall UAE Team Emirates-XRG gefahren sei.
Pidcock erklärte gegenüber Cyclingnews, dass Del Toro in der Schlussphase offensichtlich für McNulty gearbeitet habe. Rennanalysen und Videobilder zeigten jedoch ein differenzierteres Bild: Del Toro leistete im Verfolgerfeld erhebliche Führungsarbeit und war im Finale mehrfach abgehängt worden. Nach dem Rennen brach der Mexikaner in Tränen aus, nachdem er den Sprung auf das Podest als Fünfter um Haaresbreite verpasst hatte. Gegenüber TUDN beteuerte er, alles für den Sieg gegeben zu haben.
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